Dr. Anne Fleck

Dr. Anne Fleck Ärztin/Arzt, spezialisiert auf metabolische Gesundheit, Gewichtsmanagement, Hormonbalance und präventive Ernährung.

Ich teile Lehrmaterialien, Patientenempfehlungen, wissenschaftliche Erklärungen und praktische Ratschläge für ein gesünderes Leben.

Was man zwischen den Hauptmahlzeiten essen kann, um nicht ständig zu Süßem zu greifenViele Menschen denken, dass Heißhun...
02/06/2026

Was man zwischen den Hauptmahlzeiten essen kann, um nicht ständig zu Süßem zu greifen

Viele Menschen denken, dass Heißhunger auf Süßes einfach nur eine Frage der Disziplin ist.

„Ich muss mich nur zusammenreißen.“
„Ich darf keine Süßigkeiten kaufen.“
„Ich brauche mehr Willenskraft.“

Doch der Körper funktioniert nicht so einfach.

Sehr oft entsteht der starke Wunsch nach Süßem nicht, weil jemand schwach ist, sondern weil der Körper über Stunden keine stabile Energie bekommen hat.

Ein typisches Muster sieht so aus:

morgens nur Kaffee,
mittags etwas Schnelles,
nachmittags Müdigkeit,
abends starker Appetit auf Schokolade, Brot, Kekse oder Snacks.

Der Körper verlangt dann nicht unbedingt „Süßes“.
Er verlangt schnelle Energie.

Wenn zwischen den Mahlzeiten viele Stunden liegen oder die Hauptmahlzeiten zu wenig Eiweiß, Ballaststoffe und echte Nährstoffe enthalten, kann der Blutzucker stärker schwanken. Die Energie fällt ab — und das Gehirn sucht nach der schnellsten Lösung.

Genau deshalb kann ein gut gewählter Snack zwischen den Hauptmahlzeiten sehr hilfreich sein.

Nicht, um den ganzen Tag zu essen.
Sondern um extremen Hunger, Gereiztheit und Kontrollverlust am Abend zu vermeiden.

Ein guter Snack sollte idealerweise mindestens eines dieser Elemente enthalten:

• Eiweiß,
• Ballaststoffe,
• gesunde Fette,
• eine langsamere Energiequelle.

Einfache Beispiele:

• Naturjoghurt mit ein paar Nüssen,
• Quark mit Beeren,
• ein gekochtes Ei mit Gemüse,
• ein Apfel mit einigen Mandeln,
• Hummus mit Karotten oder Gurke,
• Kefir ohne Zucker,
• eine kleine Portion Nüsse,
• Vollkornbrot mit einer Eiweißquelle.

Ganz anders wirken oft Kekse, süße Riegel, gezuckerte Joghurts oder Kaffee mit etwas Süßem.
Sie geben kurzfristig Energie, aber danach kommt der Hunger häufig stärker zurück.

Auch der Zeitpunkt spielt eine große Rolle.

Wenn zwischen Mittagessen und Abendessen sechs oder sieben Stunden liegen, ist es nicht überraschend, dass der Körper abends nach schneller Energie ruft.

Manchmal ist ein kleiner, gut geplanter Snack am Nachmittag sinnvoller als ein großer Kampf gegen Süßes am Abend.

Das Ziel ist nicht, Süßes komplett zu verbieten.
Das Ziel ist, den Körper nicht jeden Tag an den Punkt zu bringen, an dem Süßes wie die einzige Lösung wirkt.

Was hilft in der Praxis?

• Hauptmahlzeiten mit genug Eiweiß aufbauen;
• Gemüse und Ballaststoffe nicht vergessen;
• Kaffee nicht dauerhaft als Mahlzeitenersatz nutzen;
• lange Essenspausen vermeiden, wenn danach Heißhunger entsteht;
• ausreichend trinken;
• besser schlafen;
• Snacks bewusst vorbereiten, statt spontan aus Stress zu essen.

Auch bestimmte natürliche Pflanzenstoffe können den Stoffwechsel, die Appetitkontrolle und eine stabilere Energie über den Tag unterstützen. Sie ersetzen keine ausgewogene Ernährung, können aber hilfreich sein, wenn der Körper häufig zwischen Müdigkeit, Hunger und Heißhunger schwankt.

Heißhunger auf Süßes ist nicht immer ein Zeichen von fehlender Disziplin.
Sehr oft ist es nur das Ergebnis eines Tages mit zu wenig echter, stabiler Energie.

