Die Venendocs

Die Venendocs Die Venendocs – Der Podcast für Gefäßmedizin mit Herz und Verstand 🎧🎧🎧
Prof. Dr. Kahle und Prof.

Dr. Reich-Schupke bieten Expertenwissen im Plauderton für Krampfadern, Thrombose, Lymphödem, Lipödem, pAVK und Co. 🎧🎧🎧

Venendocs -Der Podcast für Gefäßmedizin mit Herz und Verstand🎙️ Die kreative Pause ist vorbei!Wir haben die freie Zeit g...
03/09/2026

Venendocs -
Der Podcast für Gefäßmedizin mit Herz und Verstand

🎙️ Die kreative Pause ist vorbei!

Wir haben die freie Zeit genutzt, neue Ideen gesammelt und sind bereits mitten in der Planung weiterer Episoden.

Freut Euch ab Januar 2027 auf brandneue Folgen, spannende News und die eine oder andere Überraschung! 💙 ❤️

Bis dahin hört gerne rein in unserer Podcast-Bibliothek unter www.venendocs.de

Wir freuen uns auf Euch!

Eure Venendocs

Krebs überstanden – Thromboserisiko weiterhin erhöhtEine Krebserkrankung kann das Risiko für venöse Thromboembolien offe...
01/09/2026

Krebs überstanden – Thromboserisiko weiterhin erhöht

Eine Krebserkrankung kann das Risiko für venöse Thromboembolien offenbar noch viele Jahre später beeinflussen.

Eine große dänische Registerstudie untersuchte 222.297 Menschen, die ihre Krebserkrankung seit mindestens fünf Jahren überlebt hatten. Im Vergleich zu Personen ohne Krebsvorgeschichte war ihre Rate venöser Thromboembolien weiterhin um 85 Prozent erhöht. Dieser Zusammenhang zeigte sich bei allen 21 untersuchten Tumorarten.

Relativ am stärksten ausgeprägt war das erhöhte Risiko bei Menschen unter 50 Jahren.

Wichtig: Aus dieser Beobachtungsstudie lässt sich keine Empfehlung für eine routinemäßige medikamentöse Langzeitprophylaxe ableiten. Sie zeigt aber, dass eine zurückliegende Krebserkrankung auch Jahre später anamnestisch relevant bleibt.

Bei neu aufgetretener einseitiger Beinschwellung, Schmerzen oder Thromboseverdacht sollte deshalb immer auch nach früheren Tumorerkrankungen gefragt werden.

Fazit: Krebs überstanden bedeutet nicht automatisch, dass auch das erhöhte Thromboserisiko vollständig verschwunden ist.

Quelle: Dänische Registerstudie mit 222.297 Fünfjahres-Krebsüberlebenden, European Journal of Preventive Cardiology, veröffentlicht am 29. August 2026.

Lipödem Stadium 1–3: Warum diese Einteilung überholt istDie bekannten Stadien beschreiben ausschließlich das äußere Ersc...
30/08/2026

Lipödem Stadium 1–3: Warum diese Einteilung überholt ist

Die bekannten Stadien beschreiben ausschließlich das äußere Erscheinungsbild des Fettgewebes – nicht die tatsächliche Schwere der Erkrankung.

Eine Patientin mit „Stadium 1“ kann starke Schmerzen und erhebliche Einschränkungen haben. Eine Patientin mit „Stadium 3“ kann dagegen deutlich weniger Beschwerden erleben.

Die aktuelle S2k-Leitlinie stellt deshalb mit starkem Konsens klar:

Die morphologische Stadieneinteilung soll nicht als Maß für die Schwere des Lipödems verwendet werden.

Auch eine zwangsläufige Entwicklung von Stadium 1 über 2 zu 3 ist nicht belegt. Das Lipödem soll nicht grundsätzlich als fortschreitende Erkrankung verstanden werden.

