09/06/2026
„So viele Menschen haben ihren Körper berührt. Und gleichzeitig wird ihr klar: Sie selbst tut es kaum noch.“
Sie cremt ihr Gesicht ein. Wie jeden Abend. Mit ganz ruhigen Bewegungen fährt sie über die Wangen, die Stirn, den Hals. Sie kennt diese Handgriffe.
Sie macht das seit vielen Jahren. Dann stellt sie die Creme zurück ins Regal. Und plötzlich fällt ihr etwas auf. Wann hat sie eigentlich zuletzt ihre Beine berührt?
Nicht beim Eincremen, weil die Haut trocken war. Nicht, weil irgendwo etwas weh tat. Sondern einfach mal so. Wann hat sie zuletzt ihre Hände über ihre Oberschenkel gleiten lassen und gespürt:
Das bin ich.
Wann hat sie zuletzt ihren Brustkorb berührt?
Ihre Rippen.
Ihren Bauch.
Ihre Schultern.
Nicht, um etwas zu kontrollieren.
Nicht, um etwas wegzumachen.
Nicht, um zu prüfen, ob etwas nicht stimmt.
Sondern um Kontakt aufzunehmen.
Sie denkt an all die Jahre. An die Massagen. An die Einlagen vielleicht auch. An diverse Bandagen. An Behandlungen. So viele Menschen haben ihren Körper berührt.
Und gleichzeitig wird ihr klar:
Sie selbst tut es kaum noch.
Als wäre ihr Körper zu einem Projekt geworden. Zu etwas, das funktionieren soll. Zu etwas, das man optimiert, korrigiert oder repariert. Aber nicht mehr zu jemandem, mit dem man lebt.
Ihre Hand liegt jetzt auf ihrem Brustkorb.
Nur für einen Moment.
Keine Technik.
Keine Übung.
Nur Wärme.
Und plötzlich fühlt sich dieser Körper,
den sie die ganze Zeit verbessern wollte, ein kleines bisschen weniger fremd an.
Probier es mal aus.
Happy Feldenkrais
Deine Antje
Melde Dich zu meinem Bewegungsmelder an. Link in Bio