10/05/2026
"Du sollst deine Feinde lieben."
Kennt jemand den Spruch? Ich habe es getan. Was habe ich investiert meine Feinde zu lieben. Sie so zu akzeptieren, wie sie sind. Leicht ist mir das nicht gefallen. Ich habe es getan. Warum? Weil ich es so gelernt habe. Gelernt in meiner Religion im katholischen Christentum.
Ein Buch von C.G. Jung "Psychologie und Religion" hat mich auf völlig neue Ideen gebracht. Die Zusammenhänge wurden mir völlig neu klar. Es ist zunächst eine etwas sarkastische Sichtweise. Der Blickwinkel vernetzt die Inhalte neu. Daraus ergiben sich Ergebnisse, die tatsächlich so in den Psychen unserer Spezies gespeichert sind. Wer weiß das schon so genau?
Ich will von vorne anfangen. Adam und Eva wurden aus dem Garten Eden vertrieben. Adam misstraute von da an seiner Eva. Eva misstraute den Tieren. Im Garten Eden dargestellt durch die Schlange. Beide waren vielleicht ärgerlich auf Gott. Wer weiß das schon so genau. Er hatte ihnen Dornen und Disteln auf dem Acker und schwere Arbeit nachgesagt. Ihr Leben verlief mit bitteren Abschnitten.
Nehme ich nun den Eingangs-Satz "Du sollst deine Feinde lieben." dazu, könnte ich es folgendermaßen sehen: Gott wurde wieder geliebt, weil er ihnen feindselig gesonnen war. Die Tiere, insbesondere die Schlange, wurde von der Frau wieder geliebt. Die Frau wurde wieder vom Mann geliebt.
"Ach wie schön hört sich das an."
Wenn nicht das große Misstrauen immer im Untergrund mitschwingen würde, wäre diese Liebe sogar vom Herzen her gegründet. Durch den Hinweis ist sie jedoch auf eine Ansage hin entstanden.
In mir scheint es so, dass nur noch die Feinde geliebt werden dürfen. Von Freunden ist da nichts geschrieben. Freunde waren Adam, Eva, Gott, die Tiere, die Schlange, der Garten mit den Bäumen, Blumen und Früchten gewesen. Das ist lange her. Und scheint nur von kurzer Dauer gewesen sein. Seine Freunde zu lieben ist vergessen worden. Sie zu mögen und gern zu haben. Mit ihnen zusammen im Paradies zu leben ist viel zu lange her. Es hatte einst Ku**er und Sorgen gebracht. Der Ablauf ist bekannt.
Wie ist die Welt mit den Menschen heute?
Je nach religiöser Prägung haben Individuen mehr Feinde als Freunde. Sie haben Gott verlassen. Und sie sind wieder zurück gekehrt zu Gott. Selbst war mir Gott immer gütig gesonnen. In Gesprächen mit anderen ist auch der strafende Gott vertreten. Mit ihren Partner wird gestritten und gekämpft, wer Recht hat. Wo zunächst die große Liebe gewesen war, wich diese Feindseligkeit und Kämpfen. Gerichte sorgen dafür, dass sich Eltern wohlwollend zueinander verhalten. "Hoch lebe die Tradition der alten Bibelgeschichte vom Miteinander."
Diese Verdrehtheit ist so subtil in den Menschen verankert. Bis heute.
Später im Ablauf der Zeit, lebte Jesus. Er empfahl den Zuhörern: "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst."
Hieraus lassen sich ganz viele neue Szenarien kreiieren.
1. Die Menschen lieben sich selbst und gehen entsprechend auf ihren Nächsten zu. Die Liebe wird geteilt und vermehrt sich.
2. Die Menschen hassen sich insgeheim und wollen ihren Nächsten lieben. Aus unerfindlichen Gründen gelingt dies nicht. Sie ziehen hassende Naturen an und lehnen diese ab. "Wie soll man denn solche Leute lieben?" Dass es sich um die Anziehungskräfte ihres eigenen Hasses handelt, ist unbekannt und nicht gewusst. Folge ist, dass der Satz für sie nicht stimmig ist.
3. Ein Individuum hat erkannt, dass es zunächst sich selbst lieben lernen muss. Es hat verstanden, dass es zuerst sich selbst der Nächste sein muss, um mit dieser Liebe zum Nächsten draußen zu gehen und mit ihm seine Liebe zu teilen. Diese Spezies ziehen geheilte, weise Naturen an, die sich selbst der Nächste sind und den Nächsten gegeüber ebenso.
Ich möchte zurück kommen zur Eingangsempfehlung, seine Feinde zu lieben.
Wer ist ein Feind?
Wo beginnt Feindseligkeit?
Wie wird jemand zum Feind?
Was hat dies mit der Liebe zu tun?
Zuerst einmal hilft hier Bewusstheit.
Uns bewusst darüber zu sein, dass wir uns neu besinnen können. Wir können die Anweisung neu formulieren: "Du sollst deine Freunde lieben."
Damit übernehmen wir Verantwortung für unsere guten Beziehungen.
Wir freuen uns, wenn wir uns sehen.
Wir zeigen offen, dass wir uns mögen.
Wir sind ein Team. Im Team sind wir gemeinsam stark.
Die Liebe fließt. Sie muss nicht extra betont werden.
Die Freude äußert sich im Lächeln und schönen Gedanken, Worten und Gesprächen.
Gesten von Zuneigung, Nähe und Vertrautheit vermitteln ein wohlfühlen und miteinander einssein.
In ihrer Gegenwart fühlen sich auch andere wohl.
Die Atmosphäre ist entspannt und leicht.
Vor eines möchte ich hier warnen:
Neid. Eifersucht.
Zwei unterschwellige Gefühlsregungen, die gerne weggedrückt werden. "Ich bin doch nicht neidisch."
Treten Neid und Missgunst auf, hat das einen guten Grund. Vielleicht ist es die Hingabe an den Feind zu lieben? Das Gute sabotieren um hinterher die zerbrochenen Bande zu lieben.
Oh weh. Das liest sich grotesk.
Ich bitte dich: Denke einmal darüber genauer nach. Schon manch einer hat des anderen Schönes zerstört um hinterher sich am Zerbrochenen zu laben. Dies ansprechen ist verboten. Wer es dennoch tut, hat gerade an der Zündschnur einer Bombe gezogen. Danach ist alles nur noch Schutt und Asche. Ob ein Wiederaufbau von etwas, das einst so schön begann, nochmal möglich ist, sei dahingestellt. In meinen Überlegungen müssten jetzt alle, die sich Personen zu Feinden gemacht haben, um sie lieben zu können, innerlich zufrieden fühlen. Wer weiß, ob da ein kleiner Kobolt in ihnen diese Katastrophe verursacht hat. Der Kobolt der katholisch-christlichen Erziehung.
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