31/07/2026
7 häufige Fehler, die bei Demenz unbeabsichtigt zu Gewichtsverlust führen können
Wenn ein geliebter Mensch mit Demenz an Gewicht verliert, ist unser erster Gedanke meist: „Er isst nicht genug.“
Doch das Problem ist oft nicht so einfach, wie dass kein Essen vor ihm steht – vielmehr erschweren kleine, alltägliche Dinge das Essen. Schauen wir uns die häufigsten Ursachen an.
1. Eine zu große Portion auf den Teller geben
Viele Menschen denken: Wenn ein Betroffener schon wenig isst, sollte zumindest eine große Portion vor ihm stehen. Doch ein voll beladener Teller kann auf viele Menschen mit Demenz angsteinflößend wirken. Sie schauen ihn an, und der Appetit ist sofort vergangen. Eine viel bessere Lösung ist es, kleinere Portionen anzubieten. Wenn aufgegessen ist, kann jederzeit nachgereicht werden. So isst Ihr Angehöriger oft mehr, als wenn er zu viel Essen auf einmal vor sich sieht.
2. Sich nur auf die drei Hauptmahlzeiten verlassen
Viele halten streng am Rhythmus von Frühstück, Mittagessen und Abendessen fest. Doch bei Demenz funktioniert es oft besser, wenn über den Tag verteilt mehrere kleinere Mahlzeiten aufeinander folgen. Eine Banane, ein Joghurt, ein paar Würfel Käse oder eine Scheibe Süßbrot können auch zwischen zwei Mahlzeiten viel bewirken. Es ist nicht schlimm, wenn die Tagesmenge nicht auf einmal gegessen wird.
3. Zu viel Unruhe beim Essen
Ein eingeschalteter Fernseher. Mehrere Personen, die gleichzeitig sprechen. Ein klingelndes Telefon. Diese Dinge können einen Menschen mit Demenz leicht ablenken. Versuchen wir, eine ruhige Umgebung zu schaffen. Oft hilft schon das allein, damit ein paar Bissen mehr gegessen werden.
4. Nicht bemerken, dass der Mund wehtut
Wenn jemand Zahnschmerzen hat oder die Zahnprothese drückt, isst er natürlicherweise ungern. Ein geliebter Mensch mit Demenz kann Ihnen dies jedoch nicht immer mitteilen. Es lohnt sich, auf die kleinen Zeichen zu achten. Zum Beispiel, wenn er nur auf einer Seite kaut, das Essen ausspuckt oder beim Kauen das Gesicht verzieht.
5. Zu wenig Flüssigkeit trinken
Flüssigkeitsmangel verschlechtert nicht nur das Wohlbefinden, sondern kann auch den Appetit mindern. Zudem kommt es häufiger zu Verstopfung, was die Lust am Essen ebenfalls nimmt. Warten wir nicht, bis Ihr Angehöriger um etwas zu trinken bittet. Bieten Sie ihm häufig kleinere Mengen an. Viele Betroffene nehmen Tee, Suppe, Obst oder sogar einen Smoothie viel leichter an als ein Glas Wasser.
6. Immer dasselbe kochen
Vielleicht hat Ihr Angehöriger früher Kohlrouladen geliebt. Heute interessiert er sich aber möglicherweise überhaupt nicht mehr dafür. Bei Demenz kann sich auch der Geschmack verändern. Viele Betroffene bevorzugen süße Aromen, andere verlangen nach weicherer Nahrung. Es lohnt sich, manchmal zu experimentieren. Ein einfacher Pfannkuchen, Grießbrei oder ein Fruchtjoghurt kann ein größerer Erfolg sein als das frühere Lieblingsgericht.
7. Nach dem ersten „Nein“ aufgeben
– Möchtest du etwas Mittagessen?
– Nein.
Und damit ist die Mahlzeit schon beendet. Dabei ist es gut möglich, dass der Betroffene zehn Minuten später gerne etwas essen würde. Stimmung und Aufmerksamkeit eines Menschen mit Demenz können sich rasch ändern. Es lohnt sich, es später noch einmal zu versuchen. Ohne Zwang, ohne Diskussion, einfach freundlich erneut die Möglichkeit zum Essen anbieten. Sehr oft wird es beim zweiten oder dritten Versuch angenommen.
Ein kleiner Trick, der oft funktioniert
Wenn es Ihrem Angehörigen schwerfällt, sich zum Essen hinzusetzen, fragen Sie nicht:
– Hast du Hunger?
Oft antwortet er darauf automatisch mit Nein. Versuchen Sie es stattdessen so:
• Probier mal, das ist wirklich lecker geworden!
• Probier mal, ob das salzig genug ist!
• Ich esse jetzt ein wenig, setz dich zu mir!
Das Essen wird dann nicht zu einer Aufgabe, sondern zu einer gemeinsamen Aktivität.