02/09/2026
Was, wenn dein „gescheitertes“ Leben gar nicht gescheitert ist?
Wir haben oft ein ziemlich genaues Bild davon, wie unser Leben aussehen soll.
Und solange die Realität diesem Bild entspricht, glauben wir, alles richtig zu machen.
Doch dann kommt das Leben.
Eine Beziehung zerbricht.
Ein beruflicher Weg passt plötzlich nicht mehr.
Etwas, das jahrelang funktioniert hat, funktioniert nicht mehr.
Oder wir merken irgendwann: Ich bin eigentlich gar nicht mehr dort, wo ich sein möchte.
Und schnell beginnt die Suche nach dem Fehler.
Was habe ich falsch gemacht?
Warum bin ich nicht weiter?
Warum bekomme ich mein Leben nicht besser hin?
Ich kenne diese Gedanken.
Mein Leben ist definitiv nicht so verlaufen, wie ich es einmal geplant hatte.
Und lange war mein Impuls: Ich muss das wieder in den Griff bekommen.
Heute sehe ich es anders.
Vielleicht müssen wir nicht immer zurück zu dem Leben, das wir einmal geplant haben.
Vielleicht lohnt es sich, erst einmal wahrzunehmen, was tatsächlich da ist.
Was macht mein Körper, wenn ich an eine bestimmte Situation denke?
Wo werde ich eng?
Wo halte ich fest?
Wo spüre ich Widerstand?
Und wo entsteht vielleicht ganz leise ein Gefühl von: Das passt.
Für mich ist genau das ein Teil von Selbstregulation:
Nicht jede Reaktion sofort wegmachen zu wollen.
Nicht gegen mich selbst zu arbeiten.
Sondern wahrzunehmen, was in mir passiert – und daraus wieder handlungsfähig zu werden.
Denn manchmal zeigt uns unser Körper längst etwas, das unser Kopf noch nicht wahrhaben möchte.
Vielleicht ist dein Leben also nicht falsch abgebogen.
Vielleicht zeigt es dir gerade etwas, das du bisher noch nicht sehen konntest.
Die Frage ist nur:
Kannst du schon zuhören?