Die Frage ist einfach: Wollen Sie wirklich Süßes — oder bittet Ihr Körper nur um die Energie, die er den ganzen Tag nicht bekommen hat?

Wie die Portionsgröße das Sättigungsgefühl beeinflusst – nicht nur die KalorienViele Menschen glauben, dass der Körper n...
29/05/2026

Wie die Portionsgröße das Sättigungsgefühl beeinflusst – nicht nur die Kalorien

Viele Menschen glauben, dass der Körper nur auf Kalorien reagiert.
Weniger Kalorien bedeutet weniger Gewicht, mehr Kalorien bedeutet mehr Gewicht — so einfach klingt es.

Aber in der Praxis ist der menschliche Körper deutlich komplexer.

Sättigung entsteht nicht nur durch die Kalorienmenge.
Sie entsteht auch durch das Volumen der Mahlzeit, die Zusammensetzung, die Ballaststoffe, die Eiweißmenge, die Essgeschwindigkeit und die Dehnung des Magens.

Deshalb können zwei Mahlzeiten mit ähnlicher Kalorienzahl völlig unterschiedlich wirken.

Ein kleines Stück Kuchen, ein paar Kekse oder ein stark verarbeitetes Produkt können viele Kalorien enthalten, aber im Magen kaum Volumen einnehmen. Man hat etwas gegessen — und trotzdem kommt nach kurzer Zeit wieder Hunger.

Eine Mahlzeit mit Gemüse, Eiweiß, etwas gesunden Fetten und Ballaststoffen kann dagegen größer aussehen, aber den Körper viel länger satt halten.

Genau hier liegt ein häufiger Fehler beim Abnehmen:
Menschen machen ihre Portionen zu klein, wählen aber sehr kaloriendichte Lebensmittel. Das Ergebnis ist Frust, Hunger und später oft ein starker Drang nach Süßem.

Was hilft in der Praxis?

• Beginnen Sie die Mahlzeit mit Gemüse oder einer einfachen Suppe.
• Achten Sie auf eine gute Eiweißquelle.
• Kombinieren Sie Ballaststoffe mit gesunden Fetten.
• Essen Sie langsamer und ohne Bildschirm.
• Legen Sie die Portion bewusst auf einen Teller.
• Vermeiden Sie es, direkt aus der Packung zu essen.

Eine gute Portion ist nicht automatisch die kleinste Portion.
Eine gute Portion ist die, nach der Sie sich satt, ruhig und leicht fühlen — ohne nach 20 Minuten wieder etwas suchen zu müssen.

Der Körper braucht nicht nur weniger Essen.
Er braucht verständliche Signale: genug Volumen, genug Nährstoffe und genug Zeit, um Sättigung wahrzunehmen.

Deshalb ist beim Gewichtsmanagement nicht nur die Kalorienzahl entscheidend, sondern auch die Frage, wie Ihr Körper nach dem Essen reagiert.

Die wichtigste Frage lautet also: Macht Ihre Portion Sie wirklich satt — oder sieht sie nur auf dem Papier „richtig“ aus?

Warum auch „gesunde Lebensmittel“ ein Gefühl von Schwere verursachen könnenViele Menschen denken: Wenn ein Produkt gesun...
20/05/2026

Warum auch „gesunde Lebensmittel“ ein Gefühl von Schwere verursachen können

Viele Menschen denken: Wenn ein Produkt gesund ist, kann es dem Körper nicht schaden.
Doch in der Praxis sehe ich oft das Gegenteil: Menschen essen Salate, Vollkornprodukte, Nüsse, Joghurt, Obst oder Hülsenfrüchte — und fühlen sich danach schwer, aufgebläht und müde.

❌ Das bedeutet nicht, dass diese Lebensmittel schlecht sind.
Es bedeutet nur, dass nicht jedes gesunde Lebensmittel für jeden Körper in jeder Situation leicht verdaulich ist.

🔬 Der Grund liegt in der Verdauung. Manche Lebensmittel enthalten viele Ballaststoffe, natürliche Zucker, Stärke oder Fette. Für einen empfindlichen Darm, eine geschwächte Verdauung oder einen verlangsamten Stoffwechsel kann selbst eine „gesunde“ Mahlzeit zu schwer sein.

