Dr. Micha

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24/09/2026

Paranüsse speichern Radioaktivität. Das klingt erst einmal beunruhigend, doch es geht dabei nicht um Angst, sondern um die Menge.

Konkret geht es um Radium. Schon mit wenigen Paranüssen hast du die Radioaktivität für einen ganzen Tag in deinem Körper. Und das mit ein paar kleinen Nüssen.

Das heißt nicht, dass du nie wieder eine Paranuss essen darfst. Ich möchte damit keine Angst schüren. Es geht um die Menge, und dafür musst du wissen, was in deinem Essen überhaupt drin ist.

Und das gilt nicht nur für Nüsse. Schadstofffreie Lebensmittel gibt es heute nicht mehr, wir alle nehmen jeden Tag etwas auf. Aber mit ein bisschen Know-how kannst du entscheiden, wie viel davon in deinem Körper landet.

24/09/2026

Es gibt Patienten, die kommen zur Tür herein, und ich weiß schon: Ich kann ihnen nicht helfen. Das hat mir ein älterer Kollege gesagt, als ich jung war, und damals habe ich nicht verstanden, wovon er redet.

Jahre später weiß ich es. Nicht jeder Arzt ist für jeden Patienten der richtige, und das liegt weder an einem schlechten Arzt noch an schwierigen Patienten. Neben dem Wissen spielt etwas Zwischenmenschliches mit hinein, und ohne Vertrauen wird aus der besten Empfehlung nichts.

Wenn ihr also merkt, das passt nicht, kann er trotzdem ein toller Arzt sein, nur eben nicht der richtige für euch. Hört auf euer Bauchgefühl, und habt kein schlechtes Gewissen, wenn ihr wechselt.

23/09/2026

Das bekannteste Peptid kennt fast jeder: Insulin.

Peptide sind Ketten aus Eiweißbausteinen, die in deinem Körper als Botenstoffe wirken. Nachgebaut kommen sie heute in der Medizin, in Beauty und Wellness und im Sport zum Einsatz. Im Sport bewegen sie sich allerdings im Graubereich, zugelassen sind sie dort nicht.

Die meisten Studien stammen von Mäusen und Ratten, die Langzeitwirkungen kennen wir noch nicht. Ich bin da zurückhaltend.

23/09/2026

Lauft 10.000 Schritte am Tag, dann habt ihr etwas für eure Gesundheit getan. Ist das richtig?

Es ist sicherlich nicht falsch. Und es heißt auch nicht, dass ihr nicht mehr machen dürft. Aber für die meisten von uns ist es schon einmal eine echte Herausforderung, diese 10.000 Schritte überhaupt zusammenzubekommen.

Viele haben längst einen Schrittzähler am Handy oder an der Uhr. Schaut einfach einmal nach, ob ihr das täglich schafft. Ich vermute, viele von euch werden es nicht ganz schaffen, und genau das ist die nützliche Information. Nicht als Vorwurf, sondern als Ausgangspunkt.

Dann würde ich euch empfehlen: macht euch das zunächst zum Ziel. Erst wenn die 10.000 Schritte zuverlässig stehen, lohnt sich die nächste Frage, nämlich ob ihr noch mehr für eure Gesundheit tun wollt. Ob ihr etwas für eure Ausdauer und für eure Herzleistung macht. Denn dafür sind 10.000 Schritte allein wahrscheinlich zu wenig.

Das Schöne an dieser Reihenfolge ist, dass sie ohne Fitnessstudio und ohne Ausrüstung funktioniert. Nehmt die Treppe statt des Lifts. Geht die paar tausend Schritte, statt das Auto zu nehmen. Die Treppe vor eurer Haustür ist ein kostenloses Fitnessgerät, das jeden Tag verfügbar ist.

Nicht perfekt, sondern regelmäßig. Das ist bei Bewegung wichtiger als jede Zahl auf dem Display.

Dazu kommt etwas, das Schritte allein nicht abdecken. Eure Muskulatur reagiert auf Belastung, und sie reagiert auch darauf, wenn keine kommt. Use it or lose it, das gilt in beide Richtungen und in jedem Alter. Gehen hält euch in Bewegung, aber es baut euch keine Muskulatur auf.

Deshalb ist die Reihenfolge für mich klar. Erst die Alltagsbewegung stabil bekommen, dann Krafttraining dazunehmen, zwei- bis dreimal die Woche, 40 bis 50 Minuten, nicht an aufeinanderfolgenden Tagen. Wer gleich mit allem anfängt, hört meistens auch mit allem wieder auf.

20/09/2026

Peptide klingen nach Hightech, dabei stellt dein Körper sie selbst her.

Ein Peptid ist eine Aneinanderreihung einzelner Aminosäuren, also von Eiweißbausteinen, die über eine Peptidbindung miteinander verbunden sind. Daher kommt auch der Name. Die meisten, über die gerade gesprochen wird, bestehen aus zwei bis fünfzig Aminosäuren.

