13/02/2021
Offener Brief an unsere Politiker
-Gedanken zu Corona-
Sehr geehrte Bundesregierung,
sehr geehrte Landesregierung,
Sie haben schwierige Entscheidungen zu treffen, um die wir Sie nicht beneiden.
Wir alle sind erschöpft, viele sind verzweifelt und mir als Bürgermeister drängen sich immer mehr Fragen auf, aus Sorge um unser aller Zukunft:
• Ein Inzidenz-Wert von 50 war die Linie der Hoffnung, nun ist die "35" das Maß der Dinge. Warum ist es nicht die 37 oder die 32? Kann man aus Sorge vor einer Virusmutation ohne wissenschaftlichen Beleg einen Wert festlegen, der 80 Millionen Menschen elementar betrifft?
• Warum ist es im "Aldi", Lidl" etc. sicherer als im örtlichen Schuhgeschäft?
• Warum haben Sie Vertrauen in die Hygienekonzepte von Friseuren, nicht aber in die von Gastronomen, Hotels, der Beautybranche etc.?
• Warum schließen Sie trotz Hygienekonzepten alle Fitnessstudios und untersagen das gemeinsame Trainieren von z.B. Kindern im Outdoorbereich? Die beste Waffe gegen jeden Virus ist ein starkes Immunsystem, das stärke ich durch Sport und Bewegung. Wann sprechen wir über gesunde Ernährung?
Die uns verabreichte Medizin "Lockdown" senkt den Wert der Corona-Infektionen langsam, hat aber mittlerweile furchtbare Nebenwirkungen für Kinder, Eltern, Pädagogen, vereinsamte und daran sterbende Senioren, mittellose Studenten ohne Nebenjobs, Gewerbetreibende, Gastronomen und Hoteliers, die Fitness-, Beauty- und Veranstaltungsbranche. Nicht zu vergessen, die ansteigende häusliche Gewalt gegenüber Kindern und Frauen, unsere dahinsiechenden Vereine, die Kulturschaffenden, Kinos und viele mehr.
Mit Corona sind tausende Menschen gestorben - jetzt sterben verzweifelte Menschen durch die Nebenwirkungen des Medikaments "Lockdown" einen wirtschaftlichen oder auch sozialen Tod!
Ist es in dieser verzweifelten Situation nicht Zeit, die Basis für die Verabreichung des Medikaments "Lockdown" neu festzulegen?
Warum richten Sie ihre Entscheidung fast ausschließlich nach dem Inzidenz-Wert der Infektionen auf 100.000 Menschen über 7 Tage?
Ist es nicht sinnvoller, diesen Wert zu verbinden mit der Anzahl der freien Intensivbetten und dem Alter des Corona-Infizierten (ein infizierter 60-Jähriger muss höher gewichtet werden als z.B. ein infizierter 20-Jähriger). Dazu kommt noch die steigende Anzahl geimpfter Menschen.
Macht es Sinn, abgegrenzte, lokale Infektionsgeschehen z.B. in Heimen nicht weiter in den Inzidenz-Wert mit einfließen zu lassen? Die Allgemeinbevölkerung kann die infizierten Personen gewöhnlich nicht treffen.
Es ist normal, dass ein Virus mutiert, wie sieht ihre Strategie aus, falls der Impfstoff dann nicht mehr wirken sollte? Haben wir dann im nächsten Winter den dritten Lockdown?
Sie haben Vieles richtig gemacht und geben ihr Bestes, aber ich denke, es ist an der Zeit mal innezuhalten und mit unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen und Wissenschaftlern zu überlegen, welche Wege noch und alternativ beschritten werden könnten.
Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz und wünsche Ihnen viel Gesundheit und Erfolg bei all ihren Überlegungen und Entscheidungen.
Mit freundlichen Grüßen
Jochen Arenz
Bürgermeister Stadt Bad Doberan (Bitte teilen)