06/12/2025
Es gibt Entscheidungen in der Führung,
die einem das Herz brechen.
Ich musste einmal einen Mitarbeiter entlassen,
der jahrelang Seite an Seite mit meinem Vater gearbeitet hatte.
Die beiden waren ein Team, das es so nur einmal gab.
Mit dem Tod meines Vaters zerbrach auch die Struktur,
die diesen Menschen getragen hat.
Zum ersten Mal musste er allein arbeiten.
Ohne die enge Begleitung.
Ohne das tägliche Feedback.
Und ich sah, wie schwer es ihm fiel.
Wie er den Ansprüchen immer weniger gerecht wurde.
Ich wollte diese Entscheidung nicht treffen.
Ich hatte Angst, ihm Unrecht zu tun.
Angst, die „Böse“ zu sein.
Angst vor den Konsequenzen.
Aber irgendwann wurde mir klar:
Jemanden in einer Struktur zu lassen,
von der du weißt, dass sie ihn überfordert,
ist die eigentliche Grausamkeit.
Also tat ich, was notwendig war auch wenn jeder Teil in mir sich dagegen wehrte und ich das Gewicht dieser Entscheidung noch monatelang mit mir herumgetragen habe.
Und zwei Jahre später erhielt ich eine E-Mail.
Er schrieb mir, dass er dankbar sei.
Dass er von sich aus niemals losgelassen hätte.
Dass diese Entscheidung ihn befreit hat.
In diesem Moment habe ich verstanden:
Führung ist nicht die Entscheidung,
die sich gut anfühlt.
Führung ist die Entscheidung,
die jemanden schützt –
auch wenn er es erst viel später erkennt.
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