Entscheidend sind vielmehr:
• Schmerzen und Druckempfindlichkeit
• Schwere- und Spannungsgefühl
• funktionelle Einschränkungen
• individuelle Krankheitsbelastung

Die Stadien können das Aussehen beschreiben – aber weder die Beschwerden noch den Therapiebedarf.

Wir sollten nicht das Stadium behandeln, sondern die Patientin bzw. ihre Beschwerden.

Quelle: S2k-Leitlinie Lipödem, AWMF 037-012, Version 5.0, 2024.

Lipödem oder Lipalgie-Syndrom – brauchen wir einen neuen Namen?Die aktuelle Diskussion verunsichert viele Betroffene. Au...
27/08/2026

Lipödem oder Lipalgie-Syndrom – brauchen wir einen neuen Namen?

Die aktuelle Diskussion verunsichert viele Betroffene. Ausgelöst wurde sie durch die Entscheidung der Földiklinik, das bisher als Lipödem bezeichnete Krankheitsbild künftig „Lipalgie-Syndrom“ zu nennen. Die Begründung: Das reine Lipödem sei keine Ödemerkrankung und keine Erkrankung des Lymphgefäßsystems. Im Mittelpunkt stünden vielmehr die disproportionale Fettgewebsverteilung und der Schmerz.

Was daran fachlich nachvollziehbar ist: Die Bezeichnung „Lipödem“ kann tatsächlich irreführen. Sie suggeriert eine relevante Flüssigkeitsansammlung und damit eine Erkrankung, die primär „entstaut“ werden müsse.

Die aktuelle deutsche S2k-Leitlinie stellt jedoch klar: Das Lipödem ist weder eine klassische Ödemerkrankung noch primär Ausdruck einer venösen oder lymphatischen Funktionsstörung.

Auch bildgebende und histologische Untersuchungen fanden beim isolierten Lipödem überwiegend keine für ein Lymphödem typischen Veränderungen. Die manuelle Lymphdrainage kann Beschwerden lindern – wahrscheinlich aber eher über schmerzmodulierende und neurophysiologische Wirkungen als durch die Entfernung großer Flüssigkeitsmengen.

Insofern ist der Perspektivwechsel wichtig: weg von der Vorstellung eines grundsätzlich „gestauten“ Beines, hin zu einer differenzierten Betrachtung von Fettgewebe, Schmerz, Funktion und Begleiterkrankungen.

Aber ist „Lipalgie-Syndrom“ bereits der wissenschaftlich bessere Begriff?

Hier ist Zurückhaltung angebracht. Die Földiklinik trifft eine klinikinterne Entscheidung. Eine offizielle Umbenennung durch Fachgesellschaften, AWMF, WHO oder Gemeinsamen Bundesausschuss ist damit nicht erfolgt. Die gültige S2k-Leitlinie, die ICD-11 und die Regelungen des G-BA verwenden weiterhin den Begriff Lipödem.

Auch international wurde 2026 in einem Delphi-Konsens weiterhin von „Lipedema“ gesprochen. Die Expertinnen und Experten beschrieben eine krankhafte Fettgewebsverteilung mit Schmerzen oder Beschwerden, betonten zugleich aber, dass die Evidenz zu Pathophysiologie, Diagnostik und vielen Therapieansätzen noch begrenzt ist.

Der Begriff „Lipalgie“ stellt den Schmerz in den Mittelpunkt. Das passt zur deutschen Leitlinie, nach der eine schmerzlose disproportionale Fettverteilung als Lipohypertrophie und nicht als Lipödem bezeichnet werden soll. Gleichzeitig reduziert der neue Begriff möglicherweise ein komplexes Krankheitsbild zu stark auf den Schmerz. Veränderungen des Fett- und Bindegewebes, Mikrozirkulation, Entzündungsprozesse, hormonelle Einflüsse und mögliche Veränderungen der Gewebsflüssigkeit werden weiterhin untersucht.

