Gut geerdet

Gut geerdet Gut geerdet - Dr. Katja Sündermann
Ich möchte uns an unsere Erdung erinnern! Auch erlebte ich immer wieder Unfälle, die mich sehr aus der Erdung zogen.

Ich bin Ethnologin und habe mich schon immer für das Themenfeld Heil und Heilung interessiert. Bei meinen eigenen Meditationsbemühungen vor ca. 25 Jahren bin ich dann auf das Thema Erdung gestoßen: Mein Lehrer fand mich schrecklich ungeerdet und verordnete mir erst einmal Erdungsübungen. Deshalb habe ich das Thema irgendwann einmal "adoptiert" - es scheint mein Thema zu sein! 🙏

In den letzten Tagen kam bei mir nochmal das Thema Mutterschaft auf. Zuerst bin ich in die Verbindung zwischen meiner Mu...
19/06/2026

In den letzten Tagen kam bei mir nochmal das Thema Mutterschaft auf. Zuerst bin ich in die Verbindung zwischen meiner Mutter und mir als Kind gegangen. Danach öffnete sich das Feld meiner eigenen Mutterschaft, und ich ging so die Jahre durch.

Unser Sohn ist nun erwachsen und bereits seit zwei Jahren ausgezogen. Da er schon vorher viel auf Reisen war, verlief die Ablösung recht gemächlich. Und ich glaube, ich habe dieses Loslassen ganz gut gemeistert.

Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, und ich freue mich darüber, ihn auf seinem eigenen Weg zu sehen.

Dann war ich kurz traurig: Das Bemuttern, wie ich es kannte, ist weitgehend abgeschlossen.

Daraufhin öffnete sich plötzlich ein großer Raum und mein kindliches Ich stand vor mir. Und der Impuls kam: Jetzt darf ich mich selbst bemuttern. Diese Fürsorge, dieses Halten, das ich Jahre lang nach Außen gegeben habe, darf jetzt nach Innen fließen.

Zwar hatte ich mich immer bemüht, mich auch gut um mich selbst zu kümmern, aber jetzt fühlt es sich noch einmal ganz anders an.

Vielleicht ist dies eine der Aufgaben der zweiten Lebenshälfte: Wir dürfen uns uns selbst zuwenden und beschenken!

Loslassen bedeutet hier vielleicht nicht nur, unsere Kinder freizugeben, sondern auch bei uns selbst anzukommen.

Wie ergeht es dir mit diesem Thema?

-care

Bei Trauma denken die meisten an schlimme psychische Erfahrungen oder extreme Grenzsituationen. Doch Trauma kann auch du...
15/06/2026

Bei Trauma denken die meisten an schlimme psychische Erfahrungen oder extreme Grenzsituationen. Doch Trauma kann auch durch körperliche und gesundheitliche Erfahrungen entstehen:

Unfälle, Erschütterungen, Verletzungen, beängstigende körperliche Zustände, schmerzhafte Behandlungen und OPs und können ebenso tiefgreifende Spuren hinterlassen. All dies sind Momente von Kontrollverlust, die unser System überlasten können. Als Reaktion friert es die Erfahrung ein und spaltet die Emotionen ab – eine sinnvolle Einrichtung der Natur, um unser Überleben zu sichern.

Das Problem liegt nur darin, dass es nicht automatisch zu einer Auflösung kommt, sobald die Gefahr vorüber ist. Oft bleibt etwas in uns hängen und behindert uns am weiteren Leben. Und dies vielleicht ganz unbewusst, denn nach einem solchen Vorfall fühlen wir uns sowieso erst einmal ganz anders an.

Das Besondere an solchen physischen Traumatisierungen ist, dass wir sie wenig ernst nehmen, im Vergleich zu solchen mit klaren äußeren Tätern. Stattdessen bleibt häufig ein Zweifel an sich selbst und am eigenen Körper.

Da ich selbst schon öfter solche Formen von Traumatisierung erlebt habe, möchte ich dafür sensibilisieren. Nicht alarmieren - denn nicht jede negative Erfahrung ist ein Trauma -, aber einladen, auf dieser Ebene gut hinzuschauen.