Auch in deinem Körper gibt es Peptide. Das bekannteste ist Insulin, das Zuckerhormon aus der Bauchspeicheldrüse. Und praktisch alle Peptide, um die es in der Biohacking-Szene geht, sind aus körpereigenen Peptiden abgewandelt und lassen sich herstellen.

Der springende Punkt: Peptide sind Botenstoffe. Sie greifen an ganz verschiedenen Stellen in deinen Stoffwechsel ein und verändern ihn. Genau deshalb ist das Thema medizinisch so spannend, und genau deshalb lohnt es sich, erst zu verstehen, was da passiert, bevor du dir etwas spritzt.

Meine eigene Einschätzung dazu, und warum ich im Moment eher zurückhaltend bin, kommt in einem der nächsten Videos.

19/09/2026

Eine Erdbeere sieht heute noch genauso aus wie früher. Drin ist aber nicht mehr dasselbe.

Im Raum Karlsruhe wurde ab 1985 Jahr für Jahr untersucht, wie viele Vitalstoffe in unserem Obst und Gemüse stecken. Die Karlsruher Liste. Beispiel Erdbeere, Vitamin C pro 100 Gramm Früchte: 1985 waren es 60 Milligramm. 1996, elf Jahre später, noch 13. 2002 gerade mal acht. Danach wurden die Untersuchungen beendet.

Woran das liegt: unsere Böden sind durch Monokulturen und die Bearbeitung mit Pestiziden leer an Vitalstoffen. Dazu kommt, dass vieles halb reif geerntet wird, damit es den langen Transport übersteht. Die meisten Vitalstoffe entstehen aber erst in den letzten 48 Stunden der Vollreife.

Meine Großmutter hat mit ihrem Essen noch alles bekommen, was ihr Körper gebraucht hat. Wir bekommen es nicht mehr. Und das ist keine Behauptung von mir, dazu gibt es reichlich Studien, die alle in dieselbe Richtung zeigen.

Deshalb messe ich bei meinen Patienten, wo sie wirklich stehen, statt zu raten. Eine gute Ernährung bleibt die Basis, sie lässt sich durch nichts ersetzen. Aber was trotzdem fehlt, darf man auffüllen.

13/09/2026

Nicht der Arzt ist schuld, dass er für dich keine Zeit hat.

Ein Problem in unserer Gesundheitspolitik ist die fehlende Zeit für die Menschen, die diese Zeit vom Arzt brauchen. Das System ist so aufgebaut, dass ein Arzt, wenn er von diesem System auch leben möchte, was er ja muss, möglichst viele Patienten in möglichst kurzer Zeit durchschleust. Selbst wenn er dir mehr Zeit geben möchte, hat er die Möglichkeit dazu oft gar nicht.

Ganz am Anfang meines Studiums hat ein Professor zu uns gesagt: Vergiss nicht auf die Anamnese. Die Anamnese ist das, was der Patient dir als Arzt erzählt. Und genau dafür ist heute kaum noch Zeit.

Das ist mein Anliegen. Ich möchte meinen Patienten die Zeit geben, dass sie mir sagen, warum sie da sind. Ich möchte ihnen zuhören und ich möchte ihnen Fragen stellen können, statt schnell ein paar Tabletten zu verschreiben, damit du wieder draußen bist und der nächste reinkommt.

Den Nutzen davon hat nicht nur der Patient, sondern auch ich als Arzt.

Wenn ich mir die Zeit nehme, bekomme ich ein ganz anderes Bild von dir - und kann dadurch deutlich individueller mit dir gemeinsam an deiner Gesundheit arbeiten!

12/09/2026

Rückenschmerzen sind fast die Volkskrankheit Nummer eins. Und für viele ist es ganz selbstverständlich, dass Rückenschmerzen ab einem gewissen Lebensalter einfach zum Leben gehören.

So ist es aber nicht. Die meisten Rückenschmerzen sind selbst gemacht.

Wodurch? Durch ständig falsche Körperhaltung. Durch zu vieles Sitzen, und sitting is the new smoking, das habt ihr sicher schon gehört. Durch Übergewicht. Durch eine verkümmerte Rückenmuskulatur, weil wir uns nicht mehr bewegen. Durch falsche Ernährung und eine ständige Übersäuerung des Körpers. Durch zu wenig Schlaf und zu viel Stress.

Ihr seht, es gibt eine ganze Menge an Ursachen, die euch zuverlässig dabei helfen, in den Rückenschmerz hineinzukommen. Das klingt im ersten Moment entmutigend, ist aber die beste Nachricht in diesem Video: Wenn die Ursachen bei euch liegen, liegen auch die Möglichkeiten bei euch.

Und zwar ohne, dass ihr euer Leben umbauen müsst. Es geht nicht darum, ab morgen zwei Stunden täglich zu trainieren. Es geht darum, die Muskulatur, die ihr habt, wieder in Gebrauch zu nehmen. Krafttraining zwei- bis dreimal die Woche, 40 bis 50 Minuten, und nicht an aufeinanderfolgenden Tagen, damit euer Körper zwischendurch auch regenerieren kann. Dazu die Treppe statt des Lifts und ein paar tausend Schritte, die ihr ohnehin gehen könntet.

