03/06/2026
Auf Reisen ins Unbewusste – Mehr als wir ahnen
Schon mal von musizierenden Pflanzen gehört?
Heute Morgen bin ich über einen verblüffenden Artikel gestolpert. Unter anderem war sogar von einem Pflanzen-Jazzkonzert die Rede, das vor kurzem zum ersten Mal stattgefunden hat.
Abgesehen davon, dass mich diese Nachricht fasziniert hat, hat mich meine eigene Reaktion fast mehr beschäftigt als der Artikel selbst. Warum erstaunt mich das eigentlich so sehr? Vielleicht, weil es in meiner inneren Vorstellungswelt dafür bisher keinen Platz gegeben hat.
Es gibt den Begriff der Pflanzenblindheit. Damit ist gemeint, dass wir Pflanzen zwar sehen, ihnen aber wenig Aufmerksamkeit schenken. Nicht, weil sie unwichtig wären, sondern weil sie ein grüner, stiller Hintergrund sind, der einfach immer da ist.
Inzwischen zeigt sich ein deutlich vielfältigeres Bild von Pflanzen, als viele von uns noch im Kopf haben. Wir beginnen Pflanzen anders wahrzunehmen – nicht, weil sie sich verändert haben, sondern weil sich unser Blick und unser Wissen geändert haben.
Doch das gilt nicht nur für Pflanzen. Wir nehmen die Welt nie vollständig wahr, sondern immer nur in Ausschnitten.
Und wir sind dann überrascht, wenn uns plötzlich etwas auffällt, das schon die ganze Zeit da war.
Die eigentliche Frage ist deshalb nicht, ob Pflanzen musizieren. Sondern: Was ist gerade da – ohne dass wir es wirklich sehen?
Wie oft leben wir mitten in der Welt und merken erst im Nachhinein, dass wir sie nur teilweise wahrgenommen haben?
Vielleicht ist genau das der eigentliche blinde Fleck: nicht das, was wir nicht sehen, sondern dass wir meist gar nicht merken, wie begrenzt unser Blick gerade ist. Bis etwas Unerwartetes kurz aus dem gewohnten Rahmen fällt - ein Satz, eine Nachricht oder ein Bild, das hängen bleibt.