Wichtig ist, solche Ereignisse von Anfang an ernst zu nehmen und sich natürliche Reaktionen wie Weinen oder Zittern zu erlauben: Der Körper reguliert sich selbst. Als Begleitperson kann man Betroffenen helfen, indem man DA ist und sie durch Halten erdet.

Bei Unfällen geht oft alles sehr schnell und der Aufruhr ist meist wenig dienlich, um bei sich selbst zu bleiben. Daher ist es umso wichtiger, sich im Nachhinein Raum zu geben und Reaktionen zuzulassen.

Dies geht auch noch Jahre später! Man kann immer wieder in die betroffenen Zonen hineinfühlen und die Gefühle zulassen. Und natürlich äußere Hilfe annehmen: manchmal hilft schon eine sensible Cranio-Sacral-Behandlung oder andere Formen der Körpertherapie, und natürlich Traumatherapien.

Mir selbst haben auch schamanische oder energetische Sitzungen geholfen: Es ist wie die Rückholung eines verlorenen Seelenanteils.

Wir leben in einer Welt, die uns ständig nach vorne zieht: Ziele, Pläne, Aktionismus. So leben wir vor allem aus der Vor...
09/06/2026

Wir leben in einer Welt, die uns ständig nach vorne zieht: Ziele, Pläne, Aktionismus. So leben wir vor allem aus der Vorderseite unseres Körpers heraus. Doch was ist mit der Rückseite?

Deine Rückseite – dein Rücken, deine Wirbelsäule, dein Nacken – ist nicht nur ein wichtiger körperlicher Teil von dir, sie ist dein unsichtbares Fundament!

֍ Sie repräsentiert die Vergangenheit und deine Ressourcen. Alles, was du schon geschafft hast, steckt in deinem Rücken: deine Erfahrungen, deine Stärke, deine Wurzeln – und auch die Unterstützung deiner Ahnen.
֍ Sie gibt dir Sicherheit und Rückhalt: die Kraft, die dich hält, auch wenn du es nicht immer spürst.
֍ Sie ermöglicht Vertrauen: in dich selbst, in das Leben, in das, was kommt.
֍ Sie ermutigt dich, dich in Ruhe zurück zu lehnen und zu empfangen. Dabei kannst du eine offene Haltung einnehmen – jenseits von allen automatisierten Reaktionsmustern.

Deshalb lohnt es sich, die Rückseite mehr ins Bewusstsein zu holen:

֍ Atme tief in den Rücken ein. Stell dir vor, wie dein Atem deinen Rücken weitet und stärkt.
 Lehne dich gegen eine Wand oder einen Baum. Spüre, wie sie dich halten. Nimmst du den Rückhalt wahr?
 Gehe im Liegen mit dem Bewusstsein in deine Rückseite: Spürst du, wie sie aufliegt? Wie die Erde sie hält?
֍ Lege eine Hand auf deinen Rücken. Spüre die Wärme deiner Hand. Lass sie mit dem Rücken verschmelzen.
֍ Übe den "kleinen Energiekreislauf": Beim Einatem gehst du imaginär den Weg vom Steißbein über deine Rückseite hoch bis zum Scheitel, beim Ausatem deine Vorderseite hinunter bis zum Schambein. Versuche dabei, die Körperstellen ganz bewusst wahrzunehmen. Dafür kannst du die Übung natürlich auch vom Atem entkoppeln.
֍ Stell dir vor, dein Rücken ist ein Scheunentor. Öffne beide Flügeltüren und lass von hinten die Sonne hineinscheinen.
֍ Massiere deine Hinterbeine: hier stecken oft tiefe Verspannungen.
֍ Lass dir öfter Nacken und Rücken massieren oder nutze Faszienrollen etc.
֍ Versuche, mit dem Rücken wahrzunehmen. Setz dich dazu z.B. an einen belebten Ort und fühle das Treiben hinter dir.

Wie nimmst du deine Rückseite wahr? Hast du weitere Ideen?

