07/11/2022
DAS LEBENSPRINZIP DES DICKDARM-MERIDIANS
Am Anfang geht noch alles in die Hose. Das Leben fließt. Klein-Baby fließt mit. Instinktiv. Impulsiv. Erst mit der Entwicklung des Lebensprinzips des Dickdarm-Meridians kommt vermehrt Kontrolle mit an Bord, zum Ausdruck gebracht durch die bewusst erlernte Steuerung des Schließmuskels. Das ist nicht leicht, das braucht seine Zeit, das ist ein wichtiger Schritt in der Selbstbeherrschung. Irgendwann hat das heranwachsende Ich die Sache im Griff und kann den Fluss des Lebens durch sich hindurch gezielt stoppen, aufschieben oder loslassen. Es entscheidet selbst, wann und wo es auf den Topf gehen will. Der Dickdarm-Meridian kontrolliert. Das ist sein Job. Das ist seine Mission. Am liebsten kontrolliert er mit der Kraft des Nein.
Nein sagen heißt: Grenzen setzen. Nein sagen heißt: Das will ich nicht. Nein sagen heißt: Das ist nichts für mich. Im Alltag benötigen wir das Lebensprinzip des Dickarms oft. Ohne der Fähigkeit, mit einem bewussten Nein das eigene Territorium klar abzustecken, ist es schwer, sich in herausfordernden Situationen mit seiner Person und seinen Anliegen zu behaupten, weil man geneigt ist, zu leicht und zu schnell zu allem und jedem Ja zu sagen. Weil man andere nicht enttäuschen will. Weil man sich dann sofort schuldig fühlt. Weil man Angst hat, nicht akzeptiert oder gemocht zu werden. Weil man gelernt hat, brav zu sein. Weil man lieber die geistigen Pobacken zusammen zwickt und sich die eigenen Bedürfnisse, die eigene Meinung verkneift, anstatt das Schwert des Widerstandes auszupacken und einen Konflikt zu riskieren. Das Schwert der Körpersprache ist der erhobene Zeigefinger. Er warnt. Er mahnt. Der erhobene Zeigefinger sagt Nein und hält sich Sachen vom Leib. Hier beginnt der Verlauf des Dickdarm-Meridians.