Tierheilpraxis Franzisca Flattenhutter - Augsburg

Tierheilpraxis Franzisca Flattenhutter - Augsburg Dozentin, Fachbuchautorin, Gründerin des Expert:innen-Netzwerks Vetrias. Die Gesundheit Ihres Tieres im Fokus!

Ihre Expertin für natürliche Tiergesundheit und artgerechte Ernährung - lokal in 86462 Langweid, regional im Großraum Augsburg, international via Online-Coaching und Beratung! Als Tierheilpraktikerin und Tier-Ernährungsberaterin habe ich mich ganz der Therapie und der ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge für Ihr Haustier verschrieben. Um Ihrem vierbeinigen Liebling die bestmögliche medizinische Versorgung bieten zu können, besuche ich regelmäßig Fort- und Weiterbildungen. Mein Therapieangebot:

Ganzheitliche Ernährungsberatung für Hunde und Katzen | klassische Homöopathie | Pflanzen- und Kräuterheilkunde (Phytotherapie) | Horvi-Enzym-Therapie

Wenn es um das Lebensende geht, hat niemand mehr so wirklich den Durchblick. Die Konsequenz? Die letzte Lebensphase wird...
12/09/2026

Wenn es um das Lebensende geht, hat niemand mehr so wirklich den Durchblick. Die Konsequenz? Die letzte Lebensphase wird verklärt, und wir fallen ordentlich auf die Nase, wenn wir dann wirklich einmal mit der Realität konfrontiert werden.

Ein altes Tier zu begleiten, bedeutet nicht nur, verträumt im Sonnenuntergang zu sitzen oder in stets trauter Einigkeit auf dem Sofa zu kuscheln. Und Sterben? Ist nicht immer steril, kein Sich-Wegschlafen, sondern ein Prozess. Der einen Anfang hat. Und ein unweigerliches Ende.

Nur: Woran merke ich als Tierhalter, dass es dem Ende zugeht? Dass mein Tier sich verabschiedet, „nicht mehr mag“? Ich habe dir sechs vermeintlich eindeutige Anzeichen mitgebracht.

1) Dein Tier zieht sich zurück

Ja, es kann sein, dass sich dein Tier aus dem Alltag verabschiedet, viel für sich ist, verträumt vor sich hin schaut und deine Nähe meidet, weil es seine letzte Lebensphase einläutet.

Aber: Es können zahlreiche andere Ursachen dahinterstecken. Und ich möchte dich bitten, hier ganz genau hinzuschauen und nicht dieses schmerzhaft-bittere „Es geht dem Ende zu“-Etikett darüber zu kleben.

Im Alter werden viele Tiere empfindsamer. Veränderungen in ihrer Umgebung, Trubel, sehr heller Lichteinfall, plötzliche Geräusche oder generell eine unruhige Stimmung belasten sie vielleicht mehr als früher. Ein Rückzug kann hier schlichtweg bedeuten, dass dein Tier mehr Ruhe braucht.

Aber auch Unwohlsein oder Schmerzen können sich zunächst einmal durch einen Rückzug bemerkbar machen.

Deshalb: Schau hin. Fühle hin. Und hole dir Rat von jemandem, der dein Tier empathisch und ganzheitlich betrachtet. Und euch begleitet. Ja. Euch beide.

2) Dein Tier schläft sehr tief

… und manchmal, ja, manchmal stehst du bang über seinem Körbchen und lauschst, hoffst auf seinen nächsten Atemzug. Ist es nun so weit? Schläft es sich weg?

Der Schlaf alter Tiere verändert sich naturgemäß. Es kann sein, dass unsere Tiersenioren phasenweise sehr schlecht zur Ruhe finden und dann wiederholt aus dem Schlaf aufschrecken – oder dann so tief schlafen, als seien sie in gänzlich andere Sphären abgetaucht.

Das muss kein Grund zur Besorgnis sein.

3) Dein Tier nässt sich ein

Ja. Ein Teil des natürlichen Sterbeprozesses kann sein, dass die Tiere sich einnässen.

