Gut geerdet

Gut geerdet Gut geerdet - Dr. Katja Sündermann
Ich möchte uns an unsere Erdung erinnern! Auch erlebte ich immer wieder Unfälle, die mich sehr aus der Erdung zogen.

Ich bin Ethnologin und habe mich schon immer für das Themenfeld Heil und Heilung interessiert. Bei meinen eigenen Meditationsbemühungen vor ca. 25 Jahren bin ich dann auf das Thema Erdung gestoßen: Mein Lehrer fand mich schrecklich ungeerdet und verordnete mir erst einmal Erdungsübungen. Deshalb habe ich das Thema irgendwann einmal "adoptiert" - es scheint mein Thema zu sein! 🙏

Unsere Gesellschaft ist stark auf das Erlangen des "Glückshormons" Dopamin geprägt. Dieses wird ausgeschüttet, wenn wir ...
03/09/2026

Unsere Gesellschaft ist stark auf das Erlangen des "Glückshormons" Dopamin geprägt. Dieses wird ausgeschüttet, wenn wir uns in einer Erwartungssituation befinden – also vor dem Erhalt des eigentlichen Reizes.

Dieses Gefühl kennen wir sicher alle: Wir freuen uns auf ein Paket mit bestellten Waren oder auf ein bevorstehendes Event. Oder scrollen voller Erwartung durch Social Media - überall könnte etwas Spannendes auf uns warten.

Dabei ist dieses Gefühl viel wichtiger als die tatsächliche Erfüllung. Wenn danach Ernüchterung und Enttäuschung auftritt, liegt dies also nicht unbedingt an der mangelnden Qualität des Erlangten, sondern daran, dass wir schon wieder auf der Suche nach dem nächsten Dopamin-Kick sind. So entsteht ein paradoxes Muster, das das Streben belohnt, aber die Erfüllung, das Ankommen nicht.

Wichtig: Dieses Prinzip kann auch im geistigen Bereich wirken, wenn wir ständig auf der Suche nach der nächsten Erkenntnis oder Einsicht sind, und im spirituellen Bereich nach der nächsten tollen Erfahrung.

Dem gegenüber steht das Prinzip des Ankommens: alles was da ist, wahrzunehmen und zu genießen. Dies fällt uns viel schwerer - ein Paradoxon, denn genau dies verspricht uns das obere Prinzip ja eigentlich. Aber wir kommen nicht dazu, denn dazu müssten wir erst einmal mit dem Jagen aufhören.

Und still werden, wahrnehmen, empfangen. Nicht unbedingt nichts tun, aber die Dinge auf eine andere Art tun:

- Einen Spaziergang machen und - statt Kilometer ablaufen - wirklich hinspüren, wie die Landschaft wirkt, wie der Körper, das Innere reagiert.

- Einem Menschen begegnen und – statt einen Termin abhaken – wirklich zuhören, sich öffnen, die Begegnung genießen.

- Ein Essen kochen und – statt eine Aufgabe abhaken – mit allen Sinnen dabei sein, insbesondere beim Genießen.

Der große Unterschied: Es entwickelt sich ein Gefühl von Genug-Sein, von Fülle. Andere Botenstoffe können wirksam werden: Oxytocin, wenn Verbundenheit auftritt. Serotonin, wenn sich Zufriedenheit einstellt statt Verlangen. GABA, wenn der Körper loslassen kann, statt weiter zu jagen.
Auch sie sind lebenswichtig – nur eben auf eine leisere, nährendere Art.

Also: Dasein und genießen!

Heute bin ich ein wenig in die Geschichte unserer Erde eingetaucht. Anlässlich eines wunderschönen Fossils, das ich kürz...
29/08/2026

Heute bin ich ein wenig in die Geschichte unserer Erde eingetaucht. Anlässlich eines wunderschönen Fossils, das ich kürzlich erhalten habe, möchte ich euch ins Karbon mitnehmen: rund 300 Millionen Jahre zurück.

Auf dem Stein zu sehen sind die zarten, gefiederten Wedel eines Baumfarns sowie das Fragment eines Schachtelhalm-Vorfahren (Calamites) – damals kein kleines Kraut wie heute, sondern ein baumhoher Riese. Beide wuchsen in einem feuchten tropischen Sumpfwald im Osnabrücker Land. Als sie abstarben, sanken sie ins sauerstoffarme Sumpfwasser, wurden von Schlamm bedeckt und über Jahrmillionen unter Druck und Hitze zu Stein gepresst – nur ihr Abdruck blieb als stille Erinnerung erhalten.

Vor rund 80 Millionen Jahren drang dann tief unter der Region glühendes Magma ein, ohne je auszubrechen. Diese verborgene Hitze hat das Gestein zusätzlich "nachgebrannt" und ihm diesen silbrig-metallischen Glanz verliehen, der es so besonders macht.

Was mich daran wirklich ergreift: der Abdruck eines Lebewesens, das vor einer Zeitspanne existierte, die sich mit meinem menschlichen Bewusstsein nicht einmal ansatzweise erfassen lässt. Ein Relikt aus so uralten Tagen der Erde erfüllt mich mit tiefer Ehrfurcht.

