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10/01/2023

Widerristblockaden und ihre Folgen

Da sich Blockierungen im Bereich des Widerrists im Winter häufen (v.a. aufgrund nicht passender Pferdedecken und nach Atemwegsinfektionen), hier noch einmal einige der Zusammenhänge, die ich festgestellt habe. Es gab, als ich meine Beobachtungen vor Jahren erstmals beschrieb (in Fachartikeln und in „Zusammenhänge im Pferd“), keinerlei Literatur darüber. Inzwischen gelten meine Veröffentlichungen quasi als Standardwissen, was wirklich großartig ist, erspart es den Pferden doch sehr viel Leid.
Aber zum Widerrist: Bei Atemwegserkrankungen auf jeden Fall IMMER den Widerrist kontrollieren und ggfs. mehrfach behandeln lassen. Ich habe in zahllosen Fällen beobachten können, dass diese Erkrankungen nicht komplett ausheilen, so lange der Widerrist blockiert ist. Eine solche Blockierung kann andersherum Erkrankungen der Atemwege begünstigen.
Das ist aber nicht alles: Bewegen sich die Dornfortsätze im Widerrist nicht wie vorgesehen, überträgt sich diese Bewegungseinschränkung immer auch auf die Brustwirbel, die Rippen und das Brustbein. Von dort reichen die Auswirkungen bis in den cervicothorakalen Übergang sowie den Trageapparat und die Muskeln der ventralen Kette hinein. Sie ziehen außerdem bis ins Kiefergelenk, Genick, Kreuzbein und ISG und können Lahmheiten der Vorhand und der Hinterhand hervorrufen, sowie Erkrankungen der Geschlechtsorgane (weil sich irgendwann auch die Lendenpartie nicht mehr adäquat bewegt). Und diese Liste ist längst nicht vollständig.
Widerristblockaden können also weitaus mehr hervorrufen, als ein bisschen Husten und Stolpern. Unterschätzt und häufig übersehen, wollte ich das zumindest noch einmal anmerken.
Ausführlich werde ich all diese Informationen bald an anderer Stelle zur Verfügung stellen. Außerdem wird es dieses Jahr diverse Vorträge mit mir dazu geben, sowie Lehrgänge. Die Termine werden bald veröffentlicht! In diesem Sinne wünsche ich erst einmal allen einen schönen Tag und vor allem gesunde Pferde! ©Julie von Bismarck

04/01/2023

So liebe Follower sieht es unter der harten Schale eines Pferdehufs aus 😮

Die Hufrehe (Laminitis) ist eine bei Huftieren auftretende Krankheit. Es handelt sich um eine aseptische diffuse Entzündung der Huflederhaut, wobei sich die Hufkapsel von der Lederhaut ablöst. Die akute Hufrehe ist ein Notfall und bedarf der sofortigen Behandlung; in Extremfällen kann es zum Ausschuhen kommen. Die chronische Rehe kann zu einer Hufbeinrotation führen.

Im Huf kommt es pathogenetisch zu einer Entzündung, bei der es zu einer lokalen Durchblutungsstörung mit Austritt von Gewebsflüssigkeit und festen Bestandteilen (Blutkörperchen) aus den Blutgefäßen der Lederhautblättchen kommt. Es kommt zu einer Ödembildung und Schwellung. Dieser Flüssigkeitsaustritt verursacht durch die fehlende Ausdehnungsmöglichkeit im Huf hochgradige Schmerzen. Darüber hinaus fördert der Flüssigkeitsaustritt den Ablösungsprozess der reißverschlussartig ineinander greifenden Lederhautblättchen (innen) von den Oberhautblättchen (außen).

In der Frühphase führt eine Adrenalinausschüttung zu einer Verengung der Arteriolen mit einer (nur wenige Sekunden bis Minuten dauernden) Minderdurchblutung. In der 2. Phase löst sich der Arteriolenspasmus unter dem Einfluss des vegetativen Nervensystems, woraus eine lokale Blutfülle (Hyperämie) resultiert. Schließlich führen sog. Mediatoren zur Verengung der Venolen mit Blutstau (Stase), die mit Sludge-Phänomen, Thrombozytenaggregation, Thrombose, Permeabilitätsstörung und Exsudation einhergeht.

Bei Bestehen einer Entzündung über 48 Stunden spricht man von chronischer Rehe. Folgen können ein Absinken des Hufbeins in die Kapsel, eine Rotation des Hufes um das Hufgelenk, wobei die Hufbeinspitze zum Boden hin tendiert, oder die Kombination der beiden Varianten sein.

Bei schwerer Rehe übt die Hufbeinspitze starken Druck auf die Sohle aus. Die Hufbeinspitze weicht dem Druck von unten aus, indem sie sich verformt (Skispitze) bzw. in dem sich Knochensubstanz abbaut. In noch schwereren Fällen bricht die Hufbeinspitze durch die Sohle (Hufbeindurchbruch).

