05/09/2026
Lp(a) overhyped? 💉
Die erste große Endpunktstudie zur gezielten Lp(a)-Senkung mit Pelacarsen war negativ.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Lp(a) als Risikofaktor widerlegt ist.
Eine mögliche Erklärung ist, dass zu spät behandelt wurde: Genetische Daten bilden eine lebenslange Lp(a)-Belastung ab, während in HORIZON Menschen mit bereits bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung behandelt wurden.
Auch der kombinierte Studienendpunkt könnte eine Rolle gespielt haben. Herzinfarkt, Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Tod und dringliche Eingriffe wurden gemeinsam ausgewertet, obwohl Lp(a) besonders stark mit koronaren Ereignissen zusammenzuhängen scheint.
Außerdem ist möglich, dass Pelacarsen selbst nicht stark genug war. Die Lp(a)-Senkung liegt ungefähr bei 70–80 %, während neuere Wirkstoffe wie Olpasiran teilweise über 90 % erreichen.
Und vielleicht ist der kurzfristig erreichbare Effekt grundsätzlich kleiner als gedacht: Lebenslange genetische Kausalität lässt sich nicht automatisch in den Nutzen einer wenige Jahre dauernden Therapie übersetzen.
Wichtig: Bisher kennen wir nur die ersten veröffentlichten Ergebnisse. Die genauen Zahlen und Detailanalysen fehlen noch.
Die entscheidende Frage bleibt deshalb:
Ist Pelacarsen gescheitert – oder ist die gezielte Lp(a)-Therapie insgesamt weniger wirksam als erhofft?
Das werden die nächsten Studien zeigen. 🫀