Doch es gibt zahlreiche andere Gründe, die dazu führen, dass ein Tier die Kontrolle über seine Schließmuskeln verliert. Eine zunehmende Erschlaffung des Bindegewebes beispielsweise, neurologische Erkrankungen oder eine degenerative Erkrankung der Lendenwirbelsäule (Arthrose, Spondylose) können ebenfalls zum unwillkürlichen Urinverlust führen.

Homöopathisch und mit einer unterstützenden manuellen Therapie kannst du hier vieles bewirken.

4) Dein Tier wirkt abwesend und verwirrt

Im Alter lässt die Sinneswahrnehmung nach. Daher kann es vorkommen, dass dein altes Tier sich auch in gewohnter Umgebung nicht mehr gut zurechtfindet – oder wirklich aufgrund einer beginnenden Demenz phasenweise desorientiert ist.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass dein Tier seinen Abschied einläutet. Es bedeutet aber sehr wohl, dass dein Tier Sicherheit und diverse Hilfestellungen braucht.

Ein fester Rückzugsort, ein achtsam begrenzter Lebensraum, indirekte Lichtquellen und deine sanfte Führung können hier wahre Wunder wirken.

5) Der Appetit deines Tieres lässt nach

Wenn dein alter Hund oder deine alte Katze nur noch lustlos am Napf schnuppert und selbst von seinem Lieblingsfutter allenfalls ein paar Happen frisst, ehe es sich desinteressiert abwendet, müssen bei dir noch nicht unbedingt die Alarmglocken schrillen.

Erinnere dich daran, dass die Sinneswahrnehmung eines Tieres im Alter nachlässt. Die Senioren hören und sehen nicht nur schlechter, auch der Geschmacks- und Geruchssinn lassen nach.

Daher kann es sein, dass dein Tier nun nur noch Futtermittel annimmt, die besonders intensiv schmecken und riechen oder eine ganz besonders interessante Konsistenz haben.

Und ja: Es kann sein, dass du hin und wieder auf Junkfood ausweichen musst. Zumindest, um deinem Tier sein gesundes und artgerechtes Hauptfutter wieder schmackhaft zu machen.

6) Dein Tier hat das Fressen eingestellt

Hier sehe ich die größte Panik bei meinen Tierhaltern, hier passieren aber auch die größten Fehler.

Denn ein Tier, das nicht mehr fressen mag, will nicht zwangsläufig sterben – vielmehr dürfen wir ganz genau überprüfen, ob nicht doch eine organische Problematik dahintersteckt.

Ein akutes Schmerzgeschehen, Zahnschmerzen beispielsweise oder eine heftige Rachenentzündung können das Tier am Fressen hindern.

Aber auch zahlreiche Erkrankungen, die im Alter vermehrt auftreten und mit Sodbrennen, Übelkeit und folglich Appetitlosigkeit einhergehen, verderben deinem Hund oder deiner Katze den Appetit.

Daher gilt auch hier die Devise: Genau hinschauen. Rat einholen. Handeln.

Einen Tiersenior zu begleiten bedeutet, noch genauer hinzusehen. Verantwortung zu übernehmen. Aktiv zu werden. Und dem Tier all die Hilfe und Unterstützung, all die Sicherheit zu schenken, die es in dieser fragilen Lebensphase benötigt.

Genau dabei möchte ich dich unterstützen.

Denn deine Liebe, dein Feingefühl und dein Bauchgefühl reichen nicht aus, um deinem Tier in seiner letzten Lebensphase, die von Chaos geprägt und gleichzeitig so fragil ist, ein wirklich sicherer Hafen zu sein.

Du brauchst Fachwissen, um die körperlichen Prozesse, die mit dem Älterwerden einhergehen, sicher einschätzen und managen zu können.

Und genau hier nehme ich dich an der Hand. Mit meinem Wissen aus zwölf Jahren Tierheilpraxis sowie aus der Arbeit und dem Zusammenleben mit insgesamt 100 Hospizkatzen.

Ganzheitliche Gesundheit für alte Tiere

Wenn eine Katze mit sagenhaften 25 Jahren über die Regenbogenbrücke geht, dann würde ich es ihr so wünschen: mit ihrem K...
11/09/2026

Wenn eine Katze mit sagenhaften 25 Jahren über die Regenbogenbrücke geht, dann würde ich es ihr so wünschen: mit ihrem Kopf in der Hand ihres Menschen, mit einem sanften Atem, mit einer berührenden Ruhe und Zufriedenheit.