Auch das pauschale Absetzen der manuellen Lymphdrainage lässt sich nicht allein aus der Aussage „kein Ödem“ ableiten. Die S2k-Leitlinie sieht sie bei unzureichender Wirkung der Kompression ergänzend zur Schmerzmodulation vor. Für eine dauerhafte routinemäßige Verordnung beim isolierten Lipödem fehlt allerdings ebenfalls eine überzeugende Evidenz.

Unsere Einordnung: Die Debatte ist wissenschaftlich sinnvoll. Sie korrigiert überholte Vorstellungen und zwingt uns, genauer zu diagnostizieren:
* Liegt tatsächlich ein Lipödem vor?
* Besteht zusätzlich eine Adipositas, ein Lymphödem oder eine venöse Erkrankung?
* Welche Beschwerden sind objektivierbar?
* Welche Therapie verbessert Schmerz, Funktion und Lebensqualität?

Eine neue Bezeichnung allein löst diese Fragen jedoch nicht. „Lipalgie-Syndrom“ ist ein nachvollziehbarer Vorschlag – aber noch kein allgemein anerkannter neuer Krankheitsname. Ebenso wenig rechtfertigt die Debatte, Beschwerden zu psychologisieren oder Betroffenen eine reale körperliche Erkrankung abzusprechen.

Wir sollten weder an alten Erklärungsmodellen festhalten noch wissenschaftliche Unsicherheiten vorschnell für beendet erklären. Entscheidend bleibt nicht das Etikett, sondern eine sorgfältige, individuelle und leitlinienorientierte Diagnostik und Therapie.

26/08/2026
Lipödem: Weniger Schmerzen durch mediterrane Low-Carb-Ernährung?Eine aktuelle Studie untersuchte über sieben Monate:• 24...
26/08/2026

Lipödem: Weniger Schmerzen durch mediterrane Low-Carb-Ernährung?

Eine aktuelle Studie untersuchte über sieben Monate:

• 24 Frauen mit Lipödem
• 24 Frauen mit Übergewicht oder Adipositas ohne Lipödem

Alle Teilnehmerinnen ernährten sich energiereduziert, kohlenhydratarm und mediterran.

Bei den Frauen mit Lipödem zeigten sich nach der Ernährungsintervention:

• eine Abnahme von Gewicht und Fettmasse
• eine deutliche Verringerung der Schmerzintensität
• eine reduzierte Lipid- und Proteinoxidation
• eine verbesserte antioxidative Kapazität

Besonders interessant: Die Schmerzabnahme war unabhängig mit der Verringerung der Lipidperoxidation verbunden. Veränderungen klassischer Entzündungsmarker erklärten die Schmerzverbesserung dagegen nicht.

Was bedeutet das?

Eine energiereduzierte mediterrane Low-Carb-Ernährung könnte die Beschwerden bei Lipödem günstig beeinflussen. Die Studie liefert außerdem Hinweise darauf, dass Veränderungen des oxidativen Gleichgewichts dabei eine Rolle spielen könnten.

Aber: Es gab keine randomisierte Kontrollgruppe ohne Ernährungsumstellung. Deshalb bleibt offen, welcher Anteil der Verbesserung auf die mediterrane Low-Carb-Ernährung, die verringerte Energiezufuhr, den Gewichtsverlust oder weitere Veränderungen zurückzuführen ist.

Die Ergebnisse sind vielversprechend – aber noch keine Grundlage für eine allgemein verbindliche „Lipödem-Diät“. Sie sollten an einer großen Zahl von Betroffenen inklusive Kontrollgruppe geprüft werden.

Quelle:
Jeziorek M, Chachaj A, Szyller J, et al. Low-carbohydrate Mediterranean style diet improves pain and body composition in women with lipedema: role of redox balance. Scientific Reports. 2026.
DOI: 10.1038/s41598-026-65560-y
https://www.nature.com/articles/s41598-026-65560-y

Habt Ihr bereits beobachtet, dass Eure Ernährung die Lipödemschmerzen beeinflusst?

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Lipödem: Sind auch Sehnen und Faszien betroffen?Eine neue Fall-Kontroll-Studie untersuchte 53 Menschen mit chronischem B...
22/08/2026

Lipödem: Sind auch Sehnen und Faszien betroffen?

