26/10/2020
Joggen bei niedrigen Temperaturen
Der Wind pfeift, es regnet und die Kälte kriecht langsam an einem hoch. Joggen in der Kälte – dabei verziehen viele Schönwetterläufer das Gesicht. Dabei ist Joggen auch im Frühjahr ein wunderbarer Sport. Allerdings nur, wenn man einiges beachtet.
Joggen macht Spaß. Auch dann, wenn das Wetter noch nicht so schön ist und wenn die Temperaturen eher an den Winter als an den Frühling erinnern. Fakt ist: Wer bei kälterem Wetter joggen geht, sollte sich entsprechend darauf vorbereiten.
Bewegung gerade in kälterer Jahreszeit wichtig
Weihnachtsplätzen, Glühwein und Co. haben ihre Spuren hinterlassen. Das eine oder andere Pfund, das wir uns in der Advents- und Weihnachtszeit angegessen haben, hält sich auch im Frühjahr hartnäckig. Dass viele Menschen besonders wenn es kalt ist zunehmen, kommt nicht von ungefähr. Denn wir haben einfach mehr Appetit. Das liegt daran, dass der Körper dann mehr Energie benötigt, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Gerade früher, als die Häuser noch nicht mit Heizungen ausgestattet waren, war das überlebenswichtig. Heute allerdings sieht die Lage anders aus. Denn für eine konstante Körpertemperatur auch in der kälteren Jahreszeit muss der Körper nicht mehr alleine sorgen. Er bekommt Unterstützung von der Heizung. Und die Kalorien, die wir gerade im Winter und im kühleren Frühjahr zu uns nehmen, sind dann eigentlich zu viel. Der Kalorienüberschuss muss also ein Gegengewicht bekommen. Und dazu eignet sich etwa Joggen.
Höherer Kalorienverbrauch
Joggen kann besonders an kälteren Tagen einen guten Abnehm-Effekt haben. Denn Wissenschaftlern zufolge verbrennt der Körper dann mehr Kalorien als beim Joggen, wenn es warm ist. Auch dabei spielt das Thema Körperwärme eine Rolle. Da draußen die Heizung fehlt, setzt dann genau der Effekt ein, den unsere Vorfahren kannten: Der Energieverbrauch steigt, um den Körper warm zu halten. Wie viele Kalorien ein Mensch aber beim Joggen in der Kälte verbrennt, hängt von unterschiedlichsten Dingen ab. Zum Beispiel vom Jogging-Tempo, von der Art der Strecke und von der Herzfrequenz etwa.
Die richtige Kleidung
Ganz wichtig, damit das Joggen nicht buchstäblich ins Wasser fällt, ist die richtige Kleidung. Diese sollte vor allem funktionell sein. Funktionskleidung hat den Vorteil, dass Jacke, Shirt und Co. Flüssigkeiten, etwa Schweiß, nach Außen leiten und die Haut dadurch trocken bleibt. So ist die Gefahr für eine Erkältung nicht so groß. Ratsam sind mehrere Schichten: ein Funktionsunterhemd, ein Langarmshirt und schließlich eine Jacke etwa.
Joggen bei niedrigen Temperaturen
Viele Jogger machen den Fehler, dass sie sich zum Laufen an kühleren Tagen zu dick anziehen. Die Folge ist häufig, dass die Jogger vermehrt schwitzen und dadurch zu frieren beginnen. Auch bei kühleren Temperaturen sollte man es mit der Kleidung also nicht übertreiben.
Sinnvoll ist jedoch eine Mütze. Da der Mensch die meiste Wärme über den Kopf abgibt, sorgt die Mütze dafür, dass wir nicht auskühlen. Um aber auch hier zu verhindern, dass man beim Laufen zu stark schwitzt, sollte man auch bei der Kopfbedeckung darauf achten, dass sie funktionell ist. Das Gleiche gilt für die Hände. Auch diese sollten mit entsprechenden Handschuhen warm gehalten werden.
