17/08/2026
Gedächtnis- & Konzentrationsstörungen wann sollte man genauer hinschauen?
Den Namen verlegt, einen Termin vergessen oder kurz nicht gewusst, was man eigentlich holen wollte – das kennt fast jeder. Wenn Gedächtnis, Konzentration oder Orientierung jedoch zunehmend nachlassen oder den Alltag beeinträchtigen, kann eine neurologische Abklärung sinnvoll sein.
🔎 Hinweise können zum Beispiel sein:
• häufiges Vergessen von Terminen oder Gesprächen
• wiederholtes Stellen derselben Fragen
• Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder Gesprächen zu folgen
• Probleme mit zeitlicher oder örtlicher Orientierung
• Unsicherheit bei Medikamenteneinnahme, Finanzen oder anderen alltäglichen Aufgaben
• deutliche Veränderungen, die auch Angehörigen auffallen
Was ist ein Mini-Mental-Status-Test?
Der Mini-Mental-Status-Test (MMST/MMSE) ist ein kurzer standardisierter Test zur orientierenden Beurteilung verschiedener kognitiver Fähigkeiten. Dabei werden unter anderem Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Orientierung, Sprache und weitere geistige Funktionen beurteilt. Er gehört zu den häufig eingesetzten Verfahren in der Demenzdiagnostik.
📋 Wann kann eine solche Testung sinnvoll sein?
➡️ bei neu aufgetretenen oder zunehmenden Gedächtnisproblemen
➡️ bei Konzentrations- und Orientierungsstörungen
➡️ bei Verdacht auf eine leichte kognitive Störung oder Demenz
➡️ zur Verlaufsbeobachtung bereits bekannter kognitiver Einschränkungen
➡️ zur objektiven Dokumentation der geistigen Leistungsfähigkeit
➡️ als Teil einer medizinischen Beurteilung, beispielsweise wenn kognitive Einschränkungen bei einer Pflegegeldeinstufung oder Pflegegelderhöhung eine Rolle spielen
Wichtig: Der Mini-Mental-Test alleine stellt keine Demenzdiagnose und entscheidet auch nicht über eine Pflegegeldstufe. Die gesamte medizinische Situation und insbesondere die Auswirkungen auf die Selbstständigkeit und den tatsächlichen Pflegebedarf müssen berücksichtigt werden. Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt bei Verdacht auf eine kognitive Störung eine entsprechende diagnostische Abklärung; bei sehr leichten Störungen können zudem empfindlichere Testverfahren als der MMST erforderlich sein.
🇦🇹 Gut zu wissen zum Pflegegeld:
Bei schwerer geistiger oder psychischer Beeinträchtigung – insbesondere bei einer Demenzerkrankung – kann bei der österreichischen Pflegegeldeinstufung ein Erschwerniszuschlag von derzeit 45 Stunden pro Monat berücksichtigt werden. Maßgeblich bleibt jedoch die individuelle Begutachtung des Pflege- und Betreuungsbedarfs.
🧠 Gedächtnisprobleme sollten nicht einfach als „normales Alter“ abgetan werden. Eine frühzeitige Abklärung kann helfen, Veränderungen einzuordnen und mögliche Ursachen zu erkennen.
Quellen:
• Österreichisches Gesundheitsportal – Demenz: Diagnose und Untersuchungen
• Sozialministerium Österreich – Pflegegeld und Pflegegeldeinstufung, Stand 2026
• S3-Leitlinie Demenzen der DGPPN und DGN, Living Guideline 2026