31/03/2026
🌊 Johanna & Haigi – Ein Morgen, der schwer beginnt
Johanna wird wach.
Langsam.
Noch bevor sie die Augen richtig öffnet,
merkt sie es schon.
🌊
Heute fühlt sich ihr Körper…
nicht ganz bereit an.
Nicht krank.
Aber auch nicht fit.
Sie bleibt noch einen Moment liegen.
Die Decke ist warm.
Der Raum still.
Dann setzt sie sich auf.
„Aufstehen“, sagt eine
Stimme von draußen.
Johanna steht auf.
Langsam.
In der Küche steht das Frühstück bereit.
Brot.
Müsli.
Vielleicht Joghurt.
Johanna schaut drauf.
Und plötzlich wird es schwer.
Was soll sie nehmen?
Brot fühlt sich trocken an.
Müsli zu laut im Mund.
Joghurt… zu glitschig.
Allein der Gedanke daran
lässt ihren Körper zusammenziehen.
„Ich hab keinen Hunger“, sagt sie leise.
Haigi ist da.
Ganz nah.
Er sagt nichts.
„Johanna, du musst aber was essen, dein Körper braucht Energie um fit zu werden." flüstert Mama ihr leise zu.
Johanna setzt sich hin.
Und steht wieder auf.
Der nächste Schritt wartet schon.
Anziehen.
Sie steht vor ihrem Schrank.
Zu viele Sachen.
Zu viele Entscheidungen.
Das Gefühl in ihr wird schwerer.
Sie nimmt etwas.
Zieht es an.
Und sofort…
fängt ihr Körper an zu kribbeln.
Der Stoff an ihrer Haut.
Die Nähte.
Das Gefühl am Bauch.
Es ist zu viel.
Johanna zieht das Shirt wieder aus.
Atmet schneller.
„Zieh dich bitte an“, kommt es von draußen.
Johanna versucht es nochmal.
Aber ihr Körper macht nicht mit.
Dann kommt das Nächste.
„Zähneputzen.“
Johanna bleibt stehen. Ihr Körper friert ein. Aber ihr Kopf rennt weiter.
Zahnpasta.
Der Geschmack.
Die Konsistenz.
Die Zahnbürste.
Das Geräusch im Kopf.
Die Berührung im Mund.
Die Nerven, die plötzlich alle wach werden.
„Ich will das nicht“, sagt sie leise.
Sie geht nicht ins Bad.
„Johanna, komm bitte, wir müssen bald los und du hast noch nichts gegessen, meine Zähne geputzt und angezogen bist du auch noch nicht.“
Sie bleibt stehen.
In ihrem Kopf wird es voller.
Wie wird der Tag heute?
Was erwartet mich?
Wird es laut?
Wird etwas anders sein?
Schaffe ich das überhaupt?
Die Gedanken drehen sich.
Immer schneller.
Und gleichzeitig…
wird sie wieder müde.
Zu müde für all das.
„Johanna, noch 5 Minuten, dann müssen wir los!“
Und plötzlich…
kippt es.
Johanna reißt sich die Kleidung vom Körper.
„Ich will das nicht!!“
Sie schreit.
Nicht, weil sie nicht will.
Sondern weil gerade
alles zu viel ist.
Haigi ist da.
Ganz nah.
Und der Morgen…
fühlt sich an
wie ein Sturm,
der schon längst im vollen gange ist, obwohl der Tag gerade erst gestartet ist. 🌊💙
💡👉🌊💙
Für viele ist ein Morgen einfach…
👉 aufstehen
👉 frühstücken
👉 anziehen
👉 losgehen
💙 Alles ganz normal.
Für Johanna fühlt sich dieser Morgen anders an.
Wie ein Rucksack…
der sich schon füllt,
bevor sie überhaupt losgegangen ist.
👉 Frühstück bedeutet nicht nur Essen
sondern Entscheidungen
Gefühle
Reize
👉 Anziehen bedeutet nicht nur Kleidung
sondern Spüren
Bewerten
Aushalten
👉 Zähneputzen ist nicht einfach Routine
sondern Geschmack
Geräusch
Berührung
Und während wir von außen sehen:
👉 „Sie macht nicht mit“
👉 „Sie trödelt“
👉 „Sie will einfach nicht“
passiert innen etwas ganz anderes.
Der Kopf wird voller.
Der Körper unruhiger.
Das System arbeitet…
auf Hochtouren.
Und irgendwann…
kippt es.
Nicht, weil Johanna nicht will.
Sondern weil sie nicht mehr kann.
🌊
Und vielleicht ist genau das der Moment,
in dem wir unseren Blick verändern dürfen.
Nicht:
❌ „Warum klappt das schon wieder nicht?“
❌ „Sie muss doch einfach nur…“
Sondern:
✨ „Wow… dieser Morgen ist gerade richtig viel für sie.“
✨ „Kein Wunder, dass ihr System überlastet ist.“
✨ „Was braucht Johanna jetzt, damit es leichter wird?“
💙 Weniger Druck
💙 Mehr Führung
💙 Mehr Vorhersehbarkeit
💙 Mehr Verständnis für das, was wir nicht sehen
💙 Denn manchmal ist Verhalten kein Problem…
sondern ein Signal
🌊
Und wenn wir jetzt einmal auf Haigi schauen... Na welche Rolle spielt er?