28/07/2026
Immer wieder werde ich gefragt, wie sich die S*xualität eines Narzissten in einer Beziehung äußert. Natürlich kann ich nicht für alle sprechen.
Ich kann nur von meinen persönlichen Erfahrungen, und jenen, die mir Betroffene berichten erzählen.
Erst im Rückblick ergeben viele Puzzleteile ein Bild, das ich damals noch nicht erkennen konnte.
Deshalb ist Aufklärung und das Sprechen darüber so wichtig.
🚩 Seine Beziehungsgeschichte kam mir von Anfang an „spanisch“ vor. Seine längste Beziehung zu dem Zeitpunkt als ich ihn kennenlernte, dauerte 3 Jahre, und das mit einem Mädchen die 20 Jahre jünger war als er. Kinder hatte er keine.
Er war damals schon Mitte 40!
Heute frage ich mich, ob Jugend für ihn eine wesentlich größere Rolle spielte als eine echte Partnerschaft auf Augenhöhe, denn eine Aussage die er mir gegenüber öfter tätigte war: „Eigentlich bist du mir ja schon viel zu alt.“
Ich bin 5 Jahre jünger als er.
Und natürlich waren immer die jungen Damen schuld weshalb die Beziehungen davor nicht länger funktionierten.
🚩 Schon sehr früh fiel mir auf, dass er auffallend oft sehr jungen Mädchen hinterhersah. Es waren keine flüchtigen Blicke. Er starrte sie regelrecht an. Irgendwann sprach ich ihn darauf an. Seine Antwort werde ich nie vergessen:
„Ja, ich weiß, ich habe oft perverse Gedanken, wenn ich so junge Mädchen sehe. Aber es sind ja nur Gedanken.”
Ich war schockiert. Nicht nur über den Inhalt dieser Aussage, sondern auch darüber, wie selbstverständlich er sie aussprach.
🚩 Ein weiteres Erlebnis blieb mir ebenfalls in beängstigender Erinnerung.
Ich reichte ihm eines Tages sein Handy.
Genau in diesem Moment erschien eine Benachrichtigung von einem P*rnoDownload mit dem Titel „Teeny An*l P*rno“.
Ich tat so als hätte ich nichts gesehen, doch in diesem Augenblick wurde mir klar, welche Art von Inhalten er konsumierte.
Rückblickend ergab nun plötzlich alles einen Sinn.
🚩 So bestand er beispielsweise darauf, dass ich im Intimbereich vollständig rasiert war. Körperbehaarung wurde von ihm nicht akzeptiert. Es spielte keine Rolle, wie ich mich damit fühlte oder was ich selbst wollte. Entscheidend war allein, was seinen krankhaften Vorstellungen entsprach.
🚩 Auffällig war für mich auch seine Abneigung gegenüber allem, was den weiblichen Körper in seiner Natürlichkeit betrifft. Wörter wie Gebärmutter, Menstruation oder Blutung wollte er nicht hören.
Über sogenannte „Frauenthemen“, wie er es tatsächlich nannte, durfte ich mit ihm nicht sprechen, da wurde er richtig wütend.
Alles, was zu einer Frau ganz selbstverständlich dazugehört, schien ihn regelrecht abzustoßen.
🚩 Eine weitere Aussage zu seinem Kinderwunsch hat sich auch sehr tief in mein Gedächtnis eingebrannt.
Er sagte einmal:
„Ich hatte immer Angst, einen Jungen zu bekommen. Wenn, dann wollte ich ein Mädchen, denn ich hätte Angst, der Junge könnte so werden wie ich.”
🚩 Am deutlichsten zeigte sich jedoch ein Muster in seinem Verhalten.
Immer dann, wenn er S*x wollte, war er freundlich, aufmerksam und liebevoll.
Doch kaum hatten wir diesen, änderte sich sein Verhalten oft schlagartig.
Es passierte sogar, dass er direkt nach seinem Höhepunkt mit mir zu schimpfen begann, weil ihm wieder mal irgendetwas nicht passte.
Für die nächsten Tage wurde er kühl, gereizt, abwertend und distanziert.
Es war, als hätte sich ein Schalter umgelegt. Nähe und Freundlichkeit schienen nur so lange vorhanden zu sein, bis seine Bedürfnisse erfüllt waren.
🚩 Mit einer Aussage von ihm kann ich bis heute, nach so vielen Jahren immer noch nichts anfangen bzgw verstehe ich sie nicht:
„Nach dem S*x mit dir fühle ich mich das erste Mal in meinem Leben so richtig als Mann, das hatte ich vorher noch nie.“
Als was fühlte er sich die letzten fast 50 Jahre bitte?
Ich denke dabei geht es prinzipiell um seinen Selbstwert als Mann.
Ich teile diese Erfahrungen nicht, um zu verurteilen, sondern um anderen Betroffenen Mut zu machen genau hinzusehen. Vielleicht erkennst du dich in einigen dieser Situationen wieder. Vielleicht hast auch du lange geglaubt, mit dir stimme etwas nicht.
Heute weiß ich: Das Problem war nie meine Weiblichkeit, mein Körper oder meine Bedürfnisse. Das Problem war eine Beziehung, in der S*xualität nicht Ausdruck von Liebe war, sondern mehr der Befriedigung seiner Bedürfnisse diente.
Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Dann teile sie gerne in den Kommentaren. Vielleicht hilfst du damit einem Menschen, der gerade erst beginnt zu verstehen, was er erlebt oder erlebt hat.