Es gibt keine perfekten Eltern, denn Eltern sind auch nur Menschen - mit ihren Stärken und Schwächen. Und diese Schwäche...
07/06/2026

Es gibt keine perfekten Eltern, denn Eltern sind auch nur Menschen - mit ihren Stärken und Schwächen. Und diese Schwächen können für Kinder verletzend und prägend sein. So trägt jeder von uns gewisse Wunden in sich.

Das Leben bietet uns immer wieder Gelegenheiten, diese Wunden zu erkennen, ihnen Raum zu geben und sie liebevoll zu versorgen. Dieser Schritt ist wichtig, denn nur was gefühlt wird, kann heilen.

Doch manchmal haben wir bereits viel an uns gearbeitet und es bleibt trotzdem etwas zurück - und wenn es nur die unbewusste Identifikation mit der eigenen Geschichte ist. Dann erzählen wir uns weiterhin "Kein Wunder, dass ich dieses oder jenes Problem in meinem Leben habe."

Irgendwann dürfen wir auch diese Perspektive loslassen – nicht weil unsere Erfahrungen unwichtig waren, sondern weil wir mehr sind als das, was uns widerfahren ist.

Für diesen Schritt kann die folgende Übung hilfreich sein:

• Stelle dir vor, wie deine Mutter hinter dir steht. Sieh sie mit all ihren Stärken und Schwächen.
• Erkenne nun, dass dieses Bild nur ein Ausschnitt dessen ist, was sie in ihrer Tiefe und Ganzheit ist. Lass sie in deiner Vorstellung immer vollständiger werden, bis sie sich als reines liebevolles Bewusstsein zeigt. Falls dir das schwerfällt, bitte eine höhere Instanz oder das Leben selbst, sie zu segnen.
• Spüre, wie sie dich von hinten liebevoll hält – mit ihrer Kraft, ihrer Liebe und mit dem Wunsch, dass Heilung geschehen darf.
• Wenn es sich stimmig anfühlt, lass dich von dieser Liebe tragen. Wenn nicht, lausche nach innen. Was braucht es noch? Vielleicht einfach noch mehr Zeit.
• Stell dir das gleiche mit deinem Vater vor. Wenn beide hinter dir stehen und du dich in ihre Liebe fallen lassen kannst, dürfen alten Lasten schmelzen.
• Nun treten deine Großeltern hinzu. Sie zeigen sich ebenfalls in ihrer Ganzheit und halten deine Eltern. Spüre, wie diese sich erleichtert zurücklehnen dürfen.
• Gehe weiter zurück, Generation um Generation. Auch wenn du deine Ahnen nicht kennst, bist du mit ihnen verbunden. Jedes Loslassen wirkt sich direkt auf dich aus!
• Spüre die ganze Kette der Menschen hinter dir. Genieße den Frieden und die Verbundenheit! Und die enorme Kraft!

Viele Frauen erleben in den Wechseljahren, dass sie sich plötzlich weniger geerdet fühlen. Denn die hormonellen Veränder...
04/06/2026

Viele Frauen erleben in den Wechseljahren, dass sie sich plötzlich weniger geerdet fühlen. Denn die hormonellen Veränderungen wirken nicht nur auf den Zyklus, sondern auch auf das Nervensystem, den Schlaf, die Stressregulation und die emotionale Stabilität:

Das System wird empfindlicher, Reize kommen ungefilterter an, alte Sicherheiten beginnen zu wackeln. Solche Umbrüche erleben wir erst einmal als Ungleichgewicht, das uns aus unserer Verankerung zieht.

Und gleichzeitig sind die Wechseljahre auch eine Zeit der Neuorientierung. Vieles fühlt sich nicht mehr stimmig an: Wir spüren, dass wir immer weniger gefallen, weniger funktionieren, weniger Kompromisse eingehen möchten. Wir dürfen so viel loslassen!

Stattdessen möchten wir immer mehr wir selbst sein: Es ist, als ziehe sich etwas aus dem Außen zurück und suche eine tiefere Verbindung nach Innen.

Und diese Suche nach unserer neuen Mitte kann zu einer neuen, tieferen Form der Erdung führen.