Typische Beispiele:

✔️ zu große Portionen Rohkost am Abend
✔️ viele Nüsse oder Samen auf einmal
✔️ Hülsenfrüchte ohne richtige Zubereitung
✔️ Obst direkt nach einer großen Mahlzeit
✔️ Vollkornprodukte bei empfindlichem Darm
✔️ Joghurt oder Milchprodukte, wenn der Körper sie schlecht verträgt

Viele Menschen machen genau hier den Fehler: Sie essen „richtig“, aber fühlen sich trotzdem nicht besser. Dann denken sie, ihr Körper sei kaputt oder ihr Stoffwechsel funktioniere nicht. In Wirklichkeit braucht der Körper oft nur eine andere Kombination, kleinere Portionen oder eine bessere Reihenfolge der Lebensmittel.

👉 Deshalb sage ich immer: Gesund bedeutet nicht automatisch passend.

Ein gutes Essen sollte nicht nur „richtig“ aussehen. Es sollte Ihnen auch danach Energie geben, keine Schwere.

Was kann helfen?

✔️ Rohkost eher mittags statt spät abends essen
✔️ Gemüse teilweise warm zubereiten
✔️ Obst getrennt oder als leichte Zwischenmahlzeit verwenden
✔️ Fettquellen wie Nüsse oder Öl bewusst dosieren
✔️ auf das eigene Bauchgefühl nach dem Essen achten
✔️ Mahlzeiten einfacher kombinieren, statt zu viele Zutaten zu mischen

Der Körper gibt immer Signale. Blähbauch, Müdigkeit, Schweregefühl oder Druck im Bauch sind keine Kleinigkeiten. Sie zeigen oft, dass die Verdauung überfordert ist.

❓Die wichtigste Frage lautet also: Essen Sie wirklich das, was Ihrem Körper guttut — oder nur das, was allgemein als „gesund“ gilt?

Wie langsames Kauen helfen kann, übermäßiges Essen zu vermeiden – auch ohne strenge DiätenIm hektischen Alltag nehmen vi...
08/03/2026

Wie langsames Kauen helfen kann, übermäßiges Essen zu vermeiden – auch ohne strenge Diäten

Im hektischen Alltag nehmen viele Menschen ihre Mahlzeiten nebenbei ein – zwischen Terminen, vor dem Computer oder unterwegs. In solchen Momenten wird das Essen oft zu einer automatischen Handlung. Doch der Rhythmus, in dem wir kauen, kann einen spürbaren Einfluss darauf haben, wie der Körper Sättigung wahrnimmt.

Die Verdauung beginnt bereits im Mund. Wenn wir Lebensmittel langsamer kauen, werden sie gründlicher zerkleinert und besser mit Speichel vermischt. Dadurch wird die weitere Verdauung erleichtert. Gleichzeitig erhält das Gehirn mehr Zeit, die Signale zu verarbeiten, die aus dem Verdauungssystem kommen.

Das Gefühl der Sättigung entsteht nämlich nicht sofort. Der Körper benötigt einige Minuten, um die Informationen aus Magen und Darm an das Gehirn weiterzugeben. Wenn eine Mahlzeit sehr schnell gegessen wird, kann es passieren, dass wir mehr essen, bevor das Sättigungssignal überhaupt wahrgenommen wird.

Langsames Kauen fördert außerdem eine bewusstere Wahrnehmung des Essens. Wer sich Zeit nimmt, Geschmack, Textur und Aroma wahrzunehmen, erkennt oft leichter den Moment, in dem der Hunger nachlässt.

Natürlich ist die Geschwindigkeit des Essens nur ein Teil eines größeren Gesamtbildes. Stoffwechsel, hormonelle Regulation, Stress und Schlafqualität spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Dennoch kann ein ruhigeres Essverhalten dem Körper helfen, seine natürlichen Hunger- und Sättigungssignale besser wahrzunehmen.

Warum „nebenbei essen“ tagsüber häufig zu mehr Hunger am Abend führtIm Laufe eines stressigen Tages greifen viele Mensch...
19/02/2026

Warum „nebenbei essen“ tagsüber häufig zu mehr Hunger am Abend führt

Im Laufe eines stressigen Tages greifen viele Menschen zwischendurch zu kleinen Snacks – im Auto, zwischen zwei Terminen oder nebenbei am Schreibtisch. Dieses „Essen im Vorbeigehen“ wirkt harmlos, beeinflusst jedoch spürbar, wie der Körper Hunger und Sättigung reguliert.

