28/07/2026
Ich glaube, man kann sagen, jede Geburt ist dramatisch und manchmal eher traumatisch. Auch wenn schlussendlich alles gut geht, ist es trotzdem eine Grenzerfahrung.
Ich habe aufgrund der Lage meines Babies schon gewusst, dass es ein Kaiserschnitt wird. Zeitpunkt war aber dann von Nora gewählt, es lief alles ruhig und kontrolliert ab, trotzdem ist eine so große OP aufregend, gelinde gesagt. Dann endlich der überwältigende erste Schrei, die Erleichterung, dass alles soweit gut ist. Aber so romantisch, wie das dann erzählt wird, du hältst dein Baby und alles ist vergessen, das ist sicher nicht für jeden so. Es ist ein starker Druck, so empfinden zu müssen, sich enttäuscht oder falsch zu fühlen, weil es nicht so ist, deine Geburtserfahrung nicht so lief, wie du es dir vorgestellt hast, du vielleicht nicht DAS Bonding mit deinem Neugeborenen hattest, weil du oder dein Kind noch weiter versorgt werden musstet etc. Auch, dass du sofort ganz verliebt bist, muss nicht so sein, nur weil andere es so erzählen, das darf auch nach und nach kommen. Ich war eher ungläubig, überrumpelt, so lange waren so viele Sorgen, eigentlich nur 'schwangerschaftserhaltende' Gedanken, dass ja nichts zu früh losgeht, ich hab mich irgendwie auch gar nicht mit dem 'danach' auseinander gesetzt, weil es ein 'von tag zu tag' war. Und auf einmal war es ok und termingerecht und kein Grund zur Sorge mehr, das ist zuerst mal schwer zu fassen, wenn man so lang in den Sorgen drin steckte.
Jetzt ist es 10 Wochen her, solange wie ich zuvor Bettruhe hatte. Nach und nach fallen die Mauern, die meine Risikoschwangerschaft leise aufgebaut hat. Ich kann mich entspannen, das Hier und Jetzt genießen, mich auf die Zukunft freuen, das habe ich mir unbewusst wohl nicht erlaubt, erst jetzt wo es langsam abfällt, merke ich das. Ich komme richtig an im Mama-Sein, bekomme Zuversicht, (er)finde mich neu in alten Strukturen und lasse das dramatisch-traumatische Stück für Stück hinter mir. Und das ist soooo ein schöner kunterbunter Mix aus allen nur möglichen Gefühlen.
Wie ging es euch in der ersten Zeit? Wart ihr gleich voll in der neuen Rolle, wie habt ihr euch als Eltern verändert?