Gerade deshalb wird Erdung in dieser Lebensphase so wichtig:

über den Körper,
über den Atem,
über die Füße auf der Erde,
über die Natur,
über Rhythmus und Ruhe.

Nicht als Technik, sondern als Einladung, immer mehr in uns selbst anzukommen.

So sind die Wechseljahre nicht nur eine Zeit des Wandels, sondern der Verkörperung.

Wenn ich hier über Erdung schreibe, geht es meist um den persönlichen Bereich: um Entspannung, Meditation, Körperwahrneh...
31/05/2026

Wenn ich hier über Erdung schreibe, geht es meist um den persönlichen Bereich: um Entspannung, Meditation, Körperwahrnehmung und Naturverbundenheit.

Doch für mich hat Erdung auch eine politische Dimension: Denn die Art, wie wir leben, arbeiten und miteinander umgehen, entsteht nicht im luftleeren Raum. Wir wachsen in Strukturen auf, die bestimmte Fähigkeiten fördern und andere eher verdrängen.

Über Jahrhunderte wurden Qualitäten wie Leistung, Kontrolle, Funktionieren und ständiges Wachstum höher bewertet als Verbundenheit, Körperwissen, Empfänglichkeit und ein Leben im Einklang mit natürlichen Rhythmen.

Gleichzeitig entstand eine zunehmende Entfremdung:
von der Erde,
von der Natur,
vom Körper,
von unseren Gefühlen
und oft auch voneinander.

Deshalb ist Erdung für mich weit mehr als eine Methode zur Entspannung:

Immer wenn wir uns selbst fühlen,
in unseren Körper hinein spüren,
uns mit der Natur und der Erde unter unseren Füßen verbinden,
wenn wir für uns selbst und unsere wirklichen Bedürfnisse eintreten,

schaffen wir wieder ein Stück Verbindung und heilen damit die Trennung – in uns selbst wie auch im Außen.

In diesem Sinne hilft Erdung nicht nur unserem eigenen Wohlbefinden, sie kann auch ein stiller politischer Akt sein.





Ich liebe die Zeit, wenn die Rosen blühen! 🌹In meinem Garten wachsen verschiedene wilde und historische Sorten, die alle...
30/05/2026

Ich liebe die Zeit, wenn die Rosen blühen! 🌹In meinem Garten wachsen verschiedene wilde und historische Sorten, die allesamt wunderbar duften.

Da gestern Unwetter angesagt waren, habe ich mich mit gutem Gewissen an die Ernte gemacht. Denn normalerweise tut es mir immer leid, die wunderschönen Blüten abzuschneiden.

Die historischen Sorten eignen sich gut zur Verarbeitung in der Küche. Ich stelle daraus Rosengelee, Sirup und Pesto her, setze ein Hautöl an und trockne die Blüten für Tee.

Die Beschäftigung mit den Rosen ist unglaublich wohltuend. Der wunderbare Duft begleitet alle Arbeitsschritte. Für mich bedeutet das pure Fülle! 🙏🌹🌹🌹

Normalerweise werbe ich bei meinen Erdungsübungen nicht damit, dass sie besonders einfach sind. Doch diese hier ist es w...
24/05/2026

Normalerweise werbe ich bei meinen Erdungsübungen nicht damit, dass sie besonders einfach sind. Doch diese hier ist es wirklich!

Du brauchst nur einen schweren Gegenstand – ein Buch, ein Stein, eine Kiste – etwas, das du hochheben und auf das du dich stellen kannst. Und das ist auch schon alles.

So geht’s:

Nimm den Gegenstand in deine Hände und spüre, wie schwer er ist.

Stelle ihn dann auf den Boden und stell dich darauf. Fühle in deinen Körper und beobachte die Wirkung.

Bei mir wirkt diese Übung wie ein Wunder:
Durch das Erspüren der Schwere nehme ich meinen Körper in Verbindung mit der Erde als schwer und präsent wahr – und fühle mich direkt wunderbar geerdet!

Probier’s mal aus!

Ich wünsche dir schöne Pfingsttage 🌹 – bleib geerdet bei diesen wunderbaren Energien!

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