20/07/2026
Rehabilitation nach schwerem Hundebiss und Phlegmone 🖐️
Heute möchten wir euch einen besonders komplexen Fall aus unserer Praxis vorstellen, der zeigt, wie folgenschwer vermeintlich kleine Wunden sein können und wie wichtig die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Handchirurgie und Handtherapie ist.
Die Anamnese:Unsere Patientin stellte sich nach einem Hundebiss an beiden Händen vor. Hundebisse sind hochempfindliche Traumata: Die spitzen Zähne injizieren Keime tief in die Gewebeschichten, während sich die Hautoberfläche schnell schließt. Im vorliegenden Fall entwickelte sich eine fulminante Phlegmone – eine diffuse, Gewebe zerstörende bakterielle Infektion.
Der strukturelle Schaden:
Durch den massiven Infektdruck und die bakterielle Nekrose kam es zum strukturellen Super-GAU im Bereich des Fingermittel- und Endgelenk! Eine komplette Ruptur des gesamten Weichteilapparates. Das Gelenk verlor jegliche mechanische und anatomische Integrität. Nach chirurgischer Sanierung (Not-OP, Débridement und Infektionsbekämpfung) startete die Patientin bei uns in die Rehabilitation.
Die Behandlung eines solchen Defizits erfordert höchste Präzision.
Unsere Schwerpunkte in der Handtherapie umfasste u.a. Ödem- und Narbenmanagement, Reduktion der postinfektiösen Schwellung und Mobilisierung des verklebten Gewebes. Schienenversorgung, Maßgefertigte statische oder dynamische Schienen, um das instabile Gelenk zu schützen und gleichzeitig Versteifungen zu verhindern. Frühfunktionelle Mobilisation inkl. passives und vorsichtiges aktives Bewegen im schmerzfreien Raum, um die Gleitfähigkeit der verbliebenen oder rekonstruierten Strukturen zu fördern.
Wie der Verlauf sich zeigte, sehr ihr im kommenden Beitrag! 👋🏻
phlegmone hundebiss