26/06/2026
Im letzten Post ging es darum, dass dein Körper den ganzen Tag mehr sortiert, als dir oft bewusst ist. Geräusche, Licht, Stimmen, Nähe, Bildschirm, Raum, Körperhaltung, Atem. All das kommt bei dir an, auch wenn du gerade nur denkst, du müsstest einfach noch diese eine Sache fertig machen.
Manchmal merkst du erst an deiner Gereiztheit, dass dein System längst voll ist. Nicht dramatisch voll. Eher so, dass zu viele kleine Dinge übereinanderliegen und dein Körper innerlich einen Schritt zurückgeht, während du außen noch antwortest, nickst, weitermachst.
Diese Übung ist kein großer Reset. Sie ist eine kleine Rückkehr.
Lös für einen Moment den Blick vom Bildschirm und schau dich langsam um. Lass deine Augen irgendwo landen, wo es nicht zieht, nicht drückt, nicht sofort wieder etwas von dir will. Vielleicht ist es eine Farbe, eine Form, ein Stück Licht. Dann hör in den Raum hinein. Zwei Geräusche reichen. Eins nah, eins weiter weg. Und dann spür eine Kontaktfläche. Füße am Boden, Rücken am Stuhl, Hände auf den Oberschenkeln.
Mehr nicht.
Dein Körper bekommt damit etwas, das im Alltag oft fehlt: klare, einfache Information aus dem Jetzt. Dieser Raum. Dieser Boden. Dieser Atem.
Vielleicht wird nicht sofort alles ruhig. Muss es auch nicht. Aber manchmal verändert sich etwas Kleines. Der Blick wird weicher. Der Atem findet wieder mehr Platz. Innen entsteht ein bisschen mehr Abstand zwischen dir und dem ganzen Input.
Und genau da beginnt Regulation oft sehr unspektakulär. Nicht durch einen neuen Gedanken, sondern durch Orientierung.
Probier es heute einmal und frag deinen Körper danach: Was ist jetzt anders?
Speichere dir diese Übung für einen Tag, an dem dein System zu viel Input sortiert.