Eine neue Fall-Kontroll-Studie untersuchte 53 Menschen mit chronischem Beinödem – darunter Patientinnen mit Lymphödem und Lipödem – sowie 55 gesunde Kontrollpersonen.

Die Forschenden fanden:

🔹 Verdickungen mehrerer Sehnen und der Plantarfaszie
🔹 Besonders deutliche Veränderungen an Achillessehne und Plantarfaszie – auch nach Berücksichtigung des BMI
🔹 Plantarfasziitis bei 50,9 % der Ödemgruppe
🔹 Achillessehnen-Tendinopathie bei 22,6 %
🔹 Einen Zusammenhang mit Ödemvolumen, Schmerzen und eingeschränkter Funktion

Was bedeutet das für Betroffene?

Fußsohlen- oder Achillessehnenschmerzen sollten möglicherweise nicht vorschnell nur als Folge von Übergewicht oder Fehlbelastung eingeordnet werden. Auch Veränderungen im Zusammenhang mit dem chronischen Ödem könnten eine Rolle spielen.

⚠️ Wichtig: Untersucht wurde eine gemischte Gruppe mit Lymphödem und Lipödem. Die Studie belegt daher noch keine spezifische Veränderung beim Lipödem und begründet derzeit weder ein generelles Ultraschall-Screening noch eine neue Therapieempfehlung.

Sie liefert aber einen interessanten Ansatz für weitere Forschung – und erinnert daran, Beschwerden an Füßen und Sehnen ernst zu nehmen.

Quelle: Uğur AE et al. Ultrasonographic Evaluations of Tendons/Fascia in Lower Limb Lymphedema and Lipedema. Am J Phys Med Rehabil. 2026.
DOI: 10.1097/PHM.0000000000003118

💬 Habt Ihr zusätzlich zu Euren Beinschmerzen auch Beschwerden an Fußsohle oder Achillessehne?

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Wir machen Sommerpause bis zum 31.08.2026. ☀️Unsere Venendocs-Bibliothek bleibt natürlich weiterhin jederzeit für euch a...
21/07/2026

Wir machen Sommerpause bis zum 31.08.2026. ☀️

Unsere Venendocs-Bibliothek bleibt natürlich weiterhin jederzeit für euch abrufbar – mit allen 24 Episoden rund um die Gefäßmedizin.

Jetzt reinhören: www.venendocs.de

Venendocs – Episode 5: Die Verödung von Krampfadern (Sklerotherapie)Krampfadern müssen nicht immer operiert werden. Beso...
19/07/2026

Venendocs – Episode 5: Die Verödung von Krampfadern (Sklerotherapie)

Krampfadern müssen nicht immer operiert werden. Besonders Besenreiser und viele kleinere bis mittelgroße Krampfadern lassen sich heute schonend durch eine Sklerotherapie (Verödung) behandeln.

Dabei wird ein Verödungsmittel gezielt in die erkrankte Vene eingebracht. Die Venenwand verklebt, das Gefäß wird vom Körper nach und nach abgebaut – das Blut fließt anschließend über gesunde Venen zurück. Das Verfahren erfolgt ambulant, dauert meist nur wenige Minuten und ermöglicht eine schnelle Rückkehr in den Alltag.

In dieser Episode sprechen wir unter anderem darüber:

* ✔️ Für welche Krampfadern die Sklerotherapie geeignet ist.
* ✔️ Was Flüssig- und Schaumsklerosierung unterscheidet.
* ✔️ Welche Nebenwirkungen auftreten können.
* ✔️ Warum eine sorgfältige Ultraschalldiagnostik vor jeder Behandlung unverzichtbar ist.

Unser Fazit:
Die Sklerotherapie ist eine wissenschaftlich etablierte, effektive und sehr schonende Behandlungsmethode – wenn sie bei den richtigen Patientinnen und Patienten eingesetzt wird.

🎧 Jetzt reinhören:
https://venendocs.podigee.io

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