22/09/2025
Mein Papa und meine Stiefmutter sind beide am 4. August 2025 verstorben🖤
Ich kann die Ereignisse, die am 4. August passiert sind, noch immer nicht richtig einordnen. Es ist so viel auf einmal gewesen, dass mein Körper ein "Notprogramm" gestartet hat, aus dem ich bis heute noch nicht ganz zurück bin.
Mein Papa erlitt mit 83 Jahren ganz plötzlich und unerwartet einen Gehirnschlag und war bereits am 2. August ohne Bewusstsein und hirntot. Ich musste dann am 4. August - nach Absprache mit meinem Bruder - nach Salzburg in die Klinik fahren und die Entscheidung kundtun, dass das Beatmungsgerät abgeschalten wird, da es keine Hoffnung mehr gab. Ich bin dann noch bei ihm gesessen und habe seine Hand gehalten, bis auch sein Herz aufgehört hat zu schlagen 🥲💔
Am Weg nach Salzburg erreichte mich im Zug die Nachricht meiner Stiefschwester, dass sich meine Stiefmutter, nach der endgültigen Diagnose meines Papas, das Leben genommen hat.
Wie ich diesen Tag geschafft habe und am Abend wieder im richtigen Zug nach Hause gesessen bin, weiß ich nicht mehr.
Das Leben ist oft verdammt hart und zeigt uns, dass nichts selbstverständlich ist, nichts planbar ist, das von einer Minute auf die andere alles anders sein kann und wir können nichts dagegen tun, außer die Situationen anzunehmen wie sie sind.
Keine leichte Aufgabe, da ich in meinem Beruf als Bestatterin jeden Tag mit Tod, Trauer und Abschieden konfrontiert bin und hier sehr auf mein eigenes Seelenleben achten muss.
Obwohl ich derzeit sehr traurig bin weiß ich, dass mich diese Erfahrungen stärker machen, in meiner persönlichen Entwicklung und auch in meinem Beruf. Wenn ich etwas selbst erlebt habe, kann ich mich in Angehörige und Familien, die auch solche Erfahrungen machen mussten, noch besser hineinfühlen und hab noch mehr Fingerspitzengefühl dafür, was jetzt gerade für Entscheidungen möglich sind und wofür wir noch etwas Zeit brauchen, weil gerade alles zu viel ist. Auch in meinem Leben ist es jetzt etwas ruhiger und langsamer und das tut gut.