Das Endstadium bildet das Ausschuhen, bei dem sich die Hufkapsel komplett ablöst. Von der Mehrheit der Tierärzte wird in diesem Stadium ein Erlösen des Tieres angeraten. Auch hier ist Heilung theoretisch möglich. Bei der herkömmlichen Behandlung muss das Pferd jedoch dazu bis zu 2 Jahre seines Lebens überwiegend liegend und hängend verbringen. Der Erfolg der Therapie kann nicht garantiert werden.

08/11/2022

𝑩𝒓𝒐𝒌𝒆𝒏 𝒂𝒕 𝒕𝒉𝒆 𝑻𝒉𝒊𝒓𝒅
Everyone likes to talk about the harm caused when a horse is ridden behind the vertical... but have you ever wondered why?

One (of the many) problems with a BTV position is that encourages incorrect flexion in the neck. In a healthy horse, the head will flex up and down at the first cervical vertebrae. This bone is known as the atlas or C1.

In an effort to avoid excessive pressure caused by a harsh bit, rider or gadgets (especially draw reins) many horses will begin flexing at the 3rd vertebrae (C3). "Broken at the 3rd" creates incorrect movement throughout the body and will quickly lead to pain and damage. Once a horse begins moving in this manner, it is extremely hard for them to unlearn and they may continue this harmful posture even when at or above the vertical.

Mein Pferd frisst DistelnIm Spätsommer sind sie wieder in den Wäldern, die Disteln. Überall blühen sie und ragen in die ...
06/11/2022

Mein Pferd frisst Disteln
Im Spätsommer sind sie wieder in den Wäldern, die Disteln. Überall blühen sie und ragen in die Höhe, aber warum essen die Pferde die stacheligen Blüten und Blätter der Disteln so gerne?

Unter anderem ist die Distel gut für die Leber und somit für die Entgiftung. Wenn der Fellwechsel beginnt, ist der Stoffwechsel gefordert, da helfen Kräuter und Pflanzen, die die Leber und Nieren unterstützen. Lassen wir doch unseren lieben Pferden den stachligen Spass. En Guetä!

16/07/2022
20/02/2022

Pferde sind nicht nur Meister im Interpretieren menschlicher Emotionen, sondern werden von diesen auch unmittelbar beeinflusst, wie eine neue Studie aus Frankreich nahelegt. - ProPferd ist ein unabhängiges Pferde-Portal für Österreich und die intern...

18/06/2021

Die Einwirkung auf den Kopf des Pferdes, Teil I

Mit jeder Zügelhilfe und jedem Ziehen am Führstrick wirken wir in irgendeiner Form auf den Pferdekopf ein - und die Folgen dieser Einwirkung auf das Wohlbefinden, die Biomechanik und den Bewegungsapparat des Pferdes sind teils enorm.
Beginnen wir mit dem Genick. Das Genick des Pferdes besteht funktional aus der Verbindung zwischen dem 1. Halswirbel und Hinterhauptbein sowie dem 1. Und 2. Halswirbelkörper. Im ersten Gelenk werden in erster Linie Beugung und Streckung ermöglicht („Ja-Gelenk“), im zweiten vor allem Rotation („Nein-Gelenk“). Diese Strukturen sind in keiner Weise für Druck ausgelegt und in ihrer Funktion stark davon abhängig, dass der natürliche Bewegungsablauf ungestört ist. Wenig verblüffend, denn ein Pferd in freier Wildbahn verbringt die meiste Zeit des Tages grasend mit dem Kopf am Boden und führt dabei kostant kleine, präzise Bewegungen aus, die eben diese Beweglichkeit voraussetzen (mal beim Grasen zugesehen?). Den zweitgrößten Teil des Tages wandert oder trabt es zu Wasser- und Futterstellen wobei Kopf und Hals waagerecht oder tiefer gehalten werden. Zu jedem Zeitpunkt ist dabei die Nase der vorderste Punkt des Pferdes. Warum? Unter anderem, weil in dieser Haltung das Nacken-Rückenband sowohl den Kopf und Hals mitträgt als auch den Rücken, da es das Gewicht der Eingeweide mit hält. Hierdurch werden Hals- und Rückenmuskeln entlastet, was enorme Energie spart. Damit diese kluge Konstruktion in Kraft treten kann und alle Bewegungen unaufwendig möglich sind, muss das Genick des Pferdes offen sein.
Jede Überbeugung wie es beim engen Reiten passiert und jede Form von starkem Druck, sei es durch Genickstücke oder Halfter, verursacht nicht nur lokale Schäden wie z.B. die sog. Genickbeule, sondern hat Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat des Pferdes. Das sollte jeder Reiter wissen bevor er sein Pferd "mal richtig durchstellt" oder am Knotenhalfter zieht.
Morgen Teil II: Genick und Kreuzbein.
(Es handelt sich bei dieser Serie um Kurzfassungen,in meinen Büchern habe ich es detaillierter beschrieben.)

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