08/09/2026
Wurdest du auch schon einmal „Prinzessin auf der Erbse“ genannt, weil man dich damit eigentlich verunglimpfen wollte?
Dir sagen wollte, du seist viel zu empfindlich, vielleicht arrogant, hieltest dich für etwas Besonderes und bräuchtest besondere Fürsorge und Aufmerksamkeit?
Typisch für unsere Gesellschaft diese Verdrehung das Märchen aufzufassen. In ihm steckt eine ganz andere Wahrheit. Die wahre Prinzessin ist nicht verweichlicht, sie ist stark. Geht mutig ihren Weg, hält sich nicht an Normen und wartet zu Hause auf die Rettung durch den Prinzen. Sie will das Echte für sich. So klopft sie an am Schloß zerzaust und durchnässt.
Es wird sich herausstellen, dass sie dennoch eine Sensitivität besitzt, die selbst unter all den Schichten im Märchen den Matratzen spürt, dass da etwas nicht stimmt. Dass sich etwas verbirgt.
Und sie nimmt es intensiv wahr. Diese Erbse.
Sie ist echt. Sie ist mit ihrer Seele verbunden und fühlt ganz tief.
Unter all den falschen Prinzessinnen wird genau sie als die Wahre erkannt.
Der Prinz ist lange auf der Suche nach etwas Echtem, doch er kann es nicht finden.
Im Schloß wird sie geprüft. Das Leben schickt Aufgaben zur Meisterung. Wieder steht sie zu sich und vertuscht die Wahrheit nicht, um zu gefallen. Sie bleibt sich treu und sagt, so kann sie nicht schlafen. Was hat unser Volksmund draus gemacht: so ne empfindliche unverschämte Zicke. Aber im Märchen ist keine Spur von dieserAbwertung. Im Gegenteil.
Eine Erbse liegt verborgen unter unzähligen Matratzen. Diese Schichten stehen für das Unbewusste und all die falschen Mechanismen und Strategien, womit Menschen täuschen.
Und sie kann nicht schlafen darum.
Wir Sensiblen, die wir in einer harten Gesellschaft so oft für unsere Feinfühligkeit schlecht gemacht wurden, dürfen uns genau dafür wieder achten und unserer Wahrnehmung vertrauen. Denn es gibt so viel Täuschung. Für jeden Täuscher sind wir eine Bedrohung.
Denn die wahre Qualität einer Königin liegt darin, mit sich und ihrer Seele tief verbunden zu sein. So kann sie selbst im Dunkeln sehen und das Unbewusste wird integriert. Sie kennt sich damit aus.
Auf diesem authentischen Weg findet sie nicht nur im Außen ihren wahren Prinzen, sondern baut vor allem im Inneren die Verbindung zu ihrem gesunden Männlichen auf.
Zu dem Anteil in ihr, der sie wirklich schätzt und erkennt. Diese weibliche Urkraft ist es, die es für ein gesundes Miteinander braucht.
Denn diese Fähigkeit ist unfassbar wertvoll.
Und wenn ein Mann sie erkennen und wertschätzen kann, ist er ein König.
Darum scheint der Mond im Hintergrund.
Als Symbol der weiblichen Urkraft, die im Dunkeln sieht und unter all den Schichten die Wahrheit erkennt.
Interpretation des Märchens:
©Alexandra Heike Munz
Schampus für die Seele
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