20/06/2026
Dienstag, 10:23 Uhr, Behandlungsraum 2. Die Liege knarzt leise, warmes Öl auf der Haut – und in dem Moment, in dem meine Hände zum Bauch wandern, hält sie die Luft an. Halb laut, halb in sich hinein: „Ich hasse diese Stelle an mir.“
Es geht nicht nur um ein paar Zentimeter mehr oder weniger. Es geht um diese leise Gewohnheit, den eigenen Körper wie ein Projekt zu behandeln, das nie „fertig“ ist. Um eine Stimme im Kopf, die schon Jahre vor der ersten Bauchmassage angefangen hat, an einem einzigen Körperteil herumzukritisieren.
Du merkst es im Badezimmer, wenn du den Spiegel nur bis zur Brusthöhe akzeptierst. In der Umkleide, wenn du im Sitzen automatisch den Pulli nach vorne ziehst. Im Sommer, wenn du zwar lachst, aber im Freibad immer „zufällig“ ein Handtuch vor dem Bauch hast. Selbst auf der Massageliege bleibt der Bauch angespannt, als müsste er sich rechtfertigen, dass er da ist.
Ja, viele sagen: „So ist das halt, gerade als Frau, nach Diäten, nach Schwangerschaft, nach Jahren mit Schönheitsidealen.“ Und andere winken ab: „Ist doch nur ein Bauch, mach dir nicht so einen Kopf.“ Beides ist verständlich – weil wir gelernt haben, Körper in „zeige ich gerne“ und „bitte verstecken“ einzuteilen.
Es gibt diese Momente, da atmet eine Kundin plötzlich hörbar aus, lässt die Schultern sinken und sagt leise: „Krass… ich konnte den gerade einfach liegen lassen.“ Kein neuer Körper. Kein Zauber. Nur ein Raum, in dem niemand ihren Bauch bewertet – auch sie selbst nicht für ein paar Minuten.
Die härtesten Sätze über den eigenen Bauch höre ich nicht mit den Ohren, sondern unter meinen Händen. Genau an dieser Stelle fängt für mich echte Behandlung an – nicht bei der perfekten Before-After-Aufnahme, sondern bei dem Moment, in dem jemand sich traut, nichts festzuhalten.
Folg mir, wenn du Beauty nicht für perfekte Instagram-Bauchmuskeln suchst, sondern für ehrliche Haut- und Körpergeschichten aus einem Studio, in dem dein Körper mehr ist als eine „Problemzone“. Und speicher dir dieses Video, wenn du jemanden kennst, der seinen Bauch seit Jahren nur im Modus „Ich hasse diese Stelle an mir“ sieht.