Genau so durfte ich es mit unserem Camillo gestern Abend erleben.

Nur durfte er leider nicht „einfach einschlafen“. Ziemlich genau vor drei Wochen hatten wir eine sehr erschütternde Diagnose für ihn erhalten, in der das Wort „Euthanasie“ irgendwie immer mitschwang. Und dennoch kam der Abschied schneller und dramatischer, als ich es ihm und mir gewünscht hatte. Ja: ich bin unendlich dankbar für diese drei Wochen Bonuszeit und dieses sanfte, ruhige Hinübergleiten. Über die Regenbogenbrücke. Und hin zu all denjenigen, die ihm vorausgegangen sind.

25 Jahre sind ein stolzes Alter für eine Katze, und doch entschädigen sie nicht für den Verlust, den man erlebt, wenn man einen geliebten vierbeinigen Freund gehen lassen muss.

Camillo. Krakehlo. Krakus. Spankster. Spanky. So spannend und vielfältig seine Spitznamen, so komplex auch seine Entwicklung hier bei uns in der Familie und im Rudel.

Camillo hatte einer alten Dame gehört, die ihn wiederum auf ihrer letzten Station im Pflegeheim nicht mitnehmen konnte. Als das Tierheim Nördlingen im März 2024 sein Vermittlungsgesuch mit diesem stolzen, grantigen, verschrobenen und unnahbaren Blick postete, zögerte ich nicht lange. Camillo war bei unserer ersten Begegnung verhalten, aber neugierig, zeigte sich dann aber so aggressiv und unberechenbar, dass die Tierheim-Mitarbeiterinnen ihn mit einem Kescher bändigen mussten, um ihn in die Transportbox zu bekommen.

Bei uns dann: Skepsis. Was sind das für neue Menschen? Was sollen all die anderen Katzen hier?

Man merkte ihm an, dass Camillo in seinem letzten Zuhause „nichts gemusst hatte“, zumindest nicht: sich benehmen. Er war den anderen Katzen zunächst sehr aggressiv gegenüber und kratzte und biss uns Menschen bis aufs Blut, wenn wir etwas taten, das ihm nicht gefiel. Die Nächte? Grauenvoll kurz. Denn Camillo war der Meinung, er müsste nicht ein-, nein, zweimal, dreimal, viermal frühstücken, und das gerne nachts um 2. Ich erinnere mich an die Zeiten, in denen er lautstark brüllend neben meinem Kopfkissen stand.

Doch seine anfängliche Kampfbomber-Mentalität weichte mehr und mehr auf, und Camillo kam an. In unserer Familie, in unserem Rudel, in unserem Haus, dem Garten, dem Alltag.

Wir erkannten: Hinter dieser respekteinflößenden, rauen Schale steckte ein ganz zarter Kern.

Camillo war größer als alle anderen Katzen, aber im Innersten noch immer ein liebesbedürftiges Katzenbaby – so tollpatschig, dass er manchmal mit den eigenen Konturen seines Körpers nicht so wirklich zurechtkam und sich im Rudel wegduckte, obwohl er alle anderen mit einem einzigen Fauchen in die Schranken hätte weisen können.

Ich nannte ihn „mein Nilpferd-Baby“ wegen seines runden Kopfes, seiner großen Augen und seiner kräftigen Kieferpartie.

Krakus biss immer noch, ja. Aber nicht mehr, weil er sich wehren wollte, sondern um zu sagen: „Hey, streichel mich weiter, das ist schön. Und ich bin noch längst nicht fertig damit.“

Streicheln, das ist hier ein großes Wort. Denn er wollte mit den Fingerknöcheln unter dem Kinn „geschubbelt“ werden, hingebungsvoll, stundenlang.

Ich vermisse ihn jetzt schon, meinen Riesenbabykater, aber ich weiß, dass er von sehr vielen Freunden, die er in den letzten 2,5 Jahren hat kommen und auch wieder gehen sehen, liebevoll empfangen wird.

