16/06/2022
Eine schöne Parabel, die verdeutlicht, wie begrenzt unsere eigene Sichtweise ist. Auch in Bezug auf das Göttliche, ein höheres Bewusstsein. Manche Dinge übersteigen unseren Verstand, nur unser Herz kann sie wahrnehmen:
Im Mutterleib unterhält sich ein Zwillingspaar. Das eine Baby fragt das andere: „Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ Das andere antwortet: „Warum, natürlich. Da muss es etwas nach der Geburt geben. Vielleicht sind wir hier, um uns darauf vorzubereiten, was wir später einmal sein werden.“
„Unsinn,“ sagt das erste. „Es gibt kein Leben nach der Geburt. Was sollte das denn für ein Leben sein?“ Das zweite sagt: „Ich weiß es nicht, aber es wird mehr Licht geben als hier. Vielleicht werden wir mit unseren Beinen laufen und mit unseren Mündern essen. Vielleicht werden wir noch andere Sinne haben, die wir jetzt noch gar nicht begreifen können.“
Daraufhin das erste: „Das ist absurd. Laufen ist unmöglich. Und essen mit unserem Mund? Lächerlich! Die Nabelschnur versorgt uns mit Nährstoffen und allem, was wir brauchen. Aber die Nabelschnur ist so kurz. Ein Leben nach der Geburt ist logischerweise auszuschließen.“
Das zweite insistiert: „Also ich glaube, da gibt es noch etwas und vielleicht ist es anderes als hier. Vielleicht brauchen wir diese Schnur dann gar nicht mehr.“
Das erste antwortet: „Keiner ist jemals davon zurückgekommen. Die Geburt ist das Ende des Lebens und nach der Geburt gibt es nichts außer Dunkelheit und Angst. Die Geburt bringt uns nirgendwo hin.“
„Also, ich weiß nicht“ sagt das zweite, „aber bestimmt werden wir dort Mutter treffen und sie wird sich um uns kümmern.“
Das erste antwortet: „Mutter? Du glaubst tatsächlich an Mutter? Das ist lächerlich. Wenn es Mutter wirklich gibt, wo ist sie denn jetzt?“
Das zweite erklärt ruhig und geduldig: „Sie ist um uns herum. Wir sind von ihr umhüllt. Wir sind aus ihr. Wir leben in ihr. Ohne sie wäre diese Welt nicht.“
Daraufhin das erste: „Also ich sehe sie nicht, von daher ist es nur logisch, dass es sie nicht gibt.“
Das erste antwortet: „Manchmal, in der Stille, kannst du sie hören, sie wahrnehmen. Ich denke, es gibt eine Realität nach der Geburt und wir sind hier um uns darauf vorzubereiten."
(Übersetzt und wahrscheinlich aus: "Your Sacred Self" von Wayne Dyer)