13/07/2026
Stell dir vor die Menschen um dich herum hätten keine Meinung über dich.
Keine Erwartung. Kein Urteil. Keinen Blick der bewertet. Keine Geschichte die sie über dich im Kopf tragen.
Einfach neutrale Augen.
Durch welche Brille würdest du dich dann selbst sehen?
Ich stelle diese Frage manchmal Menschen, mit denen ich arbeite. Und was dann passiert ist fast immer dasselbe.
Eine lange Pause. Und dann ein Gesicht das sich verändert. Weil sie merken dass sie diese Frage noch nie wirklich gestellt haben.
Weil wir das nicht gewohnt sind.
Wir sind gewohnt uns durch die Augen anderer zu sehen.
Durch die Augen unserer Eltern die bestimmte Erwartungen hatten. Durch die Augen von Lehrern die uns früh in Kategorien eingeteilt haben. Durch die Augen von Partnern, Vorgesetzten, Kollegen. Durch gesellschaftliche Bilder davon was Erfolg bedeutet, was eine gute Mutter ist, was ein starker Mann ist, was ein wertvoller Mensch ist.
Irgendwann hören wir auf zu unterscheiden zwischen dem was wir wirklich denken und dem was wir denken weil wir so lange durch diese Brillen geschaut haben dass wir vergessen haben dass wir sie tragen.
Und dann treffen wir Entscheidungen. Wählen Berufe. Beziehungen. Lebenswege.
Und nennen es unser Leben.
Was mich dabei wirklich beschäftigt: Die meisten Menschen ahnen es. Dieses leise Gefühl dass da noch etwas anderes ist. Etwas das nie wirklich Raum hatte. Eine Version von sich selbst die nie gefragt wurde was sie eigentlich will.
Weil die Brille durch die sie sich gesehen haben so früh aufgesetzt wurde dass sie sich wie die eigenen Augen anfühlt.
Würdest du dieselben Entscheidungen treffen wenn niemand urteilen und dich bewerten würde?