Hey, mein Großer, mach’s gut. Es war mir eine Ehre, deine Menschenmama zu sein und dich begleiten zu dürfen, ganz egal, wie garstig du am Anfang warst. Dich so weich und anlehnungsbedürftig werden zu sehen, war ein unendliches Geschenk. Die Entscheidung zu fällen, dich gehen zu lassen, bevor du leiden musstest, war unendlich hart, aber sie war wichtig und richtig. Du bist so friedlich eingeschlafen.

Mach’s gut, Spanky, und grüß mir die anderen da drüben. Du fehlst.

11/09/2026

Hey.

Eigentlich sollte das ein Profil sein, auf dem wir das (Tier-)Leben feiern. Das Wunderwerk Organismus. Und die vielen, vielen Möglichkeiten, die wir zum Wohle von Gesundheit und Wohlergehen nutzen können.

Ich wollte mit euch über den ganzheitlichen Blick sprechen, therapeutische Ansätze, die Wichtigkeit eurer Eigeninitiative, eures Mutes, schlichtweg eures „Mindsets“, auch wenn dieser Begriff mittlerweile so entsetzlich ausgelutscht ist.

Ich wollte euch spannende Fälle darstellen aus meinen zwölf Jahren Praxis und euch neue Lösungen präsentieren, insbesondere für solche Fälle, in denen konventionelle Ansätze längst klein beigegeben hatten.

Dass es hier gerade nur allzu oft um Alter, Sterben und Verlust geht, ist der Natur der Sache geschuldet. Denn so freudvoll es ist, nur Tiersenioren um sich zu scharen, so kurz sind manchmal auch die Abschiede zwischen den einzelnen Verlusten – und all das wirkt sich natürlich auch auf das Leben, die Arbeit, das eigene Herz aus.

Ich sage immer: Wir sollten den Tod als Endpunkt akzeptieren, unser Handeln und unsere Wahrnehmung aber auf das Leben richten. Auf all die schönen und ergreifenden, die unerwartet leichten Momente, die wir auch erleben dürfen, wenn wir kämpfen, wenn wir bangen.

Momentan fällt mir das selbst sehr schwer.

Wir haben gestern unseren Methusalem Krakus / Camillo / Spanky mit 25 Jahren gehen lassen. Nur eine Woche, nachdem wir Gepetto ganz unerwartet verloren haben, musste ich die wohl härteste Entscheidung treffen, die man als Tierhalter:in treffen muss.

Das ist die Herausforderung, ein Leben mit all seinen Konsequenzen begleiten zu dürfen: Ganz weich die Bedürfnisse zu sehen und ganz stark in den Momenten zu sein, in denen uns die Emotionen aus allen Fugen heben.

Das Leben ist ebenso schön wie komplex und ebenso erfüllend wie erschütternd. „Das gehört dazu“ – „Damit muss man klarkommen“ sind beides Parolen, die hier zu banal, zu hemdsärmelig wirken. Und doch dürfen wir uns vor Augen halten, wie fu***ng zerbrechlich unser Alltag, unser Dasein ist.

In den letzten Jahren haben wir rund 100 Hospizkatzen adoptiert und auf ihrem letzten Weg begleitet. Und darf ich euch e...
06/09/2026

In den letzten Jahren haben wir rund 100 Hospizkatzen adoptiert und auf ihrem letzten Weg begleitet. Und darf ich euch etwas verraten? Ich bereue es zutiefst.

Nein. Nicht aufgrund all der Arbeit, die daraus entstanden ist, nicht aufgrund der straffen Organisation, die das Zusammenleben mit alten und chronisch kranken Tieren mit sich bringt. Nicht aufgrund der Anbindung an das Haus und nicht aufgrund der immensen Kosten, die wir alleine getragen haben.

Ich bereue es nicht, über Jahre hinweg große Teile meiner Freiheit aufgegeben zu haben. Und ich bereue nicht den Schmerz, der zwangsläufig in das Leben tritt, wenn sich wieder einer dieser lieb gewonnenen Schützlinge verabschiedet.

Ich bereue es nicht, diese Seelen kennenlernen zu dürfen und halten zu dürfen in ihren schwächsten Momenten.

Viele dieser Katzen waren zuvor "ihren Menschen" zu anstrengend geworden. Zu alt, zu schrullig, zu arbeitsintensiv. Eben diese Menschen waren es, die ihre Katzen entsorgen wollten: Einfach auf dem Behandlungstisch in der Tierarztpraxis abstellen und einschläfern. Aus reinem Eigennutz. Weil sie es nicht übers "Herz" (!!) bringen konnten, ihre Tiere alt und schwach werden zu sehen.

