07/03/2026
Jetzt reichts! (Part 2)
Es vergeht mittlerweile kaum ein Tag, an dem man sich als Arzt nicht über die Politik aufregen muß:
Neuester Fall: eine Patientin, (48 Jahre, also relativ jung) die eine Versorgung mit einer Großzehengrundgelenksprothese benötigt. Die Patientin ist mobile Hauskrankenpflegerin, ist also darauf angewiesen gut zu Fuß zu sein.
Also schickte ich die Dame, die in Wien ihrem Beruf nachgeht, vertrauensvoll in ein sehr großes Spital in Wien, das auf Orthopädie spezialisiert ist.
Wenige Tage später (ich habe die Patientin heute, Samstag, angerufen, um mich zu erkundigen, ob alles geklappt hat und wie lange sie auf die OP wird warten müssen), berichtet diese, dass Sie in dem Spital abgelehnt wurde überhaupt angeschaut zu werden (geschweige denn operiert), mit der Begründung, sie sei aus Niederösterreich.
(Anmerkung: sie ist lt. Google Maps 20 Autominuten von der Stadtgrenze entfernt wohnhaft!)
Die für das wiener Spital ausgestellte Verordnung ist im gleichen Moment natürlich auch unbrauchbar geworden...
Die Patientin ist nun verzweifelt, weiß nicht, wohin sie sich wenden soll und hat Schmerzen, zudem Angst nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten zu können....
Und ich frage mich: was soll die Scheiße????
Es vergeht mittlerweile kaum ein Tag, wo mir nicht ein Patient eine derartige Geschichte erzählt: Wiener, die in Niederösterreich abgelehnt werden, Niederösterreicher, die in Wien abgelehnt werden etc., etc.
Habe ich etwas verpasst, oder haben diese Menschen nicht Krankenversicherungsbeiträge in ÖSTERREICH eingezahlt?
Dass am selben Tag die Gesundheitsministerin nichts besseres zu tun hat, als medial auf die Wahlärzte hinzudreschen und/weil (vermutlich deshalb!) die ÖGK wieder einmal verkündet, Leistungen zu reduzieren (diesmal Krankenttansporte und Zahnersatz) paßt hier gut ins Bild.
Wie viele Steine möchte die Politik den Patienten eigentlich noch in den Weg legen? Wie sehr, glauben die Politiker und diverse hohe Herren und Damen der ÖGK und andere Sesselfurzer die Patienten in diesem Land noch verarschen zu können?
Vermutlich darf die Patientin also nun 107km nach Zwettel oder 100km nach Wiener Neustadt ins Spital fahren, anstatt mit dem 60er nach Hietzing.