02/10/2026
Ich glaube, eine der größten Herausforderungen in der Begleitung ist es, das auszuhalten, dass man nicht immer etwas tun muss oder auch kann.
Da hängt jemand fest. Du erkennst seine Muster. Und spürst seinen Schmerz. Weißt vielleicht auch wirklich, was los ist und willst natürlich helfen.
Du hast ja schließlich nicht umsonst investiert in tolle Werkzeuge, Coachinginterventionen und sonst welche therapeutischen Techniken.
Da könnte man jetzt doch genau hier einen Impuls reingeben und genau dort etwas Energie verteilen oder was auch immer.
Die Lösung ist so nah :-)
Aber was passiert, wenn du als Begleiter bereits eine Vorstellung davon hast, wo es hingehen soll und wie die Entwicklung aussehen sollte?
Wenn du glaubst zu wissen, was dein Klient erkennen, lösen oder verändern muss?
Dann entsteht nämlich schnell etwas, das wir eigentlich vermeiden wollen:
Der Klient beginnt, sich an deiner Vorstellung von Entwicklung zu orientieren – statt wieder an sich selbst. Und das ist doch das Wichtigste überhaupt: Dass der Mensch zu sich kommt und Orientierung im Innen findet.
Also dreht sich alles um die Frage
„Was braucht es, damit dieser Mensch sich selbst wieder wahrnehmen kann?“
Und das verändert deine Rolle dramatisch.
Du hältst die Antworten nicht bereit. Du bist nicht der Experte oder die Expertin für die Lösung, sondern für den Kontakt.
Und du musst auch nicht derjenige sein, der den entscheidenden Durchbruch erzeugt.
Du schaffst Bedingungen, in denen etwas wieder möglich wird, was verborgen lag.
Durch den Kontakt mit dir in den Selbstkontakt.
Eigene Wahrnehmung.
Eigene Orientierung.
Eigene Entwicklung.
Mich interessiert:
Was daran fällt dir schwer?
Und welche Gedanken hast du, wenn du das liest?
Schreibs gerne in die Kommentare.