Es war schwierig, sich durch die Trauer, die Angst und das Unverständnis dieser Tiere hindurchzukämpfen. Und ihnen zu zeigen, dass da jemand ist, der für sie einsteht bis zum letzten Atemzug.

Ich bereue es nicht, all diese ehemals so starken, stolzen Straßenkater aufgenommen zu haben, die sich immer durch ihr Leben prügeln und kämpfen mussten. Sie kamen krank, ausgezehrt und verwahrlost zu mir, mit einem rotzigen "Ich brauch dich nicht, verpiss dich" im Blick und in der Mimik, weil sie nie gelernt hatten, dass ein Mensch freundlich und respektvoll sein kann.

Ich bin dankbar dafür, dass sie hier loslassen durften. Und zumindest am Ende ihres Lebens Vertrauen aufbauen konnten und spüren durften, wie es ist, getragen und gehalten zu werden.

Ich bereue es nicht, genau für diese Katzen eine sichere Zuflucht zu schaffen, die andere längst abgestempelt oder aufgegeben hatten.

Die Tierschutzvereine? So schüchtern, so hoffnungsvoll in unseren Gesprächen. Vielleicht war da draußen ja wirklich noch ein Mensch, der diesen Niemandskatzen nach all den Entbehrungen und der vermeintlichen Aussichtslosigkeit noch ein kleines bisschen Glück schenken wollte.

Was ich bereue?

Dass ich diesen Weg nicht immer stolz und laut gegangen bin. Sondern eher leise. Fast schon entschuldigend. Weil ich mich gegen ein "normales Leben" und eine "normale Anzahl" von Tieren entschieden habe. Weil ich eine Crazy Cat Lady mit einem bunt zusammengewürfelten Rudel an Tierschutzkatzen geworden bin - denen man ihr Alter durchaus ansieht, ja. Weil sie eben nicht nur ihr Päckchen an Jahren und Erfahrungen mit sich tragen, sondern auch emotionale Verletzungen, komplexe Erkrankungen und eine nicht nur altersbedingte körperliche Schwäche.

Ich bereue es, auf die Rat-Schläge von Menschen gehört zu haben, für die sogar ein einzelnes Haustier schon zu viel Abhängigkeit, zu viel Einschränkung, zu viel Überwindung erfordert hätte.

Ich bereue es, die Meinungen und Erwartungen aller Menschen zu nah an mich herangelassen zu haben. Diejenigen, die gesagt haben: "Wenn du all diese alten Katzen adoptierst, machst du das doch aus Marketing-Gründen, oder..?" - oder: "Es ist schon echt krankhaft, so viele alte und kaputte Katzen zu haben."

Stellt euch vor: Genau diese Katzen - die Schwierigen, die Unnahbaren, die Totgesagten - haben uns unglaublich viel beigebracht. Nicht nur über Tiere und Therapie, sondern über das Leben an sich. Über Lebenswillen und Lebensqualität. Über das Älterwerden. Über manifeste Erkrankungen und solche, die sich als schleichende Veränderungen ineinanderweben. Über die Grenzen unserer Bemühungen, unserer Arbeit und unserer Therapie. Aber auch über Liebe, über Hoffnung und das, was möglich ist, wenn man mutig ist und nicht vorschnell aufgibt.

Darüber, was selbst bei einem uralten und schwer kranken Tier noch möglich werden kann, wenn man es wirklich sieht. Und aufhört, es nur als seine Befunde und Diagnosen zu betrachten.

Heute begleite ich Menschen darin, genau das auch für ihr eigenes Tier zu tun. Sein Leben so angenehm, so gesund, so unbeschwert und so glücklich wie nur irgend möglich zu gestalten. Diese Arbeit speist sich nicht einfach nur aus theoretischen Erfahrungen und über zwölf Jahren Praxisarbeit. Sondern auch aus dem Zusammenleben mit all den Seelchen, die uns anvertraut wurden.

Ganzheitliche Gesundheit für alte Tiere

Wisst ihr was? Ich bereue nichts. Nur vielleicht: Nicht schon früher frecher, lauter, stärker und sturer gewesen zu sein.

