03/06/2026
Juni ist der Monat des sogenannten Pride.
Mit 46 Jahren lese ich solche Kommentare und gehe weiter.
Mit 15 weiß ich nicht, ob ich das gekonnt hätte.
Ich war nie ein Mensch, der sich besonders mit Pride identifiziert hat. Vielleicht, weil ich Etiketten nicht besonders mag. Vielleicht auch, weil ich persönlich nie das Gefühl hatte, wirklich diskriminiert worden zu sein.
Aber jedes Jahr bleibe ich bei den Kommentaren unter solchen Beiträgen hängen.
Nicht wegen mir.
Sondern wegen der Jugendlichen, die sie lesen.
Wegen der Jungen und Mädchen, die gerade versuchen herauszufinden, wer sie sind.
Die Jahre des Erwachsenwerdens sind oft auch die Jahre der Unsicherheit. Die Jahre der Fragen, die man niemandem stellt. Der Zweifel, die man hinter einem Lächeln versteckt.
Und dann frage ich mich:
Ist uns eigentlich bewusst, dass solche Kommentare vielleicht von unseren Kindern gelesen werden? Von unseren Enkeln? Von einem Menschen, den wir mehr lieben als alles andere auf der Welt?
Wie würde er sich fühlen, wenn er Worte liest, die ihm das Gefühl geben, falsch zu sein?
Worte sind niemals nur Worte.
Manchmal vergisst man sie nach fünf Minuten.
Und manchmal trägt man sie jahrelang mit sich herum.
Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung.
Aber Respekt sollte niemals optional sein.
Bevor wir etwas schreiben, sollten wir uns fragen:
Wäre ich stolz auf diesen Kommentar, wenn ihn ein Mensch lesen würde, den ich liebe?
Vielleicht brauchen wir heute mehr denn je:
Mehr Menschlichkeit. Mehr Empathie. Mehr Respekt. 🌈
Wenn dich diese Worte zum Nachdenken gebracht haben, teile diesen Beitrag.