30/08/2023
Mein Baum des Monats August: die Wald-Kiefer
von Dipl.-Ing. Eva Robl
Mein Baum des Monats August kommt etwas spät, aber als kleiner „Sommer-Nachtrag“ gerade recht: die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris). Mit ihrer dicken, rotbraunen, schuppigen Borke, die nach oben hin in eine fuchsrote Rinde übergeht und ihrer meist bizzaren Krone symbolisiert sie für mich den Sommer - auch der Geruch erinnert an den Süden (wo die noch viel imposanteren Pinien beheimatet sind). Die Wald-Kiefer besitzt lange blau- bis silbergrüne Nadeln, die paarweise zusammengewachsen sind und kann mit ihrer langen Pfahlwurzel tief in den Boden vordringen. Die Kiefer ist eine sehr anspruchslose Baumart, die das Licht liebt, sturmfest ist und sowohl sehr trockene als auch nasse Standorte besiedeln kann. In den Bergen findet man sie an sonnigen Südhängen. Noch weiter oben wird sie von der Latsche (Pinus mugo) abgelöst, die als „Krummholz“ die Waldgrenze markiert. In Mooren ist die Spirke (Pinus uncinata) verbreitet. Da die Wald-Kiefer sich hervorragend zur Aufforstung trockener Standorte eignet, wurden in den letzten Jahrhunderten ausgedehnte Waldflächen als reine Kiefernforste begründet. Momentan ist die Kiefer mit einem Anteil von 24% die zweithäufigste Baumart in Deutschland. Aus dem harzreichen Holz wurden im Mittelalter sogenannte „Kienspäne“ geschnitten, die angezündet als Lichtquelle dienten. Kiefernadelöl wird zum Inhalieren bei Erkältungen verwendet.