Man könnte meinen, wenn man so an die 100 Hospizkatzen auf ihrem letzten Weg begleitet hat, dann wird es irgendwann Rout...
04/09/2026

Man könnte meinen, wenn man so an die 100 Hospizkatzen auf ihrem letzten Weg begleitet hat, dann wird es irgendwann Routine. Oder zumindest leichter.

Und ja, es gibt Abschiede, die berühren dich. Aber sie zerschmettern nicht dein Herz.

Und dann gibt es Abschiede, da fühlt es sich an, als würde dein Herz zigfach von einer Planierraupe überrollt und danach noch in kleine Stücke gehackt.

Sehr überraschend und ohne jede Vorwarnung mussten wir am Mittwochabend unseren Gepetto verabschieden.

Gepetto, ein ehemals sehr stolzer Straßenkater, war über Umwege zu uns gekommen. Totkrank war er bei einer lieben und verantwortungsbewussten Katzenhalterin zugelaufen, wurde von ihr gesund gepflegt und aufgepäppelt und konnte dort nicht bleiben, weil er sich mit den dort ansässigen Katzen nicht verstand.

Über den Tierschutzverein Neuburg-Schrobenhausen e. V. kam Gepetto schließlich Ende Dezember 2023 zu mir – als dick gefüttertes, anscheinend gutmütiges Bärchen, das sich innerhalb kürzester Zeit dieses Haus als sein eigenes ansah und mich als seine Menschenmami.

Im Rudel allerdings führte er sich den anderen Katzen, Hospizkatzen, Opi- und Omi-Katzen gegenüber zunächst auf wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Mehr noch: Er zog hier pöbelnd und prügelnd durch die Gegend.

Am Anfang war es viel Auseinandersetzung, viel Training, viel gegenseitiges Kennenlernen. Viel „Nein, Gepetto, so sind wir hier nicht“ und ein beständiges Bemühen darum, dass er sich den anderen Katzen gegenüber fairer, freundlicher und weniger aggressiv verhielt.

Gepetto war ein Streuner, der sich sein Leben lang irgendwie durchgeschlagen hatte und erst im hohen Alter von vermutlich 16 Jahren kastriert worden war. Entsprechend ausgeprägt war seine Straßenschlägermentalität.

Was er neben seinen fliegenden Pfoten allerdings mit sich trug, war ein riesengroßes Herz. Uns Menschen nahm er sofort als seine neue Familie an. Vor allem mich.

Wo immer ich stand, war er an meinen Füßen. Wo immer ich saß, kletterte er auf meinen Schoß. Gepetto und seine „Maaaaaami“ – das war ein unzertrennliches Zweiergespann.

Mit der Zeit legte Gepetto seine schroffe Hülle ab und wurde zu einem der friedvollsten, freundlichsten Kater, die man sich nur vorstellen kann.

Aus seiner Toleranz den anderen Katzen gegenüber wurde irgendwann echte Freundschaft. Aus dem vorsichtigen Annähern ein hingebungsvolles Kuscheln.

Je wohler er sich fühlte, desto länger wurde seine Zunge. Und je frecher er war.. auch.

Gepetto ist am Mittwochabend sehr friedlich, sehr ruhig eingeschlafen, hat aber mit seinem Tod eine riesengroße Lücke in mein Herz, in unseren Alltag, in unser Rudel geschlagen. Ich verliere nicht nur meinen Schatten, sondern meinen besten Freund.

Ich danke euch für all den Zuspruch, all die lieben Worte, die mich erreicht haben, und für all euer Verständnis dafür, dass ich am Tag nach seinem Tod nicht die starke und souveräne Therapeutin sein konnte, als die ihr mich kennt.

Hey, Zeppi 💔 Du hättest es nicht so eilig haben sollen, wirklich nicht. Ich wäre gern noch viel, viel länger deine Menschenmama gewesen.

Komm gut rüber und grüß mir die anderen.

Du fehlst.

