04/06/2026
Atmen ist ganz klar. Es ist ein lebenswichtiger Gaswechsel, bei dem Sauerstoff über die Lunge ins Blut gelangt, Kohlendioxid wird aus dem Körper abgegeben und der Blutkreislauf transportiert den Sauerstoff zu den Zellen. Soweit so gut. Und dann wird es spannend. Der Atem wird automatisch im Hirnstamm reguliert, ohne dass wir darüber nachdenken müssen, kann aber auch willentlich verändert werden und damit Einfluss nehmen auf Aktivierung und Regeneration. Besseres Atmen kann positive Effekte haben auf verschiedene Ebenen: verbesserte körperliche Leistungsfähigkeit, klareres Denken, weniger stressbedingte Beschwerden, bessere Schlafqualität, ruhigere Verdauung, günstigere Blutdruckregulation und eine stabilere Immunfunktion.
Wie wir atmen, wird schnell zur Gewohnheit. Wir atmen etwa 20.000 bis 25.000 Mal pro Tag unbewusst. Atemgewohnheiten entwickeln sich über Zeit, deshalb braucht langfristige Veränderung meist regelmäßige Wahrnehmung und Übung, nicht nur eine einzelne Technik. Bewusstheit ist der Schlüssel zu mehr Atemkontrolle. Wir nehmen den Atem erstmal wahr und beginnen dann ihn zu verändern. Dabei sollte uns bewusst sein, jede Veränderung des Atems ändert den Input für spezifische Bereiche im Hirnstamm und damit die Reaktion des Körpers darauf.
Wenn du deine Atemgewohnheiten besser verstehen möchtest, nimm deinen Atem wahr. Oft scheitert das nicht am Können, sondern an Zeitdruck und fehlender Wahrnehmung. Deswegen nimm doch mal für ein paar Tage mit, deine eigenen Atemgewohnheiten zu beobachten:
Atmest du eher durch den Mund oder die Nase?
Hebt sich beim Einatmen vor allem der Brustkorb oder bewegt sich der Bauch mit?
Hältst du oft unbewusst Spannung im Körper?
Seufzt oder schnappst du häufig nach Luft?