14/10/2026
🧠❤️ Demenz und das veränderte Zeitgefühl – wenn die Vergangenheit zur Gegenwart wird
„Ich muss jetzt zur Arbeit, sonst komme ich zu spät!“
„Ich muss meine Kinder vom Kindergarten abholen!“
„Wann kommt meine Mutter endlich nach Hause?“
Solche Aussagen kennen viele Angehörige von Menschen mit Demenz.
Oft sorgen sie für Verwirrung, manchmal auch für Ungeduld.
Doch was steckt dahinter? ❤️
Bei einer Demenzerkrankung kann sich das Zeitgefühl stark verändern. Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen zunehmend. Erinnerungen, die Jahrzehnte zurückliegen, können sich plötzlich so lebendig anfühlen, als würden sie gerade stattfinden.
Eine 85-jährige Frau kann beispielsweise fest davon überzeugt sein, dass ihre kleinen Kinder auf sie warten.
Für sie ist dieses Gefühl in diesem Moment vollkommen real.
💚 Wie sollten wir damit umgehen?
Anstatt zu sagen: „Du bist doch schon lange in Pension!“ oder „Deine Mutter ist doch längst verstorben!“, können wir versuchen, die Gefühle hinter diesen Aussagen zu erkennen.
Vielleicht steckt dahinter das Bedürfnis, gebraucht zu werden, Verantwortung zu übernehmen oder sich sicher und geborgen zu fühlen.
🌷 Was hilft?
✔️ Ruhig und verständnisvoll bleiben.
✔️ Die Gefühle ernst nehmen, auch wenn die Aussage nicht der Realität entspricht.
✔️ Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.
✔️ Behutsam auf angenehme Erinnerungen oder vertraute Tätigkeiten eingehen.
✔️ Nicht jede falsche zeitliche Einordnung muss korrigiert werden.
❤️ Denn manchmal braucht ein Mensch mit Demenz keine Erklärung, welcher Tag heute ist, sondern jemanden, der versteht, in welcher Zeit er sich gerade befindet.
Unser Ziel sollte nicht sein, jede Erinnerung richtigzustellen, sondern den Menschen dort abzuholen, wo er sich emotional gerade befindet.
Melanie Pichler
Demenztraining mit Herz 🌷