11/04/2026
Nachdem ich einmal mit eigenen Augen gesehen habe welche irreparablen Schäden man mit TENS anrichten kann, schreie ich es immer wieder in die Welt hinaus 😵
Hier ein Text von Susanne Arens von Fa. Amplivet, deren MET- Gerät auch bei mir zum Einsatz kommt:
"TENS und EMS bei gelähmten Tieren – sinnvoll oder riskant?
Meine Stellungnahme :
Ich werde immer wieder gefragt, ob TENS oder EMS bei gelähmten Tieren unterstützend eingesetzt werden kann. Deshalb hier meine fachliche Einordnung, warum TENS und EMS bei neurologischen Ausfällen mit Vorsicht zu betrachten sind:
Immer wieder kommen TENS- oder EMS-Geräte bei gelähmten Hunden zum Einsatz – oft in der Annahme, dass sichtbare Muskelzuckungen bereits ein therapeutischer Erfolg seien. Doch das greift zu kurz und kann sogar kontraproduktiv sein.
TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) und EMS (Elektrische Muskelstimulation) wurden ursprünglich für den Humanbereich entwickelt – zur Schmerzlinderung (TENS) oder Muskelkräftigung bei intakter Reizleitung (EMS). Beide Verfahren arbeiten mit Reizzwang: Der Stromimpuls zwingt die Nerven zur Weiterleitung – auch dann, wenn sie eigentlich regenerieren müssten.
Das birgt mehrere Risiken:
Überforderung geschädigter Nerven:
Ein geschwächter Nerv kann durch erzwungene Reize zusätzlich belastet oder sogar geschädigt werden – insbesondere bei hohen Frequenzen oder zu intensiver Anwendung.
Mitbeteiligung umliegender Gewebe:
Faszien, Muskulatur und Bindegewebe sind meist ebenfalls betroffen und brauchen gezielte Regeneration – nicht zusätzliche Reizüberflutung.
Fehlende Stromflusskontrolle:
Viele einfache TENS-/EMS-Geräte zeigen nicht an, ob und wieviel Strom wirklich fließt. Gerade bei dichtem Fell oder Sensibilitätsstörungen ist das riskant – es droht eine blinde Dosierung.
Adaption durch Dauerstimulation:
Schon bei gesunden Nerven ist bekannt, dass dauerhafte Reize zur Adaption führen: Die Reizweiterleitung lässt nach, die Nerven „stumpfen ab“. Bei vorgeschädigten Nerven kann das die Regeneration verzögern oder sogar blockieren.
Fazit:
Muskelzuckung allein ist kein Therapienachweis. TENS/EMS sind nicht geeignet für gelähmte Tiere mit gestörter Reizleitung. Hier braucht es statt Reizzwang eine gezielte Reizregulation – wie sie z. B. durch modulierte Mittelfrequenztherapie (MET) möglich ist.
Das Amplivet bietet hierfür besonders fein dosierbare, neurologisch angepasste Programme – mit klarer Stromflussanzeige und sanften Impulsen. Es arbeitet regenerativ, nicht fordernd. Erst wenn der Körper bereit ist, kann/soll der Muskel und/oder Nerv mit einer Reaktion antworten – aber auf Grundlage seiner eigenen Kapazität, nicht durch forcierten Zwang."
Auf dem Bild seht Ihr beispielhaft die Elektrodenanlage bei einer Amplivet-Therapie und einen komplett gechillten Patienten, der die Therapie sichtlich genießt 🥰