Und ebenso faszinierend: die Geschichte des Gesteins selbst – über das man sich im Alltag kaum Gedanken macht. Wie es sich schichtweise aufgebaut hat, was es alles "erlebt" hat, wie oft sich Landschaften, Klima und Leben hier verändert haben – während der Boden unter uns für uns wie ein unveränderliches Gesetz erscheint. Dabei trägt er eine solch alte Geschichte!

Wie schön, dass dieses Fossil so viel zu erzählen hat!

Das war ein Lieblingssatz meines Meditationslehrers während der Meditation, um uns auf unseren Zustand aufmerksam zu mac...
22/08/2026

Das war ein Lieblingssatz meines Meditationslehrers während der Meditation, um uns auf unseren Zustand aufmerksam zu machen, in diesem Moment reines Bewusstsein zu sein. Ein Bewusstsein, das die Dinge wahrnimmt ohne sie zu bewerten: Gedanken, Gefühle, körperliche Empfindungen, alles darf kommen und gehen.

Die Meditation ist ein gutes Training, diesen Zustand zu erfahren. Ziel ist jedoch, uns auch im Alltag immer wieder daran zu erinnern: Wir sind reines Bewusstsein, das das Menschsein erlebt, das Leben in einem Körper, das Leben in der physischen Welt. Und wir erleben unsere Reaktionen auf diese Welt: unsere Emotionen und alles, was uns innerlich bewegt.

In unserem Alltagsleben sind wir oft mit Fragmenten beschäftigt: Wir erleben unseren Körper als schmerzhaft – und schon identifizieren wir uns mit dem Schmerz. Wir haben eine Begegnung, die uns verletzt – und schon identifizieren wir uns mit dieser Verletzung. Diese Identifikationen ziehen uns regelmäßig aus dem Gewahrsein.

Aber auch dies ist eine Sache, die wir in Ruhe beobachten können. Denn das Gewahrsein ist zwar überlagert, aber im Hintergrund stets da. Und wir dürfen immer wieder dorthin zurückfinden – egal wie tief wir verstrickt sind. Wir dürfen uns wieder daran erinnern, dass wir nicht nur unser Körper sind, nicht nur unser Geist, nicht nur unsere Emotionen. Nicht weil diese Dinge schlecht sind, sondern weil wir so viel mehr sind. Und im Gegenteil können wir uns im Zustand des Gewahrseins erlauben, diese Dinge in Ruhe anzusehen und ihnen Raum zu geben. Und dies bedeutet gleichzeitig, sie wieder loszulassen.

Wir dürfen das Gewahrsein nur nicht mit dem inneren Beobachter in uns verwechseln, der all unsere Gedanken und Handlungen kontrolliert und bewertet. Diese Instanz ist oft aus unserem Verletztsein heraus entstanden, um uns vor weiteren Angriffen zu schützen. Und dann gibt es noch die Stimme des Verstands, die alles Revue passieren lässt und überdenkt – und uns damit eher aus dem Gewahrsein forttreibt.

Das Gewahrsein kommentiert nicht, es ist frei von Bewertung, es ist neutral bis liebevoll zugewandt. Es bewertet auch unsere vielen Eskapaden nicht: Es möchte einfach das Menschsein erfahren.

Im Gegensatz zu vielen hochsensiblen Menschen hatte ich das Glück, immer Gleichgesinnte um mich zu haben, schon als Hera...
12/08/2026

Im Gegensatz zu vielen hochsensiblen Menschen hatte ich das Glück, immer Gleichgesinnte um mich zu haben, schon als Heranwachsende.

Natürlich gab es in den 80er Jahren noch keine Konzepte von Hochsensibilität – ich bin erst viel später in meinem Leben darauf gestoßen. Aber aus der heutigen Sicht würde ich viele meiner Freund*innen auch ein bisschen so einordnen.

Das hatte den Vorteil, dass ich nie unter dem Gefühl litt, ausgegrenzt oder abgestempelt zu werden. Ich empfand meine Daseinsweise und meine Sicht auf die Dinge schlichtweg als normal.

Dies hatte allerdings den Nachteil, dass wir unsere Sichtweise zum allgemeinen Maßstab machten und eher andere Menschen abwerteten, die weniger bewusst lebten, weniger nachdachten, weniger sensibel waren. Menschen, die offensichtlich in ihren Mustern gefangen waren und offensichtlich kein Bestreben hatten, etwas daran zu ändern. Und insbesondere Menschen, die stark nach Sicherheit strebten, statt die Welt zu entdecken.

Zu meiner Entschuldigung muss ich hinzufügen, dass ich noch sehr jung war und damals eine gewisse Aufbruchstimmung herrschte: Viele Menschen begannen, sich für Yoga und Meditation zu interessieren, für verschiedene Therapieformen und für Persönlichkeitsentwicklung. Aber eben nicht alle.

Und natürlich geht man erst einmal von sich selbst aus, bis man irgendwann einmal bemerkt, dass andere Menschen ganz anders ticken. Und dies kein Mangel sein muss, sondern eben eine andere Art zu sein, zu denken, zu fühlen - auch wenn man selbst nicht alles nachvollziehen kann.