Wenn Mahlzeiten ohne Pause, ohne Aufmerksamkeit und oft ohne ausgewogene Zusammensetzung eingenommen werden, registriert der Organismus sie nicht immer als vollständige Nahrungsaufnahme. Die Signale der physiologischen Sättigung bleiben schwächer, weil langsames Kauen, bewusste Wahrnehmung und eine strukturierte Nährstoffkombination fehlen. So können zwar Kalorien aufgenommen werden, ohne dass ein echtes Sättigungsgefühl entsteht.

Hinzu kommt, dass schnelle Snacks häufig überwiegend aus leicht verfügbaren Kohlenhydraten bestehen. Sie können rasche Schwankungen im Blutzucker auslösen, gefolgt von einem erneuten Hungergefühl. Über den Tag verteilt summieren sich diese kleinen Impulse – am Abend zeigt sich dann oft ein deutlich stärkerer Appetit.

Auch der emotionale Aspekt spielt eine Rolle. Ein dichter Zeitplan, hoher Leistungsdruck und fehlende Pausen erhöhen das Stressniveau. Wenn am Abend endlich Ruhe einkehrt, sucht der Körper nach Ausgleich. Essen wird dann nicht nur zur Energiequelle, sondern auch zu einem Mittel der Entspannung.

Das bedeutet nicht, dass Zwischenmahlzeiten vermieden werden müssen. Entscheidend ist vielmehr, wie sie in den Alltag integriert werden. Kleine, bewusste Pausen und eine ausgewogenere Auswahl können helfen, den Appetit über den Tag stabiler zu halten und abendliche Überkompensation zu reduzieren – im Einklang mit den individuellen Bedürfnissen des Körpers.

Was man morgens essen kann, um starke Blutzuckerschwankungen im Laufe des Tages zu vermeidenDas Frühstück hat einen größ...
08/01/2026

Was man morgens essen kann, um starke Blutzuckerschwankungen im Laufe des Tages zu vermeiden

Das Frühstück hat einen größeren Einfluss auf den Stoffwechsel, als vielen bewusst ist. Die erste Mahlzeit des Tages legt gewissermaßen fest, wie stabil der Energielevel bleibt, wie sich der Appetit entwickelt und wie der Körper in den nächsten Stunden mit dem Blutzucker umgeht. Besteht das Frühstück überwiegend aus schnell verfügbaren Kohlenhydraten, kann es zu raschen Blutzuckerspitzen kommen, auf die ebenso schnelle Abfälle folgen.

Nach der nächtlichen Ruhephase reagiert der Organismus besonders sensibel auf Nahrung. Mahlzeiten, die vor allem aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten bestehen, lassen den Blutzucker schnell ansteigen. Der Körper antwortet darauf mit einer erhöhten Insulinausschüttung, was häufig dazu führt, dass das Hungergefühl früh zurückkehrt und die Energie bereits am Vormittag nachlässt.

Ein ausgewogeneres Frühstück unterstützt dagegen eine gleichmäßigere Energiefreisetzung. Die Kombination aus Eiweiß, Ballaststoffen und Fetten verlangsamt die Verdauung und die Aufnahme von Glukose ins Blut. Dabei geht es nicht um starre Regeln oder perfekte Mahlzeiten, sondern um das Verständnis, dass die Zusammensetzung des Frühstücks eine wichtige Rolle spielt.

Auch die Umstände am Morgen sind entscheidend. Schlafmangel, Zeitdruck oder hastiges Essen „nebenbei“ können beeinflussen, wie der Körper auf die Mahlzeit reagiert. Der Stoffwechsel nimmt nicht nur wahr, was gegessen wird, sondern auch in welchem Zustand sich der Mensch dabei befindet.

Dieses Wissen soll keinen zusätzlichen Druck erzeugen, sondern Orientierung bieten. Kleine, bewusste Entscheidungen am Morgen können helfen, den restlichen Tag ausgeglichener zu gestalten. Da jeder Organismus unterschiedlich reagiert, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Frühstück an den eigenen Rhythmus und die persönlichen Bedürfnisse anzupassen.

Wie sich die Kohlenhydrat-Sensitivität mit dem Alter verändertMit zunehmendem Alter bemerken viele Menschen, dass ihr Kö...
27/12/2025

Wie sich die Kohlenhydrat-Sensitivität mit dem Alter verändert

Mit zunehmendem Alter bemerken viele Menschen, dass ihr Körper auf Kohlenhydrate anders reagiert als früher. Mahlzeiten, die früher problemlos vertragen wurden, können heute mit Müdigkeit, Völlegefühl oder stärkeren Schwankungen im Energielevel einhergehen. Das hängt mit der Kohlenhydrat-Sensitivität des Körpers zusammen, die sich im Laufe des Lebens verändert.

