03/09/2026
Wahrscheinlich ist Bewusstsein nichts, was wir finden müssen, es ist das , was schon immer da war.
Ein Mann ging zu einem weisen alten Menschen und fragte:
,,Wie kann ich bewusster leben?"
Der Alte zeigte auf einen stillen See.
,,Was siehst du?"
,,Den Himmel, die Bäume, das Wasser."
,,Und was hörst du?"
Der Mann lauschte.
,,Den Wind, einen Vogel, meinen Atem."
Der Alte lächelte.
,,Und was denkst du?"
Der Mann musste lachen.
,,Zu viel."
,,Dann beobachte es."
,,Meine Gedanken?"
,,Ja, ohne sie festzuhalten, ohne sie wegzuschieben."
Der Mann schloss die Augen.
Ein Gedanke kam, dann noch einer.
Eine Erinnerung, eine Sorge.
Er beobachtete sie.
Und bemerkte etwas Seltsames:
DIE GEDANKEN VERÄNDERTEN SICH STÄNDIG. ABER ETWAS IN IHM BLIEB STILL UND NAHM ALL DAS WAHR.
Er öffnete die Augen.
,,Ist das Bewusstsein?"
Der Alte nickte.
,,Bewusstsein ist nicht der Gedanke, es ist das, was den Gedanken bemerkt.
Es ist nicht die Angst, es ist das, was weiß, dass Angst da ist.
Es ist nicht die Freude, es ist das, was sie erlebt."
Der Mann sah auf den See.
,,Und wie bleibe ich darin?"
Der Alte antwortete:
,,Du musst nicht darin bleiben.
Du musst nur immer wieder bemerken, dass du bereits da bist."
Ein Blatt viel auf das Wasser. Kreise breiteten sich aus. Dann wurde der See still.
Und womöglich liegt genau darin die Bedeutung von Achtsamkeit.
Nicht ständig nach einem besseren Zustand suchen. Nicht zu versuchen, ein anderer Mensch zu werden.
Sondern für einen Augenblick ganz wahrzunehmen, was gerade ist.
Den Atem
Den Gedanken.
Die Stille dazwischen.
Denn während unser Verstand ständig irgendwohin unterwegs ist, ist das BEWUSSTSEIN immer schon hier.
Vermutlich ist das die einfachste Form von Freiheit, nicht mehr von dem gegenwärtigen Augenblick davonzulaufen. Sondern ihn wirklich zu sehen.
SO WIE ER IST, UND DICH SELBST DARIN.
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