07/05/2026
Einer der 'ersten Stunde', als die Notfallseelsorge gerade anfing und es Feuerwehrseelsorge und PSU noch nicht gab.
In Bochum hat man gute Worte für einen Nachruf gefunden.
R.i.P.
Lieber Hajo,
es fällt unendlich schwer, diese Worte an dich zu richten, wissend, dass du sie nicht mehr lesen kannst. Dass du in deiner Wohnung in Bochum‑Hamme gestorben bist, allein und viel zu früh, macht uns tief betroffen. Nachbarn haben gemerkt, dass du fehlst – und genau dieses Fehlen spüren wir jetzt umso deutlicher. Dein Platz ist plötzlich leer.
Du wurdest als Hans‑Joachim Witte am 4. Juli 1955 in Versmold geboren. Für uns aber warst und bleibst du einfach „Hajo“. Einer von uns. Einer, der zugehört hat. Einer, der da war, wenn Worte schwerfielen und die Last eines Einsatzes noch lange nachwirkte.
Am 4. Juli 1994 bist du zur Feuerwehr Bochum gekommen – und mit dir etwas völlig Neues. Als erster Notfallseelsorger hast du eine Aufgabe übernommen, für die es bis dahin kaum Strukturen, aber umso mehr Bedarf gab. Mit großem Enthusiasmus und echter Überzeugung hast du diesen Weg gestaltet und ausgefüllt. Du warst ansprechbar für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kameradinnen und Kameraden und deren Familien. Offen, ruhig, verlässlich. Viele haben bei dir Trost gefunden, Halt, ein offenes Ohr.
Du hast Einsatzfahrzeuge gesegnet, hast Worte gefunden bei Trauerfeiern für verstorbene Kameradinnen und Kameraden, hast Erinnerungen Raum gegeben und Abschiede würdevoll begleitet. Und auch nach deiner offiziellen Verabschiedung in den Ruhestand war spürbar: Diese Aufgabe war für dich nie nur ein Dienst – sie war Berufung.
Im Sommer wärst du 71 Jahre alt geworden. Dass du diesen Geburtstag nicht mehr erlebst, macht uns traurig. Aber was bleibt, ist das, was du hinterlassen hast: Dankbarkeit, Respekt und viele stille Momente, in denen du für andere stark warst.
Mach’s gut, lieber Hajo.
Du wirst fehlen – als Kollege, als Mensch, als Seelsorger.
Wir werden dich nicht vergessen.