05/04/2020
Die Ostertage stehen vor der Tür...
Vermutlich hatten viele von euch die letzten Tage und Wochen sehr viel Zeit, sich den eigenen Gedanken hinzugeben. Vielleicht hat sich der eine oder andere auch darin verloren... Wenn die Übung fehlt, ist es nicht ganz so einfach, sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Im Normalfall bietet unsere flüchtige und schnelllebige Welt ja genügend Möglichkeiten zur Ablenkung... So kann es sein, dass ihr nun ganz plötzlich mit altem mental-seelischem Müll konfrontiert seid und die Möglichkeit fehlt, dem Gedankenkarussell, das sich schnell auch emotional auflädt, zu entfliehen.
Daher möchte ich euch einladen, die Energie der kommenden Tage zu nutzen, um zu vergeben und zu verzeihen. Das reinigt und gibt Kraft. Ein seelisch-mentaler Frühlingsputz so zu sagen.
Das Leben kreiert stets Herausforderungen und ab und an passiert es auch, dass ihr von euren Liebsten und Nächsten verletzt werdet - oder ihr die seid, die verletzen. Solche Sachen passieren. Meist unbewusst; doch manchmal auch mit voller Absicht. Es kann sich um kleine Dinge handeln - dein Partner hat deine neue Frisur ignoriert - oder auch um schlimme Ereignisse - Mord, Totschlag und anderes Übel. Ihr müsst gar nicht 2000 Jahre durch die Zeit reisen, um zu erkennen, dass Verzeihung möglich ist. Es gibt in der jüngeren Menschheitsgeschichte viele Beispiele von Individuen, die fähig waren, ganz schreckliche Dinge zu verzeihen.
Wie funktioniert Verzeihen?
Auf youtube und via google könnt ihr ganz viele Übungen und Vergebungsrituale finden. Ich persönlich praktiziere unterschiedliche Rituale, je nach dem was für die entsprechende Situation passt. Was ist passiert? Wer hat was gemacht; in welcher Beziehung stehe ich zum anderen Menschen? Wenn mich ein Unbekannter auf der Strasse grundlos beschimpft, reicht schon der Gedanke "f*ck it" und die Sache ist vergeben und vergessen. Doch ja, manchmal handelt es sich um komplexere Angelegenheiten und um Menschen mit einer gewissen Bedeutung...
Falls ihr für eure persönliche Situation das passende Ritual doch nicht findet, helfe ich natürlich gerne weiter.
Warum ist Verzeihen so schwer?
In Gedanken - und somit auch emotional - ist das Verzeihen an den anderen Menschen gekoppelt. Und hier liegt der Knackpunkt! Ihr könnt alles verzeihen; wahrlich alles. Verzeihen heisst nicht, dass ihr gut heisst, was passiert ist. Verzeihen heisst nicht, dass ihr mit dem anderen Menschen dieselbe (oder irgendeine) Beziehung weiter pflegen sollt. Verzeihen heisst, euch selbst von der Tat zu lösen und zu befreien. Verzeihen heisst: lieben, verstehen und in Freiheit weiterleben.
Und vergesst bitte auf keinem Fall, auch euch selbst zu verzeihen. Die Beziehung zu euch selbst ist schlussendlich die Bedeutendste.
Und so möchte ich euch einladen, über das Beispiel, das Jesus vorgelebt hat, hinaus zu wachsen und auch jenen zu vergeben, die haargenau wussten, was sie taten.
In Liebe,
Dea Mystica