In jüngeren Jahren reagieren die Zellen meist effizienter auf Insulin – das Hormon, das dafür sorgt, dass Glukose aus dem Blut in die Zellen gelangt und dort als Energie genutzt wird. Mit der Zeit können jedoch Faktoren wie der allmähliche Verlust an Muskelmasse, chronischer Stress, weniger erholsamer Schlaf und hormonelle Veränderungen diese Sensitivität verringern. Der Körper benötigt dann mehr Insulin, um die gleiche Menge an Kohlenhydraten zu verarbeiten.

Diese Veränderung bedeutet nicht, dass Kohlenhydrate „problematisch“ oder grundsätzlich zu vermeiden sind. Sie zeigt vielmehr, dass der Organismus sie anders verarbeitet als früher. Bei manchen Menschen führen größere oder schnell aufgenommene Kohlenhydratmengen zu deutlicheren Energieanstiegen und -abfällen, während andere kaum etwas davon spüren. Das sind normale, individuelle Unterschiede.

Das Verständnis dieser altersbedingten Anpassung hilft, Ernährung flexibler und gelassener zu betrachten. Der Körper entwickelt sich weiter, und mit ihm verändern sich auch seine Bedürfnisse. Es gibt viele Möglichkeiten, die Kohlenhydratverwertung im Rahmen eines ganzheitlichen Lebensstils zu unterstützen – ohne starre Regeln oder extreme Einschränkungen.

Warum ein „Gewichtsplateau“ eine normale Phase ist – und kein Scheitern beim AbnehmenViele Menschen werden verunsichert,...
23/12/2025

Warum ein „Gewichtsplateau“ eine normale Phase ist – und kein Scheitern beim Abnehmen

Viele Menschen werden verunsichert, wenn sich das Gewicht eine Zeit lang nicht mehr verändert, obwohl sie weiterhin bewusst essen und auf ihren Lebensstil achten. In Wirklichkeit ist ein Gewichtsplateau kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft. Es ist eine ganz normale Anpassungsphase des Körpers.

Wenn der Organismus Veränderungen wahrnimmt – etwa eine geringere Energiezufuhr, einen strukturierteren Tagesablauf oder mehr Achtsamkeit beim Essen – reagiert er zunächst. Nach einer Weile versucht der Körper jedoch, eine neue Balance herzustellen. Dieser Prozess wird Homöostase genannt und dient der Stabilität und Sicherheit. In dieser Phase kann das Gewicht stagnieren, obwohl im Inneren wichtige Anpassungen stattfinden.

Die Zahl auf der Waage zeigt nicht das gesamte Bild. Wassereinlagerungen, hormonelle Schwankungen, Stress oder die Verdauung können das Gewicht kurzfristig beeinflussen. Gleichzeitig kann sich die Körperzusammensetzung verändern – etwa weniger Fett und ein besseres Körpergefühl – ohne dass sich das Gewicht deutlich verschiebt.

Ein Plateau tritt häufig dann auf, wenn der Körper den neuen Rhythmus „lernt“. Das ist kein Rückschritt, sondern eine vorübergehende Stabilisierungsphase. Zu viel Druck oder abrupte Verschärfungen führen oft eher dazu, dass der Körper noch sparsamer mit Energie umgeht.

Aus medizinischer Sicht bedeutet ein Gewichtsplateau, dass der Organismus Zeit zur Anpassung braucht. Geduld, das Beobachten individueller Reaktionen und behutsame Anpassungen sind in dieser Phase wertvoller als Eile. Nachhaltige Veränderungen verlaufen selten geradlinig – Pausen gehören dazu und sind ein natürlicher Teil des Prozesses.

Was ist der praktische Unterschied zwischen einem langsamen und einem schnellen StoffwechselWenn wir von einem „langsame...
20/12/2025

Was ist der praktische Unterschied zwischen einem langsamen und einem schnellen Stoffwechsel

Wenn wir von einem „langsamen“ oder „schnellen“ Stoffwechsel sprechen, geht es nicht um ein festes Etikett, sondern um die Art, wie der Körper Energie im Alltag nutzt. Der Stoffwechsel beschreibt, wie viele Kalorien wir in Ruhe verbrauchen, wie wir auf Mahlzeiten reagieren und wie flexibel der Organismus mit Belastungen wie Stress, Schlafmangel oder Bewegung umgeht.

