22/07/2026
Trotz Sommerzeit ist es heute wieder an der Zeit, einen weiteren Vortrag vorzustellen. Unsere wunderbare Dozentin Dr. med. Anne Michel-Hansen wird uns einen Einblick in die FEES im Rahmen der Geriatrie geben.
FEES in der Geriatrie: Warum ist dieses Diagnostik-Instrument so wichtig?
Die oropharyngeale Dysphagie ist ein geriatrisches Syndrom, das trotz seiner hohen Prävalenz bei älteren Krankenhauspatienten und trotz der damit verbundenen Komplikationen (Mangelernährung, Dehydratation und Aspirationspneumonie) nach wie vor zu selten diagnostiziert wird.
Die besondere Herausforderung der oropharyngealen Dysphagie im höheren Lebensalter liegt in ihrer multifaktoriellen Genese. Häufig führt ein akutes Gesundheitsereignis zur Dekompensation einer bereits bestehenden, bislang kompensierten oder vom Patienten als altersbedingt akzeptierten Schluckstörung.
Zusätzliche Faktoren wie Vollnarkose, akute Immobilisation oder neu begonnene medikamentöse Therapien mit Xerostomie als
Nebenwirkung können die Schluckfunktion weiter beeinträchtigen und treffen häufig auf bereits bestehende Grunderkrankungen wie Demenz, COPD, zervikale Osteophyten oder einen mögliche Nachwirkungen eines Schlaganfalls.
Anhand von verschiedenen ausgewählten klinischen Fällen wird aufgezeigt, warum die FEES in der Geriatrie ein unverzichtbares diagnostisches Instrument ist. Die Fallbeispiele veranschaulichen die multifaktorielle Genese der oropharyngealen Dysphagie sowie den Stellenwert der FEES für die differenzierte Diagnostik, die individuelle Therapieplanung und die Beurteilung der Schlucksicherheit.
Abschließend wird auf die Bedeutung der Dysphagie für die sichere Medikamenteneinnahme eingegangen. Polypharmazie – definiert als die tägliche Einnahme von fünf oder mehr
Medikamenten – betrifft rund 45 % der über 65-Jährigen und ist mit einem erhöhten Risiko für Arzneimittelinteraktionen, Nebenwirkungen, Stürze, Hospitalisierungen und Mortalität
assoziiert. Ein wesentliches Ziel der FEES besteht darin, die Sicherheit der oralen Medikamenteneinnahme zu beurteilen und gegebenenfalls geeignete Anpassungen zu empfehlen, beispielsweise eine Änderung der Darreichungsform oder das Mörsern von Medikamenten (sofern pharmakologisch zulässig). Aus diesem Grund werden ausgewählte FEES-Beispiele einer pathologischen Medikamenteneinnahme vorgestellt, die den
entscheidenden Beitrag der FEES zur sicheren Arzneimittelapplikation in der Geriatrie eindrucksvoll verdeutlichen.
Schau einfach auf unserer Seite www.feesfilmfestival.de vorbei und informiere Dich auch über die anderen Vorträge und Dozent*innen des FEES-FILM-FESTIVALS. Hier kannst Du Dich dann auch anmelden.
Wir freuen uns schon sehr auf das bereits fast ausgebuchte Symposium im Filmhaus Köln im Herzen der Domstadt.
Euer FFF-Team Kathi & Uli