27/06/2026
Stellungnahme zum Kurier-Artikel über die Kassenmedizin sei nicht versorgungsrelevant!
Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen, in dem von einem Kollegen behauptet wird, Kassenordinationen seien „nicht versorgungsrelevant“. Diese Einschätzung wirkt auf mich so, als käme sie von Personen, die noch nie selbst in einer Kassenordination gearbeitet haben und die täglichen Abläufe der Patientenversorgung nicht kennen.
Unsere internistische Fachordination hat in den vergangenen Jahren erhebliche Eigenmittel in die Digitalisierung investiert – ohne dass diese Investitionen bislang durch Kassentarife oder andere Refinanzierungsmodelle berücksichtigt wurden.
Zu den umgesetzten Maßnahmen zählen unter anderem:
● eine cloudbasierte Befundplattform mit sicherem Befundzugang und elektronischem Befundversand,
● ein vollständig digitales Bildmanagement inklusive Versand medizinischer Bilddaten,
● die digitale Integration von Ultraschall- und Herzdiagnostik,
● telemedizinische Anwendungen,
● e-Rezept und durchgehend elektronische Dokumentationsprozesse,
● eine kontaktlose e-Card-Anmeldung,
● sowie zuletzt die Anschaffung eines modernen -Endoskopiesystems mit KI-gestützter Polypenerkennung, um die Erkennungsrate präkanzeröser Läsionen und früher Karzinome weiter zu verbessern.
All diese Maßnahmen sind aus unserer Sicht innovativ und vor allem versorgungsrelevant.
Sie beschleunigen Abläufe, vermeiden Doppeluntersuchungen, verbessern die Kommunikation mit Patientinnen, Patienten und Zuweisern und erhöhen die Qualität sowie die Sicherheit der medizinischen Versorgung.
Wer die Realität einer modernen Kassenordination kennt, weiß, dass Digitalisierung kein Selbstzweck ist.
Sie ist ein wesentlicher Bestandteil einer zeitgemäßen, qualitativ hochwertigen und effizienten Patientenversorgung. Wer dies als „nicht versorgungsrelevant“ bezeichnet, verkennt die täglichen Anforderungen in der Kassenmedizin.
Und so macht Medizin auch außerhalb des Spitals - sehr großen Spaß!