26/05/2026
Warum die Stimmung anderer auf uns abfärbt
Wenn wir Zeit mit einem Menschen verbringen, der gestresst ist, nimmt unser System seine Körpersprache, seine Mimik, seine Stimme und sogar seinen Atemrhythmus wahr. Die Bewegungen sind oft abgehackt und hart. Die Stimme angespannt. Der Einatem ist betont und bleibt eher oben in der Brust. Wenn du ein gutes Körpergefühl hast, dann merkst du, wie sich alles in dir anspannt. Was geschieht da?
Unser Nervensystem beginnt, mit all dem unbewusst mitzuschwingen. Spiegelneuronen und andere Formen sozialer Resonanz sorgen dafür, dass wir innerlich nachbilden, was wir erleben. Deshalb färbt die Anspannung eines anderen Menschen auf uns ab. Unser Körper beginnt sich an die Stimmung im Raum anzupassen. Das geschieht aus einem guten Grund. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Seit jeher war es wichtig, wahrzunehmen, wie es den anderen geht. Unser Nervensystem ist darauf ausgerichtet, Verbundenheit herzustellen und sich aneinander zu orientieren. Wir regulieren uns gegenseitig. Die Ruhe eines Menschen kann uns beruhigen. Die Freude eines Menschen kann uns anstecken. Ein Mensch, der offen, weich und präsent ist, kann uns daran erinnern, wie sich Weite im eigenen Körper anfühlt.
Vielleicht kennst du das: Nach einem Treffen mit einem bestimmten Menschen fühlst du dich weit, inspiriert und lebendig. Nach anderen Begegnungen spürst du Müdigkeit, Druck oder innere Unruhe. Oft liegt das weniger an dem, was gesagt wurde, sondern an dem Feld, das zwischen euch entstanden ist. Gerade deshalb ist es so bedeutsam, bewusst zu wählen, mit wem wir unsere Zeit verbringen. Die Menschen, mit denen wir uns umgeben, prägen unsere innere Landschaft. Sie beeinflussen, wie wir denken, fühlen und uns selbst erleben.
Das ist ein Auszug aus meinem Blogbeitrag. Du findest den ungekürzten Text auf meiner Homepage.