Bei einem eher schnellen Stoffwechsel wird Energie effizienter umgesetzt. Hunger- und Sättigungssignale sind oft stabiler, kleine Abweichungen in der Ernährung schlagen weniger stark auf das Gewicht durch, und das Energieniveau bleibt über den Tag hinweg gleichmäßiger. Das hängt häufig mit ausreichender Muskelmasse, einer ausgewogenen Hormonlage und einem regelmäßigen Tagesrhythmus zusammen.

Ein langsamer Stoffwechsel zeigt sich in der Praxis anders. Schon kleine Veränderungen bei Schlaf, Stress oder Essenszeiten können spürbare Effekte haben. Energieeinbrüche treten häufiger auf, das Sättigungsgefühl setzt verzögert ein, und Gewichtsveränderungen brauchen mehr Zeit. Das ist keine Frage von Willenskraft, sondern Ausdruck einer vorsichtigeren Energieverwaltung des Körpers — oft beeinflusst durch Stress, hormonelle Faktoren, geringe Muskelmasse oder frühere Phasen starker Restriktion.

Im Alltag erkennt man die Unterschiede an Details: Wie schnell kehrt der Hunger zurück? Bleibt die Energie nach dem Essen stabil oder fällt sie ab? Reagiert der Körper sensibel auf unregelmäßige Tage? Diese Signale sind aussagekräftiger als jede pauschale Einstufung.

Wichtig ist: Der Stoffwechsel ist anpassungsfähig. Er kann sich verändern, wenn Rahmenbedingungen sich verbessern. Schrittweise, realistische Anpassungen — ohne Extreme — unterstützen die natürliche Flexibilität des Körpers. Wer versteht, wie der eigene Stoffwechsel praktisch reagiert, kann Entscheidungen treffen, die langfristig entlasten und stabilisieren.

Warum der Körper bei chronischem Stress am Fett „festhält“Chronischer Stress wirkt nicht nur auf die Psyche, sondern hat...
17/12/2025

Warum der Körper bei chronischem Stress am Fett „festhält“

Chronischer Stress wirkt nicht nur auf die Psyche, sondern hat direkte Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Befindet sich der Körper über längere Zeit im Alarmzustand, schaltet er auf Schutzmodus — und dieser Schutz zeigt sich häufig darin, dass Energie in Form von Fett gespeichert wird, besonders im Bauchbereich.

Zentral in diesem Zusammenhang ist das Hormon Cortisol. Kurzfristig hilft es uns, mit Belastungen umzugehen. Bleibt Cortisol jedoch dauerhaft erhöht, verändert sich die Art und Weise, wie der Körper Energie nutzt und speichert. Der Appetit kann zunehmen, die Lust auf energiereiche Lebensmittel steigt, und gleichzeitig wird die Fettfreisetzung gehemmt. Das ist keine Frage der Disziplin, sondern eine hormonelle Reaktion.

Lang anhaltender Stress beeinflusst außerdem die Muskelmasse. Cortisol kann den Muskelabbau begünstigen, wodurch der Grundumsatz sinkt. Weniger aktive Muskelmasse bedeutet einen langsameren Stoffwechsel — der Körper verbraucht im Alltag weniger Energie und „klammert“ sich stärker an seine Reserven.

Hinzu kommt, dass Stress häufig den Schlaf verschlechtert. Schlafmangel verstärkt wiederum die Cortisol-Ausschüttung und bringt Hunger- und Sättigungssignale aus dem Gleichgewicht. So entsteht ein Kreislauf, in dem sich Anspannung, Müdigkeit und Gewichtszunahme gegenseitig verstärken können.

Wichtig ist: Stress vollständig zu vermeiden ist unrealistisch. Schon kleine, regelmäßige Entlastungsmomente können jedoch helfen, dem Körper Sicherheit zu signalisieren — etwa kurze Bewegungseinheiten, bewusste Atempausen oder ein stabiler Schlafrhythmus. Versteht man die Rolle von Cortisol, lassen sich Veränderungen des Körpergewichts gelassener einordnen. Ziel ist nicht Perfektion, sondern eine schrittweise Unterstützung des Stoffwechsels im realen Alltag.

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