Ebenso wichtig wie der richtige Stoff sind bei der Funktionskleidung auch die Reflexionsstreifen. Da Autofahrer Jogger besonders im Winter oder im Frühjahr aufgrund der frühen Dunkelheit und des schlechteren Wetters spät erkennen, sollte die Kleidung reflektieren, sobald ein Licht darauf fällt. So werden Jogger schneller von Autofahrern erkannt und die Gefahr eines Unfalls wird verringert. Auch eine Stirnleuchte kann sinnvoll sein, wenn man besonders früh morgens oder spät am Abend unterwegs ist.
Schuhe mit Profil
Gerade wenn Straßen und Wege glatt oder matschig sind, sollten Jogger darauf achten, dass ihre Schuhe genug Profil haben. Ansonsten ist die Gefahr, auszurutschen und sich zu verletzen, hoch.
Aufwärmen muss sein
Besonders an kühlen Tagen ist das richtige Aufwärmen vor dem Laufen das Wichtigste. Denn wer sich nicht entsprechend vorbereitet, läuft schnell Gefahr, sich eine schmerzhafte Zerrung zu holen. Für das Warm-up sollten sich Jogger Zeit lassen.
Richtig atmen
An Tagen, an denen die Temperaturen winterlich niedrig sind, ist die Gefahr, Seitenstiche zu bekommen, groß. Richtiges Atmen kann dabei helfen, Schmerzen in der Seite zu vermeiden. Ganz wichtig ist es, dass Jogger dann durch die Nase ein und durch den Mund wieder ausatmen und dass sie ruhig und gleichmäßig Luft holen.
Für Menschen, die unter Asthma leiden, gilt: Bei kühleren Temperaturen lieber nicht draußen joggen gehen. Auch mit einer Erkältung sollte man lieber erst einmal einen Arzt zurate ziehen, ehe es auf die Jogging-Strecke geht.
Kleinere Ziele stecken
Auch wenn ein Jogger im Sommer längere Strecken mühelos zurücklegt, kann es sein, dass das Laufen ihm bei kühleren Temperaturen deutlich schwerer fällt. Man sollte sich also für das Joggen bei niedrigen Temperaturen kleinere Ziele setzen. Wichtig ist es, dass man sich bei den ersten Jogging-Versuchen in der kühleren Jahreszeit nicht zu weit von zu Hause entfernt. Läuft man in der Nähe der Wohnung kann man im Zweifelsfall immer abbrechen, wenn man friert oder nass geworden ist. Schritt für Schritt kann die Laufstrecke dann ausgedehnt werden. Aber das sollte nicht auf einen Schlag stattfinden.
Genug trinken
An kälteren Tagen ist das Durstgefühl häufig nicht so ausgeprägt wie im Sommer. Dennoch sollten Jogger ausreichend viel trinken. Denn auch wenn es kühler ist, verliert der Körper Wasser. Vor und nach dem Laufen sollte darum immer ein Glas Wasser getrunken werden.
Nach dem Laufen
Nach dem Joggen im Freien sollten sich die Läufer im Warmen dehnen. Das hat den Vorteil, dass sie sich in den nassgeschwitzten Sportsachen nicht so schnell eine Erkältung holen, als wenn sie sich im Freien dehnen.
Auch ein heißes Bad oder eine warme Dusche eignen sich hervorragend, um die Muskeln zu lockern und sich vom kalten Jogging-Ausflug zu erholen. Allerdings sollten die Läufer nach dem Joggen einige Zeit lang warten, bis sie in die Dusche oder in die Badewanne steigen. Denn ansonsten kann es schnell zu Kreislaufproblemen kommen. Und weil die Haut gerade im Winter zu Trockenheit neigt, sollten Jogger sich nach dem Baden oder Duschen mit einer feuchtigkeitsspendenden Bodylotion eincremen.
Joggen an kühleren Tagen ist also durchaus möglich. Und auch, wenn es einiges an Vorbereitung bedarf, tut das Laufen an der frischen Luft einfach gut.