18/06/2026
Vielleicht ist nicht unser größtes Problem, dass wir zu wenig über Ernährung wissen.
Vielleicht ist unser größtes Problem, dass inzwischen jeder glaubt, etwas über Ernährung zu wissen.
Noch nie gab es so viele Ernährungsexperten, Podcasts, Bücher, Programme, Nahrungsergänzungsmittel und Ernährungstrends.
Und trotzdem steigen Übergewicht, Diabetes, Fettleber und Erschöpfung weiter an.
Als ich die Funde aus Pompeji sah, hat mich etwas überrascht:
Die Menschen vor fast 2.000 Jahren aßen Sauerteigbrot, Hülsenfrüchte, Fisch, Olivenöl, Nüsse, Obst, Gemüse und fermentierte Lebensmittel.
Mit anderen Worten:
Viele der Lebensmittel, die wir heute als gesund bezeichnen, standen bereits damals auf dem Speiseplan.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: Warum wissen wir so wenig über Ernährung?
Sondern:
Warum reden wir so viel über Ernährung und kommen trotzdem nicht weiter?
Jede Generation glaubt, Ernährung neu erfunden zu haben. Neue Namen. Neue Trends. Neue Bücher. Neue Influencer.
Aber oft dieselben Lebensmittel.
Und während wir über Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß diskutieren, geraten die wirklich spannenden Fragen in den Hintergrund:
Wie beeinflusst chronischer Stress unseren Stoffwechsel?
Welche Rolle spielen Hormone?
Was passiert mit dem Energieverbrauch unseres Gehirns?
Wie verändern Schlafmangel, Unsicherheit und Bewegungsmangel unsere Biologie?
Vielleicht fehlt uns gar kein Ernährungswissen.
Vielleicht fehlt uns ein tieferes Verständnis des Stoffwechsels.
Und vielleicht sollten wir uns weniger fragen, welches Produkt noch fehlt. Sondern mehr fragen, welches Wissen verloren gegangen ist.
Und wer heute noch über die Erfahrung, die Bildung und das naturwissenschaftliche Verständnis verfügt, einen Stoffwechsel wirklich zu verstehen.
Eure Daniela Kielkowski
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