15/06/2026
So legt ihr eine klassische Kompressionsbandagierung nach AWMF Leitlinie an:
Zunächst ist ein Schlauchverband als Hautschutz anzulegen. Dieser kann auf doppelte Länge des Unterschenkels zugeschnitten werden.
Es folgt eine Polsterung mit einer Polsterbinde, welche Druck, Schmerzen und Scherkräfte vermeiden soll. Bei der Anlage ist auf eine rechtwinklige Positionierung des Sprunggelenks zu achten, um im späteren Verlauf Faltenbildung weitestgehend zu vermeiden. Die Polsterbinde wird zirkulär ab dem Zehengrundgelenk angelegt und schließt zwei Fingerbreit unterhalb der Patella oder des Fibulaköpfchens ab.
Der Kompressionsverband bezieht das Zehengrundgelenk und die Ferse mit ein. Die weitere Kompressionsbandagierung erfolgt ab dem Zehengrundgelenk mit einer Kurzzugbinde, welche ich zirkulär ab dem Fesselbereich unter moderatem Zug anlege und mit einem Pflaster fixiere. Diese schließt die Ferse mit mindestens drei Touren ab.
Wichtig ist dabei, dass diese mit einer Überlappung von 50% angelegt wird. Dann wird auch die Kurzzugbinde mit einem Pflaster fixiert, um hier ein Wegrutschen zu vermeiden.
Es folgt die Anlage einer zweiten notwendigen Kurzzugbinde. Diese kann ich im Fesselbereich, Fersenbereich oder auch ab dem Vorfuß, bei vorhandenen Vorfußödemen, anlegen. Auch die zweite Kurzzugbinde wird mit Pflaster oder Haftbinde fixiert.
Es folgt der Überzug des Schlauchverbandes, um einen zusätzlichen Halt der Bandage zu gewährleisten.
Laut Empfehlung der AWMF-Leitlinie sollte eine Kompressionsbandagierung bei einer Therapie eines Ulcus cruris venosum mindestens 24 Stunden belassen werden.
Zu beachten ist, dass keine Kompressionsart der anderen überlegen ist. Diese sollte sich immer nach den Anforderungen der Patienten, Indikation und Diagnose richten.