18/10/2026
Ich bin für Schubladendenken.
Aber nur unter zwei Bedingungen.
Unser Denken arbeitet mit Kategorien. Ohne sie könnten wir die Welt kaum ordnen.
Problematisch wird es, wenn wir zu wenige Kategorien haben.
Wenn alles nur noch
• richtig oder falsch
• schulmedizinisch oder alternativ
• psychisch oder körperlich
• gut oder schlecht
ist, verlieren wir die Zwischentöne.
Genau deshalb gefällt mir das I Ging – das chinesische Buch der Wandlungen.
Es arbeitet mit 64 Hexagrammen.
Für mich ist das ein starkes Bild:
Nicht zwei Zustände.
Sondern viele mögliche Konstellationen.
Und vor allem:
Wandlung.
Denn auch eine gute Einordnung ist nie endgültig.
Neue Informationen können verlangen, dass wir umsortieren.
Gerade in der Medizin ist das entscheidend:
Der Patient muss nicht in unsere Kategorie passen.
Unsere Kategorie muss zum Patienten passen.
Eine Schublade soll Denken erleichtern.
Sie darf es nicht beenden.
Denken DocDoenitz