Achtet auch auf die Punkte, die auf den ersten Blick nichts mit dem Rücken zu tun haben. Schlaf und Stress stehen nicht zufällig auf der Liste, und was ihr esst, entscheidet mit, in welchem Zustand das Gewebe ist, das euch den ganzen Tag trägt.

Der beste Arzt für dich bist du selbst. Beim Rücken merkt man das schneller als bei fast allem anderen.

11/09/2026

Es gibt einen Punkt unserer Gesundheit, bei dem wir fast alle das größte Potenzial nach oben haben, und ich nehme mich davon ausdrücklich nicht aus.

Dazu gibt es Studien, die mich bis heute beeindrucken. Man hat jungen Sportstudenten beide A**e oder beide Beine für drei Wochen eingegipst. In diesen drei Wochen haben sie jeden Tag 45 Minuten ein rein mentales Training gemacht. Die Studenten haben sich hingesetzt, den Arm im Gips, und haben trotzdem auf einer Seite ein Muskeltraining absolviert. Im Kopf. Sie wussten ja, wie sich das anfühlt, wie man den Bizeps spürt, wenn man dieses Training wirklich macht.

Drei Wochen lang haben sie das durchgezogen. Und was würde ein rein schulmedizinischer Blick sagen? Drei Wochen Gips, Muskel ist weg, so einfach ist das.

In diesen Studien war es nicht so. Man konnte einen deutlichen Unterschied erkennen, wie stark der Muskelabbau ausgefallen ist. Und das wurde nicht nur einmal gemacht, sondern mehrfach.

Mir ist wichtig, was daraus folgt, und was nicht. Es folgt daraus nicht, dass ihr euch euer Training künftig vorstellen könnt statt es zu machen. Es folgt daraus, dass zwischen eurem Kopf und eurem Körper deutlich mehr Verbindung besteht, als die meisten annehmen, und dass diese Verbindung in beide Richtungen funktioniert.

Genau deshalb gehört Mindset für mich zur Gesundheit dazu, und nicht in eine esoterische Ecke. Wenn allein die Vorstellung einer Bewegung messbar etwas verändert, dann verändert auch das etwas, was ihr euch tagein tagaus über euren Körper erzählt.

Und wenn ihr gerade tatsächlich verletzt seid oder etwas ruhiggestellt werden muss: das ist kein verlorener Monat. Ihr könnt in dieser Zeit mehr tun, als danebenzusitzen und zu warten.

Muss ich meinem Kind Supplements geben? Natürlich nicht, und in der Regel braucht es das auch nicht. Vitamin D und Omega...
10/09/2026

Muss ich meinem Kind Supplements geben? Natürlich nicht, und in der Regel braucht es das auch nicht. Vitamin D und Omega-3 ab dem Schulalter sind für mich die einzigen Ausnahmen, die ich grundsätzlich empfehle.

Viele von euch haben aber nach dem letzten Beitrag geschrieben und gefragt, was „in der Regel“ genau bedeutet. Deshalb möchte ich hier noch einmal differenzieren.

In der Regel heißt: bei gesunden Kindern. Die Realität sieht aber nicht immer so aus. Es gibt Kinder, denen es nicht gut geht, bei denen irgendetwas nicht stimmt, und oft ist es die Mutter, die das als Erste spürt. Dieser Hausverstand, diese Intuition einer Mutter für ihr Kind, ist etwas unglaublich Wertvolles, das wir viel zu wenig ernst nehmen. Wenn du als Mutter das Gefühl hast, dass deinem Kind etwas fehlt, dann vertrau diesem Gefühl.

Ein Beispiel, das ich häufig höre: Kinder, die im Kindergarten oder in der Kita jede Erkältung mitnehmen, die ständig krank sind und sich kaum erholen, bevor der nächste Infekt kommt. Auch da kann man durchaus über eine gezielte Supplementierung nachdenken, denn ein Immunsystem, dem etwas fehlt, kann sich nicht wehren.

Es geht dabei nicht darum, bei jedem Kleinkind ein großes Blutbild zu machen, das wäre utopisch. Es geht aber auch nicht darum, einfach ins Blaue hinein zu supplementieren, weil man irgendwo gelesen hat, dass dieses oder jenes Vitamin gerade empfohlen wird.

Es geht um den Einzelfall. Wenn bei einem Kind ein Mangel erkennbar ist, kann, darf und soll man handeln. In diesem Fall werden altersentsprechend dosierte Mikronährstoffe nicht schaden, sondern das Kind stärken.

Mir war diese Ergänzung wichtig, damit kein falscher Eindruck entsteht. Ich sage nicht, dass alle Kleinkinder Supplements brauchen. Und ich sage auch nicht, dass man das ignorieren soll, wenn ein Kind offensichtlich nicht gut versorgt ist.

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