13/07/2026
In dieser Woche steigen die Temperaturen wieder deutlich über 30°. Das bedeutet, besonders gut auf den Hund zu achten und die Aktivitäten anzupassen.
Für den Fall der Fälle hier einige Informationen aus kompetenter Hand: jeder Notfall, den man vermeiden kann, spart Zeit, Geld, Nerven und lässt Kapazitäten frei für alles, was man selbst nicht in der Hand hat.
𝗛𝗶𝘁𝘇𝗲𝘁𝗶𝗽𝗽𝘀 𝗳ü𝗿 𝗛𝘂𝗻𝗱 𝘂𝗻𝗱 𝗞𝗮𝘁𝘇𝗲 – 𝘃𝗼𝗻 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲𝗺 𝗡𝗼𝘁𝗳𝗮𝗹𝗹-𝗘𝘅𝗽𝗲𝗿𝘁𝗲𝗻 𝗣𝗿𝗶𝘃.-𝗗𝗼𝘇. 𝗗𝗿. 𝗥𝗲𝗻é 𝗗ö𝗿𝗳𝗲𝗹𝘁
Als leitender Oberarzt der Intensiv- und Notfallmedizin hat René täglich mit akuten und kritischen Fällen zu tun. Gerade in den Sommermonaten spielt das Thema Hitze eine besondere Rolle bei unseren vierbeinigen Patienten:
Was sind die wichtigsten Hitzetipps für Hund und Katze?
Katzen sind deutlich weniger hitzeempfindlich als Hunde. Hitzschlag beobachten wir vor allem bei Hunden, nur sehr selten bei Katzen. Das Wichtigste zuerst: Die Tiere sollten auch bei moderat hohen Temperaturen nie im Auto zurückgelassen werden. Besonders prädisponierte Hunderassen wie brachycephale Rassen oder Hunde mit dichtem Fell sollten nicht zur heißen Tageszeit körperlichen Aktivitäten ausgesetzt werden. Auch warme Dachgeschosswohnungen, die sich bei Sonneneinstrahlung auf über 40 °C aufheizen, sind kein idealer Ort für Hunde im Sommer.
Woran erkenne ich, dass ein Tier möglicherweise überhitzt ist?
Typische Warnzeichen sind starkes Hecheln, Unruhe, Erbrechen, distributiver Schock, neurologische Auffälligkeiten oder auch Apathie. Oft sind erhöhte Rektaltemperaturen von über 40,5 °C messbar. Temperaturen von über 41,5 °C sind akut lebensbedrohlich. Allerdings ist es nicht selten, dass die Körpertemperatur bei Vorstellung in der Klinik schon wieder in den Referenzbereich abgesunken ist. Als Erste-Hilfe-Maßnahme für Besitzer wird das Verbringen an einen kühlen Ort und sofortige Kühlung z. B. mit kaltem Wasser empfohlen. An der Klinik werden die Hunde in der Regel mit kalter Schockinfusion versorgt und zügig gekühlt.
Wie häufig kommen hitzebedingte Notfälle tatsächlich in der Klinik vor?
Hitzebedingte Notfälle treten in unserer Klinik vor allem in den Monaten April bis September auf. Im Durchschnitt werden uns 3 – 8 Patienten pro Jahr mit Hitzschlag vorgestellt. Besonders bei Auftreten schwerer neurologischer Probleme und der Entwicklung einer DIC ist das Überleben der Hunde stark gefährdet. Die Überlebensrate liegt durchschnittlich auch nur bei ca. 50%. Somit sind Aufklärung und Prävention besonders wichtig.
Bild: Priv.-Doz. Dr. med. vet. habil. René Dörfelt, ©LMU München