21/05/2026
𝗝𝗲𝗺𝗮𝗻𝗱 𝗳𝗿𝗮𝗴𝘁𝗲 𝗮𝗹𝗹𝗲𝗻 𝗘𝗿𝗻𝘀𝘁𝗲𝘀, 𝗼𝗯 𝗲𝗿 𝘂̈𝗯𝗲𝗿𝗵𝗮𝘂𝗽𝘁 𝗲𝗶𝗻 𝗴𝘂𝘁𝗲𝗿 𝗚𝗶𝘁𝗮𝗿𝗿𝗶𝘀𝘁 𝘀𝗲𝗶.
Nicht irgendein Fan nach dem Konzert.
Nicht ein Musikstudent in der ersten Reihe.
Ein Journalist.
Frank Zappa.
Der Mann, dessen Soli klingen, als würden sie gleichzeitig abstürzen und fliegen.
Als würden sie sich im selben Moment erfinden, in dem sie passieren.
Und ausgerechnet ihn fragte man,
ob er sich für einen guten Gitarristen halte.
Allein diese Frage, ist schon eine kleine Offenbarung.
Weil sie zeigt, wie seltsam wir Meisterschaft definieren.
Wir halten oft nur das für groß,
was sauber aussieht.
Was sich benennen lässt.
Was man messen, wiederholen, abheften kann.
Makellos = meisterhaft.
Wiederholbar = professionell.
Kontrolliert = gut.
Zappa wusste, dass genau dort die Lebendigkeit stirbt.
Er erklärte es auf seine Weise.
Die meisten Soli, sagte er, werden immer und immer wieder geübt.
Die Leute gehen auf die Bühne und spielen jeden Abend dasselbe.
Makellos.
Perfekt reproduzierbar.
Und dann sagt Frank Zappa diesen Satz:
„You get a piece of time and you get to decorate it."
„Du bekommst ein Stück Zeit – und darfst es dekorieren."
Das ist keine Antwort zu Gitarrentechnik.
Das ist eine Aussage über Gegenwart.
Plötzlich geht es nicht mehr darum,
etwas Fehlerfreies abzuspulen.
Sondern darum,
ob Du in einem Moment wach genug bist,
um etwas entstehen zu lassen,
das vorher noch nicht da war.
Nicht Reproduktion.
Sondern Präsenz.
Nicht Kontrolle.
Sondern Kontakt.
Nicht das immer Gleiche in schöner Verpackung.
Sondern ein Mensch,
ein Augenblick,
ein Stück Zeit
und genug Wahrnehmung,
um daraus etwas Echtes zu machen.
Ich denke oft, dass genau hier auch eine der tiefsten Wahrheiten therapeutischer Arbeit liegt.
Denn auch dort wird Meisterschaft leicht verwechselt.
Mit Technik.
Mit Routine.
Mit dem sicheren Griff.
Mit dem, was sich immer gleich abrufen lässt.
Aber Menschen sind keine Tonleitern.
Körper sind keine Wiederholungen.
Und echte Tiefe entsteht selten dort,
wo einfach nur das Bekannte perfekt abgespult wird.
Gerade hochsensible Heilberufler:innen spüren oft sehr genau,
dass ihre größte Qualität nicht im mechanischen Wiederholen liegt.
Sondern in etwas anderem:
in Präsenz, in Wahrnehmung, in dem Mut,
nicht einfach nur das Nächste zu tun,
sondern wirklich da zu sein
Vielleicht ist genau das Meisterschaft:
Ein Stück Zeit zu bekommen
und es so zu berühren,
dass etwas Lebendiges daraus wird.
the human touch
berührung die bewegt
Wenn Dich dieser Gedanke inspiriert, schreib mir ZAP.
P.S: ...und im Kommentar der ganze Text des Interviews ;-)