Denn von den anderen erwartet man ja auch Verständnis und Akzeptanz. Gerade viele Hochsensible leiden darunter, wenn sie diese nicht erhalten. Daher sollten sie den Spieß nicht umdrehen und andere dafür abwerten, dass sie weniger wahrnehmen und fühlen.

Ich tappe immer wieder in diese Falle, aber merke es schneller und übe mich in Toleranz.

Denn es geht um menschliche Vielfalt und dass jeder das Recht hat so zu sein, wie sise oder er ist. Nur so gelangen wir zu wirklicher Verbundenheit.

Kennst du diese Falle auch?

Wie würde dein ganz persönlicher innerer Garten aussehen? Vielleicht gibt es dort einen alten Baum, unter dem du verweil...
08/08/2026

Wie würde dein ganz persönlicher innerer Garten aussehen? Vielleicht gibt es dort einen alten Baum, unter dem du verweilen möchtest. Einen stillen Ort im Schattengarten, eine gemütliche Feuerstelle?

Mein neues Buch "Dein innerer Heilgarten" lädt dazu ein, solche inneren Bilder zu entdecken und deinen ganz persönlichen Ort in deiner Vorstellungswelt entstehen zu lassen und zu gestalten.

Dabei führt es durch verschiedene Gartenräume und lässt Naturelemente, Tiere und archetypische Wesen lebendig werden. Atmosphärische Beschreibungen und Bilder verbinden sich mit kleinen meditativen Impulsen. So entsteht ein innerer Ort, der immer wieder aufgesucht werden kann – zum Innehalten und Kraftschöpfen.

48 Seiten · PDF · 5 €

Jetzt entdecken!

Mein neues Buch ist fertig! 🙏 Puh, das war noch ein Akt! 😮‍💨 Ich habe gestern den ganzen Tag gebraucht, um es auf eine V...
05/08/2026

Mein neues Buch ist fertig! 🙏 Puh, das war noch ein Akt! 😮‍💨 Ich habe gestern den ganzen Tag gebraucht, um es auf eine Verkaufsplattform zu bringen - eigentlich um Zeit zu sparen 😄… Aber nun ist es vollbracht und dort bestellbar.

Denn dieses Mal habe ich mich für eine pdf-Datei entschieden. Das hat mir mehr Freiheit bei der Gestaltung gelassen: Ich konnte das Buch großzügig anlegen und mit vielen Bildern und Farben gestalten, was sehr gut zu dem eher meditativen Text passt. So ist es ganz anders geworden als mein Buch "Gut geerdet": leicht und ruhig – ein Büchlein zum Eintauchen und Verweilen. Und ich kann es zu dem erschwinglichen Preis von 5 Euro anbieten.

Die Idee zum Buch ist übrigens durch einen Beitrag auf Facebook und Instagram entstanden. Vor ca. einem Jahr habe ich einen Beitrag über die Gestaltung eines inneren Heilgartens gepostet, da ich selbst sehr gerne mit dieser Methode arbeite. Beim Schreiben stellte ich fest, dass sich das alles nicht in ein paar Zeilen erzählen lässt. So begann ich ausführlicher zu schreiben – und nun ist ein kleines Buch entstanden.

Dieses begleitet die Leser*innen auf dem Weg, ihren eigenen inneren Heilgarten zu entdecken und zu gestalten: mit verschiedenen Gartenräumen und Naturelementen, mit Orten der Ruhe, der Fülle und Lebenskraft. Dort können sie auch Tieren und archetypischen Wesen begegnen, die ihnen hilfreich zur Seite stehen. Die atmosphärischen Beschreibungen regen die Vorstellungskraft an und lassen einen ganz individuellen inneren Ort der Ruhe und Heilung entstehen.

Wenn ihr neugierig geworden seid und Lust habt, euren eigenen inneren Heilgarten weiter zu erkunden, findet ihr das Buch hier:

https://payhip.com/b/zaXgh

Heute war ich zum ersten Mal nach meinem Urlaub wieder im Park und habe meine übliche Runde gedreht. Dabei habe ich beme...
04/08/2026

Heute war ich zum ersten Mal nach meinem Urlaub wieder im Park und habe meine übliche Runde gedreht. Dabei habe ich bemerkt: Nicht nur die Natur hat sich verändert – auch ich selbst.

Ich habe die Dinge anders wahrgenommen als sonst: die Bäume, den See, die Landschaft. Mir sind andere Dinge aufgefallen, und ich habe mich von anderem angesprochen gefühlt. Ich kann gerade gar nicht in Worte fassen, was es genau ist, und vielleicht ist das auch gar nicht nötig.

Denn worauf ich hinaus möchte: Ohne diesen vertrauten Spiegel des Parks hätte ich diese Veränderung in mir vielleicht gar nicht so deutlich gespürt. Das macht mir wieder deutlich: Die Begegnung mit der Natur (und überhaupt der Außenwelt) ist immer auch ein Spiegel unserer selbst. Was wir wahrnehmen, was uns auffällt, was wir suchen – all dies verrät uns so viel über uns selbst!

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