14/07/2026
Hast du mittlerweile auch schon fast ein schlechtes Gewissen, deinen Kaffee zu trinken? Social Media macht gerade ordentlich Angst davor.
Kurze Entwarnung vorweg: Wenn du regelmäßig Kaffee trinkst, hat sich dein Körper an den Cortisol-Effekt von Koffein größtenteils gewöhnt. Der starke Anstieg, den man oft liest, zeigt sich vor allem bei Menschen, die selten oder gar keinen Kaffee trinken.
Trotzdem, aus Sicht des Nervensystems ist Kaffee direkt auf nüchternen Magen nicht die schlauste Reihenfolge.
Erstens kurbelt Kaffee auf leerem Magen die Magensäureproduktion an, das kann bei empfindlichen Personen zu Reizungen führen.
Zweitens hat dein Körper morgens ohnehin schon einen natürlichen Cortisol-Peak, der dich wach macht. Koffein setzt zusätzlich noch einen drauf und aktiviert dabei auch Adrenalin und Noradrenalin, also genau die Stresshormone, die auch bei echtem Stress ausgeschüttet werden. Dein Körper unterscheidet dabei kaum zwischen einer Tasse Kaffee und einer echten Stresssituation. Das Nervensystem wird direkt morgens hochgefahren, noch bevor der Tag überhaupt losgeht.
Muss jeder selbst wissen, ob das gewollt ist. Wer aber ohnehin viel Stress im System trägt oder sein Nervensystem eher beruhigen möchte, für den kann es sinnvoll sein, Kaffee nicht als Erstes zu trinken. Zum Beispiel mit etwas Fett kombiniert, wie beim Bulletproof Coffee, das verlangsamt die Magenentleerung und damit auch, wie schnell das Koffein im Dünndarm aufgenommen wird, wo der Großteil der Aufnahme stattfindet. Oder frühestens 60-90 Minuten nach dem Aufwachen, wenn der natürliche Cortisol-Peak bereits am Abklingen ist.