06/09/2026
Mit 50 ist Prävention etwas anderes als mit 25.
Mit 25 ist vieles noch „Vorsorge für später“.
Mit 50 ist „später“ längst biologisch angekommen.
Natürlich nicht immer unbedingt als Krankheit.
Und oft noch nicht einmal als Beschwerde.
Aber 20 oder 30 Jahre Lebensstil, genetische Voraussetzungen, Bewegung oder Bewegungsmangel, Ernährung, Schlaf, Rauchen, Alkohol, Stress und Erkrankungen hinterlassen Spuren.
Und genau deshalb finde ich Prävention in der Lebensmitte besonders interessant.
Denn jetzt geht es nicht mehr nur darum, Krankheiten früh zu erkennen.
Es geht darum herauszufinden:
Wo stehe ich eigentlich heute?
Wie entwickelt sich mein Blutdruck?
Wie sieht mein kardiovaskuläres Risikoprofil aus?
Wie steht es um meinen Glukosestoffwechsel?
Wie haben sich Gewicht und Körperzusammensetzung verändert?
Wie viel Muskelkraft und körperliche Leistungsfähigkeit habe ich – und wie möchte ich mit 60, 70 oder 80 leben?
Gerade Stoffwechselveränderungen verdienen Aufmerksamkeit, bevor daraus eine manifeste Erkrankung geworden ist.
Wenn schon die aktuelle Diabetes-Leitlinien das Screening auf Prädiabetes und Typ-2-Diabetes inzwischen bereits ab dem 35. Lebensjahr – bei zusätzlichen Risikofaktoren auch früher- empfiehlt, sagt das schon viel aus.
Und auch Muskeltraining ist in dieser Lebensphase für mich nicht einfach „Fitness“. Muskelkräftigende Aktivität ist Bestandteil internationaler Gesundheitsempfehlungen – zusätzlich zum Ausdauertraining.
Deshalb lautet eine entscheidende Frage mit 45 oder 50:
„Wie entwickelt ich mich gerade – und in welche Richtung möchte ich es beeinflussen?“
Prävention bedeutet für mich nicht, möglichst viele Untersuchungen zu machen.
Prävention bedeutet, die eigene gesundheitliche Entwicklung zu verstehen, solange noch viel gestaltbar ist.
Med for more
Medizin, die weiterdenkt.