Wichtig!! .. nicht nur für Hundehalter
04/09/2026

Wichtig!! .. nicht nur für Hundehalter

28/08/2026

Natürlich ist BARFEN aufwändiger, als nur eine Dose oder einen Beutel zu öffnen - daher scheinen Komplettmenüs eine easy Lösung für alle zu sein, die ihre Tiere möglichst naturnah ernähren und trotzdem nicht mordsmässig viel Zeit in der Küche verbringen wollen. Aber auch hier gilt: Genau hinschauen und idealerweise eine Fachperson um Rat fragen!
🐶🐱 Wie barfst du? Und hast du selbst schon mal Erfahrungen gemacht mit Fertigbarf? Schreibs gerne in die Kommentare!

25/08/2026

Wenn deine Katzen auf ein neues Fertigfutter abfahren wie Junkies - dann kannst du in der Regel leider Rückschlüsse auf die (mangelhafte!) Qualität des Futters ziehen 🙈 … denn viele Hersteller führen unsere domestizierten „Raubtiere“ nur allzu gerne an der Nase herum - mit verheerenden Folgen für die Gesundheit.

🐱 Unseren kostenlosen Guide zur Futterumstellung bei der Katze verlinke ich Dir in den Kommentaren!

22/08/2026

Beim Scrollen bin ich heute über die Werbung eines deutschen Futtermittelherstellers gestolpert. Linkes Bild: Ein schlafender Mops mit einem feuerroten, pustelig-entzündeten Bauch. Rechtes Bild: derselbe Hund, plötzlich tiefenentspannt, happy, mit makelloser Haut. Die mehr als plakative Überschrift: „Wenn Cremes und Tabletten bislang nicht helfen konnten, die Allergie deines Hundes in den Griff zu bekommen – dieses Futter kann’s (vielleicht).“

Problematische Heilsversprechen hin oder her: Natürlich spielt das Futter eine immense Rolle bei der Behandlung von allergischen Reaktionen. Nur ist es leider nicht immer ersichtlich, worauf konkret der Patient reagiert. Ist es die Proteinquelle? Die Rezeptur? Die Vielzahl an Zusatzstoffen?

Gerade bei sehr sensiblen Patienten genügt es in der Regel nicht, sie von Fertigfutter A auf Fertigfutter B umzustellen – und jedes Mal eine ordentliche moralische Bruchlandung hinzulegen, wenn der Juckreiz, die Hautausschläge, die Ohrenentzündungen oder die Pfotenprobleme sich nicht einfach wegabschieden.

Vielmehr habe ich in 12 Jahren Praxis erlebt, dass viele Allergiepatienten enorm davon profitieren, wenn sie auf eine naturbelassene Fütterung umgestellt werden, die auf Bodenständigkeit und Einfachheit setzt, statt mit allzu vielen Einzelkomponenten und Zusatzstoffen aufzuwarten, schlichtweg weil sie dem völlig überreizten Immunsystem eine Atempause verschaffen.

Nur ist es damit in der Regel nicht getan. Der typische Allergiepatient bringt noch eine ganze Menge anderer Faktoren mit sich, die wir in der ganzheitlichen Anamnese (Fallerhebung) berücksichtigen und in einem individuellen Therapiekonzept umsetzen müssen:

💥 einen über Jahre hinweg gereizten und überlasteten Darm, zum Beispiel aufgrund einer qualitativ fraglichen Ernährung

💥 intensive Antibiosen, nach denen der Darm allenfalls halbherzig „saniert“ wurde

💥 ein intensives Prophylaxe-Management (Wurmkuren, Schutz vor Hautparasiten, Impfungen)

Und genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt:

Allergiemanagement ist kein Produkt. Es ist ein Prozess.

Es geht nicht darum, möglichst schnell das nächste Futter, die nächste Tablette oder das nächste Wundermittel auszuprobieren. Es geht darum, herauszufinden, was diesen einen Patienten tatsächlich belastet – und dann dort anzusetzen.

Denn so individuell jeder Hund ist, so individuell ist auch das, was er braucht.

19/08/2026

Wozu braucht es eine naturheilkundliche Anamnese, wenn das Tier doch schon bis in die Haarspitzen durchdiagnostiziert ist?

Adresse

Römerstraße 2
Langweid Am Lech
86462

Öffnungszeiten

Montag 10:00 - 18:00
Dienstag 10:00 - 18:00
Mittwoch 10:00 - 18:00
Donnerstag 10:00 - 18:00

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