30/05/2026
PHOSPHATBINDER
SOLLTE MAN WARTEN, BIS DIE PHOSPHOR-BLUTWERTE ERHÖHT SIND? AUF GAR KEINEN FALL!
Immer wieder lese ich in facebook-Gruppen, man solle Phosphatbinder erst dann geben, denn der P-Wert im Serum grenzwertig hoch oder gar erhöht sei. Ich halte das nicht nur für fachlich falsch, sondern auch für schädlich für den CNI-Patienten.
Warum? Spätestens, wenn die Diagnose CNI durch einen Tierarzt gestellt wurde, wissen wir, dass die geschwächten Nieren nicht mehr in der Lage sind Phosphat, das nicht in Knochen und Zähnen oder im Gewebe, vollständig auszufiltern und auszuscheiden. Das heißt, es landet in der Blutbahn und lässt dort den Phosphatspiegel ansteigen.
Bevor Du das im Laborbericht über das Blut sehen kannst, maskiert der Organismus diesen Anstieg, weil er sehr gefährlich für den Körper ist: Als SOS Maßnahme mobilisieren die Nebenschilddrüsen eine Überproduktion des Parathormons, um das überschüssige Phosphat. Dieses Hormon signalisiert dem Körper, Phosphat auszuscheiden, löst aber gleichzeitig Kalzium aus den Knochen, um die Elektrolyte im Blut stabil zu halten. Denn, entgleisen die, ist Dein Hund in Lebensgefahr.
In dieser Zeit siehst Du im Blutbild noch überhaupt nichts von angestiegenem Phosphat, denn noch erhält das aus Knochen und Zähnen gelöste Kalzium ja den Phosphatspiegel mit viel Anstrengung im Rahmen.
Aber natürlich hat das Folgen: Es kommt zu einer Entmineralisierung der Knochen und freigesetzte Kalzium verbindet sich im Blut mit dem hohen Phosphat und lagert sich als "Kristall“ geschädigten Organen – vor allem in den Nieren – ab. Diese Verkalkung zerstört die verbliebenen Nierenkanälchen (das sind die Folter der Nieren) und trägt deshalb zu einem noch rascheren Fortschreiten der Krankheit bei.