06/05/2018
Wurzelbehandlung
klingt zuallererst schrecklich. Bei genauem Nachdenken bietet es Dir in bestimmten Situationen aber die letzte Chance einen Zahn dennoch langfristig zu erhalten.
Eine noch größere Herausforderung, zumindest für uns Zahnärzte ist wie in diesem Fall eine Revision. Das heißt eine bereits einmal gemachte und schiefgegangene Wurzelbehandlung wieder zu entfernen und besser zu machen.
In diesem Fall kam die Patientin auf Empfehlung einer ehemaligen Zahnarzthelferin zu uns. Sie hatte diffuse Schmerzen im Bereich der Backenzähne rechts unten. Das erste Röntgenbild überraschte. Denn die vorhandene Wurzelfüllung war nicht vollständig durchgeführt worden. Dies kann man auf den Röntgenbilder daran erkennen, dass einer der weißen Striche (so sehen Wurzelfüllungen im Rö-Bild aus) nicht bis zum Ende der Wurzel (grün eingezeichnet) reicht. Zudem sahen wir etwas noch helleres (roter Kreis), das den Wurzelkanal zu verstopfen schien. Dabei handelt es sich um ein abgebrochenes Metallteil, welches bei der ersten Behandlung in einer anderen Praxis passierte. Nur leider wusste die Patientin nichts davon und wurde auch nie über das Malheur aufgeklärt.
Wir haben dann in drei Sitzungen versucht das Teil zu finden und schließlich gelang es uns in der dritten Behandlung das Teil zu entfernen (drittes Bild). Auch die beiden anderen Stifte wurde entfernt und schließlich neue Füllmaterialien in der richtigen Länge einprobiert (viertes Bild). Zuguter letzt haben wir noch ein Bild (Bild fünf) gemacht, nachdem wir die neue Wurzelfüllung fertiggestellt hatten.
Übrigens war die Patientin bereits am ersten Behandlungstag schmerzfrei und blieb es auch bis zum Abschluss der Behandlung.
Wurde Dir in einem ähnlichen Fall auch schon zu einer Wurzelspitzenresektion geraten oder gar die Entfernung des Zahnes angeraten und Du sollst Dir ein Implantat einsetzen lassen?
Dann solltest Du vielleicht doch nochmal eine zweite Meinung einholen und dich über alle Möglichkeiten beraten lassen.