07/09/2026
Und manchmal tut genau das weh.
Eine Freundin war mir einmal so nah, dass ich sie sogar zu meiner Trauzeugin gewählt hatte. Wir waren verbunden, haben ein Stück unseres Lebens miteinander geteilt.
Dann kam Corona.
Wir hatten unterschiedliche Wahrnehmungen, unterschiedliche Meinungen und unterschiedliche Wahrheiten über das, was damals geschah.
Und irgendwann wurde der Kontakt weniger.
Doch mit „Entfernung“ meine ich nicht die Kilometer zwischen uns.
Ich meine die Entfernung zwischen einem Ich und einem Du.
Die Stelle, an der wir aufhören, uns wirklich zu begegnen.
Was mich bis heute beschäftigt:
Warum trennen wir uns so schnell, wenn ein anderer Mensch etwas anders sieht als wir?
Warum fragen wir nicht mehr:
„Wie erlebst du das?“
„Warum denkst du so?“
„Was macht das mit dir?“
Wir müssen nicht dieselbe Meinung haben, um uns zu respektieren.
Ich darf eine andere Wahrheit haben als du – und dich trotzdem als Mensch sehen.
Und vielleicht beginnt genau hier die große Spaltung.
Wir sehen sie in der Politik, in Religionen, in Kriegen.
Doch eigentlich müssen wir gar nicht so weit schauen.
Wir finden sie in unseren Familien.
In Partnerschaften.
Unter Freunden.
Ein anderer denkt anders – und plötzlich wird aus einem „Ich sehe es anders“ ein „Dann bist du nicht mehr Teil meines Lebens.“
Vielleicht ist es tatsächlich so:
Manche Menschen begleiten uns nur für einen bestimmten Abschnitt unseres Weges.
Dann ist ihr Kapitel abgeschlossen.
Das darf traurig sein.
Was ich heute schwerer finde, ist nicht, dass sich ein Weg trennt.
Sondern wenn Menschen gehen, ohne noch einmal wirklich miteinander zu sprechen.
Ohne Erklärung.
Ohne Zuhören.
Ohne die Chance, sich zu verstehen.
Vielleicht war dieses Kapitel erfüllt.
Vielleicht musste es enden.
Und trotzdem darf ich dankbar sein für alles, was darin geschrieben wurde.
Wie ist deine Erfahrung?
Hast du schon einmal einen Menschen verloren, weil ihr unterschiedlicher Meinung wart?
Oder ist jemand einfach gegangen, ohne dass ihr wirklich miteinander gesprochen habt?
✍️Wie denkst du darüber.
Vielleicht sollten wir wieder lernen, unterschiedlicher Meinung zu sein, ohne einander